Ein ganzes Magazin journalistisch gestalten – Demeter-Redaktionstreffen in Darmstadt

01.02.2017

Im gemeinsamen Redaktionsprojekt vom Demeter Journal und dem Deutschen Journalistenkolleg konzipieren, schreiben und layouten die Journalistenschüler die Sommerausgabe 2017 des Kundenmagazins von Demeter. Am 28. Januar 2017 traf sich die Lehrredaktion auf dem Hofgut Oberfeld in Darmstadt.

Die etwas andere Redaktionssitzung hat Redaktionsmitglied Nadja Hillgruber im Video festgehalten:

 


Auswertung unserer Online-Studie "Public Relations und journalistisches Handwerk – Aspekte der PR-Ausbildung"

01.02.2017

2015 erweiterte das Deutsche Journalistenkolleg sein Lehrangebot um den zusätzlichen Kompetenzbereich „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“. Durch diese inhaltliche Ergänzung wird der Lehrgang dem anhaltenden Trend gerecht, dass immer mehr Journalisten neben ihrem Kerngeschäft auch PR-Mandate übernehmen. Sich schon während der Ausbildung beide Tätigkeitsfelder zu erschließen nehmen viele unserer Journalistenschüler in Anspruch.  

Während Journalisten sich der objektiven und unabhängigen Berichterstattung verschreiben, verfolgen PR-Fachleute ein Kommunikationsziel – während der Journalist die Öffentlichkeit über bestimmte Sachverhalte umfassend und neutral informieren will, liefern ihm die PR-Experten Informationen über diese Sachverhalte und damit im Zusammenhang stehende Produkte, Prozesse oder gar Unternehmensstrategien. Obwohl sich ihre Informationsinteressen grundlegend unterscheiden ähneln sich ihre Kernkompetenzen. Wie der Journalist muss der PR-Experte Informationen umfassend recherchieren und entsprechend der Zielgruppenausrichtung seines Kommunikationskonzeptes aufbereiten. Auch die Grundlage seiner Arbeit bilden somit journalistische Arbeitstechniken.

Welche Anforderungen PR-Experten an die Vermittlung des so wichtigen journalistischen Handwerks innerhalb der PR-Ausbildung stellen, wollten wir mit Hilfe einer Online-Befragung herausfinden.

Zentrale Ergebnisse dieser Online-Studie:

Journalistische Arbeitstechniken gehören zu den Kernkompetenzen der PR-Arbeit und müssen Teil der PR-Ausbildung sein. Nur wer das journalistische Handwerk beherrscht, sichert die inhaltliche Qualität der eigenen PR-Arbeit und bringt das nötige Verständnis für die Arbeit in Redaktionen auf.

Die vollständige Auswertung finden Sie hier.


Debatte um Fake News: Worauf Journalisten achten sollten

23.12.2016

Die Debatte um sogenannte "Fake News" ist seit einigen Wochen virulent. Zuletzt sorgte ein angebliches Zitat von Grünen-Politikerin Renate Künast für Aufsehen. Ihr wurde unterstellt, zum Mord an einer Studentin in Freiburg gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" gesagt zu haben: "Der traumatisierte Junge hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen." Mehrere Facebook-Seiten verbreiteten dieses Zitat, obwohl Künast niemals eine solche Aussage getroffen hatte – weder gegenüber der SZ noch gegenüber irgendeinem anderen Medium.

Der "Fall Künast" ist nur ein Beispiel für eine Reihe von Falschnachrichten, die eine große Diskussion um das Phänomen "Fake News" ausgelöst haben. Falschmeldungen sind kein ganz neues Phänomen, es gab sie schon immer – doch weshalb tauchen sie in jüngster Vergangenheit  so gehäuft auf? Eine Erklärung findet sich mit Blick auf die Bedeutung der sozialen Medien in der heutigen Zeit: Wie der diesjährige Reuters Digital News Report zeigt, stehen soziale Netzwerke mittlerweile als Nachrichtenquelle vor Zeitungen. Das Problematische an dieser Entwicklung: Viele User leben online in der sogenannten "Filterblase" – sie bekommen durch Algorithmen von Google, Facebook und Co. nur Nachrichten zu sehen, die ihre Meinung bestätigen. Mithin ein Grund, warum sich Falschnachrichten und Verschwörungstheorien relativ leicht verbreiten können und teilweise hartnäckig bestehen bleiben. Der Social-Media-Experte Daniel Mack stellt bei Zeit Online fest: "Die starke Machtverschiebung in der Medienlandschaft von klassischen Medien hin zu Social Media wird es Populisten noch einfacher machen, ihre schnell geschaffenen Communitys zu aktivieren, um erfolgreich zu sein."

Was tun gegen Fake News?
Rechtliche Maßnahmen werden zwar von Politikern bereits gefordert. Sie scheinen jedoch für sich genommen wenig zielführend zu sein, wie Markus Reuter bei Netzpolitik.org aufzeigt. Auch technische Lösungen des Problems, wie etwa das Anti-Fake-News-Tool von Facebook, sind nicht der Allheilsbringer. Schließlich haben Algorithmen ihre Grenzen, zum Beispiel, wenn es darum geht, Ironie zu erkennen. Was hilft also gegen Fake News? "Lügen müssen entlarvt, nicht verborgen werden", stellt der FAZ-Journalist Adrian Lobe in einem Beitrag zur Debatte treffend fest. Und genau hier sind die Medien gefordert.

Journalisten sind in der Pflicht, seriös und professionell zu berichten. Das bedeutet in erster Linie, Meldungen aus den sozialen Netzwerken nach journalistischen Standards zu überprüfen. Wie man Falschmeldungen im Netz enttarnt, zeigt der Medienjournalist Bernd Oswald in einem Beitrag für das Onlinemagazin "Fachjournalist". Um Inhalte zu überprüfen, rät Oswald unter anderem folgende Fragen zu stellen:

  • Hat der Absender der Nachricht eine eigene Webseite, ein Blog, Profile in den sozialen Netzwerken?
  • Wer steht dort jeweils im Impressum?
  • Steckt eine Organisation oder eine Lobby dahinter? Wenn ja, welche?
  • Geben diese Präsenzen ein stimmiges Gesamtbild, sprich: Ist ein inhaltlicher Schwerpunkt und eventuell eine Expertise erkennbar?

Außerdem gibt es Portale wie Mimikama oder Hoaxmap, mit deren Hilfe sich Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen lassen. Zur Verifizierung von Bildern und Videos gibt es darüber hinaus Tools wie Google Reverse Image Search oder Tin Eye.

Journalisten haben also genügend Möglichkeiten, um Fake News zu enttarnen. Insofern ist die derzeitige Debatte auch eine "Riesenchance für die Medien", wie Stefan Winterbauer bei Meedia konstatiert. Die Medien sollten diese Chance nutzen, indem sie nicht zuvorderst auf die Klickzahlen achten und Meldungen vorschnell verbreiten. Eine unaufgeregte und sachliche Berichterstattung hingegen kann dazu beitragen, das Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen.


Deutsches Journalistenkolleg erhält Service Excellence Auszeichnung

24.10.2016

Das Deutsche Journalistenkolleg erhält nach einem erfolgreichen Zertifizierungs-Audit durch die DQS GmbH das Excellence Zertifikat für herausragenden Service mit der höchsten Bewertungsstufe „Platin“.

Die Service Excellence (DIN Spec 77224) ist ein Managementsystem, das es Unternehmen ermöglicht, seine Kunden und Partner nicht nur zufriedenzustellen, sondern gezielt Momente der Begeisterung zu schaffen. Indem ein Unternehmen die Voraussetzungen, Treiber, Inhalte und Effekte von Kundenbegeisterung im Sinne der Service Excellence analysiert und systematisch gestaltet, ist es in der Lage kontinuierlich Dienstleistungen zu produzieren, die sich durch eine herausragende Qualität auszeichnen und damit Begeisterung bei Kunden und Partnern hervorrufen.

In der abschließenden Bewertung der eintägigen Begutachtung heißt es: „Das Deutsche Journalistenkolleg ist eine erfolgreiche Organisation, mit einer tragfähigen Grundidee und einer guten Positionierung am Ausbildungsmarkt. Die im Unternehmensleitbild verankerten Unternehmenswerte finden sich in einer guten, fachspezifisch untersetzten Kundenorientierung wieder. Durch die authentische Verbindung des Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 29990 und AZAV mit den Anforderungen und Leitlinien der EFQM und der Service Excellence erfüllt das Journalistenkolleg sein Kernleistungsversprechen in hoher Qualität und bietet seinen Journalistenschülern eine Ausbildung mit persönlicher Note und dem gewissen ‚Funken mehr‘ an Service. Dabei nutzt es die mehrjährige Erfahrung des Dozenten- und Autorenteams ebenso wie die Feedbackeinholung mittels innovativer Methoden und im Vergleich zwischen eigener Perspektive und Kundenbewertungen zur kontinuierlichen Verbesserung seines Bildungs- und Serviceangebotes. Die ehrlich-kritische Selbstbewertung ist dabei die Grundlage für das systematische Dienstleistungsinnovationsmanagement der Journalistenschule.“

Nach dem Erhalt der Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg 2014 und der EFQM-Auszeichnung Committed to Excellence 2 Stars in 2015 ist dies das dritte Qualitätsprädikat des Deutschen Journalistenkollegs. „Wir verstehen unseren Bildungsauftrag als Serviceleistung – gegenüber unseren Journalistenschülern, aber auch, im Sinne des journalistischen Selbstverständnisses, gegenüber der Gesellschaft. Deshalb ist es unser Hauptanliegen, eine gute und fachlich fundierte Journalistenausbildung mit einer persönlichen Betreuung des Einzelnen zu verbinden. Wir freuen uns daher über diese zusätzliche Bestätigung unseres Qualitätsgedankens“, so Nina Zickuhr, Geschäftsführung des Deutschen Journalistenkollegs.

Näheres zu unserem Qualitätsgedanken

Informationenen zum Service-Excellence-Ansatz


Debatte um "Selfie-Journalismus": Publizistische Selbststilisierung versus Neutralität

04.10.2016

Seit geraumer Zeit gibt es in der Medienbranche eine Diskussion über einen ausufernden "Selfie-Journalismus". Gefährdet die zunehmende Selbststilisierung die Neutralität der Berichterstattung?

Der Begriff "Selfie-Journalismus" bringt zum Ausdruck, dass sich Journalisten in ihrer Berichterstattung selbst in den Vordergrund rücken. Durch die Digitalisierung – und die damit verbundenen Möglichkeiten der Selbstinszenierung – hat diese Entwicklung in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Medienwissenschaftlerin Marie Elisabeth Müller weist in einem Beitrag für "Carta" zudem auf den Zusammenhang zwischen Selfie- und mobilen Journalismus hin: "Die neue Gewichtung des #Selfie-Journalismus wird zuallererst im mobilen Journalismus und beim Real Time Reporting deutlich, die mit dem Nachrichtenzyklus in sozialen Medien arbeiten."

Beispiele für Selfie-Journalismus

Beispiele für Selfie-Journalismus finden sich überwiegend, aber keineswegs ausschließlich, in Boulevardmedien oder unterhaltenden Medienformaten. So ist etwa der "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer in seinen Videoberichten von Kriegsschauplätzen stets präsent und Teil der Nachricht. Ein weiteres Beispiel ist das neue Reportermagazin "follow us" von Pro Sieben. Dort wird die Subjektivität der Berichterstattung betont, so heißt es etwa in der Eigenbeschreibung, dass sich die Reporter "einem Thema unter ihrem persönlichen Blickwinkel" nähern. Das Storytelling will "unmittelbar, ehrlich, authentisch" sein, die Bildsprache "Hand-Made" und in "Selfie-Optik". Auch in Qualitätsmedien nimmt der Selfie-Journalismus zu; im Spiegel etwa berichtete eine Redakteurin von ihrer Entscheidung, ihre Eizellen einfrieren zu lassen. Gehört das nicht in das "Residuum des Privaten, einen Bereich außerhalb der Medien", wie der ehemalige taz-Chefredakteur Michael Sontheimer anmerkt?

Kritik an zunehmender Selbststilisierung von Journalisten

Die Ich-Perspektive im Journalismus ist umstritten. Denn eigentlich ist sie eher in der Literatur zu Hause. Dementsprechend hagelt es auch Kritik am Selfie-Journalismus. Der eben erwähnte Michael Sontheimer meint: "Journalisten betreiben immer häufiger Nabelschau, anstatt ordentlich zu recherchieren. Das ramponiert den Ruf des Berufsstands." Auch das journalistische Neutralitätsgebot sehen manche Beobachter als gefährdet an: "Der berichtende Journalist gerät immer öfters vom Idealbild des neutralen Beobachters ab und wird zum Protagonisten einer Story-Show erklärt, die mehr PR ist als breite Recherche", so der freie Journalist Oliver Weber in einem Beitrag zum Thema.

Wurzeln im New Journalism

Die kritischen Stimmen in der Diskussion um den Selfie-Journalismus haben sicherlich ihre Berechtigung. Allerdings sollte man Folgendes nicht außer Acht lassen: Die Ich-Perspektive im heutigen Journalismus ist keinesfalls neu. Ihre Wurzeln liegen unter anderem im sogenannten "New Journalism", der sich in den 1960er-Jahren in den USA herausbildete und namhafte Vertreter wie Tom Wolfe oder Hunter S. Thompson hat. Charakteristisch für das Genre sind literarische Reportagen, die subjektiv Ereignisse und Personen beschrieben. Damit kann der New Journalism als "offene Kritik am Objektivitätspostulat des traditionellen Nachrichtenjournalismus" verstanden werden, schreibt der Medienwissenschaftler Tobias Eberwein im Fachbuch "Journalistische Genres". Mit Blick auf die heutige Zeit meint der Autor: "Ein derartiger Journalismus wird vom Publikum nachgefragt – und gilt in manchen Medienhäusern mittlerweile als Erfolg versprechende Strategie, Printmedien zukunftsfähig zu machen."

Fazit: Selfie-Journalismus nicht verteufeln

Wie auch immer man zum Selfie-Journalismus steht: In Zeiten, in der sich der traditionelle Journalismus im Wandel befindet und die Digitalisierung das Mediennutzungsverhalten radikal verändert, sollten alternative Zugänge zur journalistischen Arbeit nicht vorschnell verteufelt werden. Fakt ist, dass sich immer mehr Medienkonsumenten – vor allem Jugendliche und junge Erwachsene – zuvorderst über die sozialen Medien informieren. Journalisten, die dort im Sinne der Markenbildung präsent sein sollten, kommen nicht daran vorbei, sich den Spielregeln von Facebook, Twitter und Co. anzupassen. Das bedeutet auch, eine emotionalere, dialogorientiertere und persönlichere Ansprache zu wählen als in den traditionellen Medien. Freilich sollten journalistische Grundregeln auch in der digitalen Welt Beachtung finden. Die Anforderungen an Selfie-Journalisten lauten: "Irrelevante und falsche Fakten und glaubwürdige Quellen und Influencers herausfiltern, einprägsame Details erkennen, Gefühle haben, Mitgefühl zeigen, sowie eine sehr gute, klare Sprache beherrschen, ein Narrativ bauen, eine Geschichte erzählen, kritisch denken." Gelingt dies, ist der Selfie-Journalismus womöglich keine Bedrohung, sondern eher eine Chance für den Journalismus, neue Zielgruppen zu erreichen.

Die Journalistenschüler des Deutschen Journalistenkollegs finden die Artikel des Fachbuches "Journalistische Genres" als Reader im Online-Campus hier


Neues Schreibprojekt für die Journalistenschüler des Deutschen Journalistenkollegs

29.09.2016

Im Schreibprojekt "Unternehmerinnen-Blogs" unterstützt unsere Dozentin Barbara Hallmann unsere Teilnehmer beim Aufbau ihrer Arbeitsprobenmappe. Die Teilnehmer porträtieren Jung-Unternehmerinnen, die sich beim "20x20 Media-Pitch" am 14. Oktober 2016 in Magdeburg der Presse vorstellen für verschiedene Unternehmerinnen-Blogs. Das Projekt enthält ein Schreibcoaching mit Frau Hallmann.

Weitere Informationen zu diesem und unseren weiteren Praxisprojekten finden Sie hier.


Jugendmedientage 2016: 27.10. - 30.10. in Dresden

21.09.2016

Das Deutsches Journalistenkolleg ist auch in diesem Jahr wieder Unterstützer der #JMT16

Eine Metropole, 400 junge Medienmachende und ein spannendes Programm - das sind die Jugendmedientage 2016. Bei einem der bundesweit größten Kongresse für junge Medienmachende, Nachwuchsjournalistinnen und –journalisten, zählt vor allem eines: Die Leidenschaft fürs Medienmachen. Für alles andere sorgt das Team der Jugendmedientage. In Kompakt- und Intensiv-Workshops vermitteln Branchenexperten und -expertinnen handwerkliches Know-how und praktische Medienkompetenzen. Unter professioneller Anleitung gestalten die Teilnehmenden eigene Texte, Fotos, Videos oder Radio-Beiträge. Bei Medientouren gewähren renommierte Redaktionen, Rundfunkanstalten und Agenturen in Dresden Einblicke in ihre Arbeit. Gelegenheit zum Netzwerken und Austauschen bietet das Rahmenprogramm der Jugendmedientage mit Mediennacht und Abschlussparty. Wie schon 2014 gehört das Deutsche Journalistenkolleg zu den Unterstützern der Jugendpresse Deutschland und der Jugendmedientage 2016.

