Deutsche bevorzugen neutrale Berichterstattung

16.06.2020

Erst vor wenigen Tagen entbrannte in der Spiegel-Redaktion ein Streit unter Journalisten, ob Journalismus neutral sein soll oder nicht. Die Deutschen haben hierzu eine klare Haltung. 80 Prozent der Befragten bevorzugen neutrale Nachrichten. Im internationalen Vergleich des „Digital News Report“ des Reuters Institute ist dies der höchste Wert. Der Durchschnittswert aller untersuchten Märkte liegt bei 60 Prozent. Geht es um die Relevanz von unabhängigem Journalismus für die Gesellschaft, variieren die Ansichten in den jeweiligen Altersgruppen stark. 88 Prozent der Internetnutzer ab 55 Jahren finden, dass Journalismus für das Funktionieren einer Gesellschaft wichtig ist. Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen finden dies zu 56 Prozent. Der Studie zufolge werden Soziale Medien für junge Erwachsene in Deutschland immer bedeutender. 30 Prozent der 18-24-Jährigen gaben an, dass Soziale Medien ihre wichtigste Nachrichtenquelle sei. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 22 Prozent. 

Die Studie „Digital News Report“ gibt es seit 2012 und beleuchtet Trends und nationale Besonderheiten der Nachrichtennutzung. In Deutschland wurden zwischen dem 17. und dem 30. Januar 2020 rund 2000 Menschen befragt. Weltweit wurde die Studie in rund 40 Ländern auf sechs Kontinenten durchgeführt. Die aktuelle Nachrichtennutzung unter der derzeitigen Corona-Situation lasse sich wegen des Befragungszeitraums im Januar nur bedingt wiedergeben.    

Zu den Studienergebnissen gelangen Sie hier.