re:publica 2017 – das waren die zentralen Themen

22.05.2017

"Love out loud" – so lautete das diesjährige Motto der Digitalkonferenz re:publica, die zum insgesamt elften Mal in Berlin stattfand. Ein Überblick über die wichtigsten Themen und Trends der Veranstaltung.

Mit einem neuen Besucherrekord ging die re:publica am vergangenen Mittwoch zu Ende: Nach offiziellen Angaben besuchten über 9000 Teilnehmer aus 71 Ländern die Internetkonferenz in Berlin. Die Zahlen verdeutlichen, wie groß und international die einstige Nischenveranstaltung inzwischen geworden ist.

Beherrschendes Thema war dieses Jahr der "Hass im Netz". Das von den Veranstaltern gewählte Motto "Love out loud" sollte "den Fokus auf all jene Menschen, Organisationen und Projekte richten, die sich gegen Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit einsetzen und Licht in die dunklen Ecken der Gesellschaft tragen." Entsprechend gab es auf der re:publica zahlreiche Panels, die über den Hass im Netz und den Umgang damit diskutierten.

Umgang mit Fake News omnipräsent

Ebenfalls im Fokus stand die Debatte um Fake News – mehr als 35 Panels beschäftigten sich im engeren oder weiteren Sinne mit dem Thema, wie der Branchendienst Meedia nachgerechnet hat. Gleich am ersten Tag gab es beispielsweise eine Diskussion mit dem Titel "Fakes, Leaks und Desinformation - Verlässlicher Journalismus im Nachrichtensturm". Einer der Diskutanten, der ZDF-Fernsehmoderator Claus Kleber, machte auf die Schwierigkeit im Umgang mit Fake News aufmerksam: "Es dauert zwei Minuten eine Fake News in die Welt zu setzen und es dauert drei Tage, um sie zu entkräften. Diesen Kampf können wir nicht gewinnen." Sein Ratschlag an die Medien: gewissenhafte Recherche, um Vertrauen beim Publikum aufzubauen.

Presse- und Meinungsfreiheit
Aufgrund der weltweit zunehmenden Beeinträchtigung der Presse- und Kommunikationsfreiheit waren politische Themen wiederholt im Programm zu finden. Das Eintreten für eine freie und offene Gesellschaft sowie gegen Hate Speech und Falschmeldungen zog sich durch das gesamte Konferenzprogramm. So betonte beispielsweise Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der die Sub-Konferenz Media Convention eröffnete, dass es wichtig sei, in diesen Tagen auch über Meinungsvielfalt und Pressefreiheit zu reden. „Viele dachten, dass diese Werte selbstverständlich sind. Wir erleben aber gerade, dass Offenheit und Meinungsfreiheit eben keine Selbstverständlichkeiten sind."

Auf der Media Convention Berlin, die für Journalisten meist besonders interessante Panels bereithält, standen dieses Jahr unter anderem die Themenkomplexe "Künstliche Intelligenz und Algorithmen", "Virtual und Augmented Reality" sowie "Neue Wege des Storytellings" im Mittelpunkt. Gerade, wer sich über neue Technologien im Medienbereich informieren wollte, kam bei der Media Convention auf seine Kosten. So stellte beispielsweise Steve Sullivan, Head of Holographic Video bei Microsoft, die neuesten Entwicklungen der HoloLens vor, mit der die User Mixed Reality erleben und dann ihre Experiences über die sozialen Plattformen teilen können.

Fazit: re:publica ist immer einen Besuch wert
Gerade für junge Journalisten ist die re:publica fast schon eine Pflichtveranstaltung. Sie bietet hervorragende Möglichkeiten zum Networking und ist zudem der ideale Ort, um sich über aktuelle Medientrends zu informieren. Das hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt.