Neue Bezahlplattform "Steady": Nachhaltiges Crowdfunding für Journalisten

04.04.2017

Seit Anfang dieses Jahres haben Journalisten und Blogger eine neue Möglichkeit, ihre Projekte finanzieren zu lassen: "Steady" heißt die Plattform, die sich als nachhaltige Crowdfunding-Lösung für Publisher versteht. Doch wie erfolgversprechend ist das Modell des Start-ups?

Steady ist seit Januar online, derzeit noch in einer öffentlichen Beta-Phase. Hinter dem Start-up stehen unter anderem die Krautreporter-Macher Philipp Schwörbel und Sebastian Esser. Der Hauptgeldgeber von Steady ist Google: 350.000 Euro bekamt das Start-up im vergangenen Jahr vom US-Internetgiganten im Rahmen der Digital News Initiative.

Worum geht es bei Steady?
Das Konzept von Steady sieht wie folgt aus: Auf der Plattform können Publisher eine Seite einrichten, ihr Projekt vorstellen und um finanzielle Unterstützung werben. Monatlich wiederkehrende Zahlungen sollen dabei – wie bei einem klassischen Zeitungsabo – die dauerhafte, kontinuierliche Finanzierung des jeweiligen Projekts sichern. Die Abwicklung der monatlichen Zahlungen läuft dann über Steady – das zehn Prozent des Beitrags als Provision einbehält.

Was ist das Besondere an Steady?
Der entscheidende Unterschied zu bestehenden Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter oder Startnext besteht im Abo-Modell des Start-ups. Wie der Name "Steady", auf Deutsch "stetig", impliziert, sollen neue oder bereits bestehende journalistische Projekte wie ein Podcast oder ein Onlinemagazin dauerhaft auf eine solide finanzielle Basis gestellt werden.

Für wen ist Steady geeignet?
Laut Sebastian Esser ist die Plattform für jeden, der "etwas mit Inhalt" macht, geeignet. Derzeit überwiegen auf Steady jedoch Initiativen von Journalisten, die bereits über ein gewisses Netzwerk verfügen. So wirbt zum Beispiel Hajo Schumacher für den "Achilles-Laufclub" oder der "Postillon" für sein Satiremagazin. Auch das Onlinemagazin "Deine Korrespondentin" ist auf Steady mit einer Mitgliederkampagne vertreten. Ihre Beweggründe hat Chefredakteurin Pauline Tillmann vor Kurzem im "Fachjournalist" erklärt: "Durch Steady sind dauerhafte Einnahmen garantiert, die dafür sorgen, dass man seine Zeit nutzen kann, sich der Weiterentwicklung des Projekts zu widmen. Natürlich wird das immer nur ein Standbein von mehreren sein, aber für uns wäre es das Entscheidende."

Damit charakterisiert die "Deine-Korrespondentin"-Gründerin das Potential von Steady treffend: Journalisten dürfen keine Wunderdinge von der Bezahlplattform erwarten. Nur wenn sie über ein gewisses Standing und Netzwerk verfügen und ein gut durchdachtes Projekt präsentieren, werden sie auf dem Portal erfolgreich sein. Diese beiden Erfolgsbedingungen sind für Crowdfunding-Projekte freilich essenziell. Sind sie erfüllt, kann Steady ein wichtiger Baustein für das Gelingen eines journalistischen Projekts sein. Erste Erfolgsgeschichten gibt es bereits: "Schmalbart Network", eine Initiative, die sich gegen Populismus und insbesondere das Portal "Breitbart" richtet, hat – Stand heute – schon 1.725 Euro an monatlichen Einnahmen via Steady generiert.