Thematischer Schwerpunkt: „Medien- oder Märchenland?“

Lügenpresse und Mainstream-Medien? Oder doch pauschales Journalisten-Bashing? Das Thema der diesjährigen Jugendmedientage bewegt sich zwischen Freiheit und Zwang, zwischen Perspektivenvielfalt und Objektivität, zwischen unkontrollierter Digitalisierung und Verantwortung, zwischen heute und morgen: Auf den #JMT16 geht es um die Themen, die Medien, Journalismus, Politik und Gesellschaft bewegen. Auf euch warten freie Formate, spannende Inhalte und vielfältige Programmpunkte.

Hier geht’s zur Anmeldung: www.jugendmedientage.de/anmeldung

Weitere Informationen gibt es unter www.facebook.com/jugendmedientage oder unter www.jugendmedientage.de

Location: MESSE DRESDEN, HALLE 1, BÖRSE DRESDEN – das Tagungszentrum der MESSE DRESDEN, Messering 6, Dresden

Wir wünschen allen Teilnehmenden spannende Workshops, kreative Ideen und interessante Kontakte zu Profis und Gleichgesinnten!


Das Deutsche Journalistenkolleg erweitert erneut sein Lehrangebot

26.08.2016

Drei neue Kurseinheiten verstärken zum Lehrgangsstart am 01.10.2016 das Kursangebot unserer Journalistenschule. Damit stehen den Journalistenschülern zukünftig insgesamt 51 Kursinhalte für ihre individuell zugeschnittene Journalistenausbildung zur Verfügung.

Im Kompetenzbereich „Fachjournalismus“ erweitern die Kurseinheiten „Medienjournalismus“ und „Modejournalismus“ die Möglichkeiten, sich in einem oder mehreren Fachressorts zu spezialisieren. Unsere neuartige Informationsgesellschaft revolutioniert auch unseren Beruf. Die Ausspielwege journalistischer Produkte müssen von vornherein mobil gedacht werden, technische Neuerungen erweitern die Darstellungsformen und kreieren fast täglich neue Formate. Darüber zu berichten, ist Aufgabe des Medienjournalisten. „Neue Formate, neue Rezeptionsgewohnheiten, neue Geschäftsmodelle, neue Gesetze – daraus resultieren spannende Aufgaben für ein klassisches Querschnittsressort“, so Studienbriefautor Bernd Oswald.
Diplom Designerin und Modejournalistin Ina Köhler schafft mit ihrem Studienbrief „Modejournalismus“ einen Gegenpol zum „Klischee der von Laufsteg zu Laufsteg eilenden Modejournalistin“ und erläutert ein Berufsbild, das „im Spannungsfeld von Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und Boulevard“ arbeitet. Dabei behandelt sie die spezifischen Darstellungsformen und Anforderungsprofile des Modejournalismus ebenso wie die ethischen Fragen, die sich aus einem Ressort ergeben, das weniger die Realität als vielmehr Wünsche, Träume und Sehnsüchte reflektiert.

Der Medienwandel hat den Journalismus verändert - das kann man positiv oder negativ sehen. Carolin Neumann hat sich eindeutig für die optimistische Sicht entschieden. In ihrem Studienbrief „Journalistische Finanzierungsmodelle“ diskutiert sie die intellektuellen und finanziellen Herausforderungen, die der Wandel an den Journalismus von heute stellt. Dabei zeigt sie auf erhellende Weise, welche Finanzierungsformen es für Medienprodukte gibt, welche Fördermöglichkeiten journalistische Start-ups haben und versetzt den Leser in die Lage eine fundierte Entscheidung für die eigene finanzielle Zukunft als Journalist zu treffen. Ihr Studienbrief ergänzt das Kursangebot im Kompetenzbereich „Freier Journalismus“.

Die neuen Studienbriefe sind Teil der 18-monatigen, verlagsunabhängigen Journalistenausbildung am Deutschen Journalistenkolleg.


Conversational Journalism: die Apps Resi und Quartz

26.08.2016

Messenger-Dienste wie WhatsApp und Threema erfreuen sich großer Beliebtheit. Nun versucht auch der Journalismus davon zu profitieren und experimentiert mit Nachrichten im Chat-Format. Erste Beispiele hierfür sind die Apps Resi und Quartz.

"Hallo! Ich bin Resi, deine neue persönliche News-Assistentin." So wird man begrüßt, wenn man die App "Resi" nach erfolgreicher Installation zum ersten Mal öffnet. Resi ist ein sogenannter Chatbot, also ein textbasiertes Dialogsystem. Es verspricht "Nachrichten, die Spaß machen", zu liefern. Der Nutzer kann – wie er das von Messenger-Diensten kennt – in einen Dialog treten, Fragen stellen und die für ihn wichtigsten News des Tages in Erfahrung bringen.

Der Mann, der Resi entwickelt hat, heißt Martin Hoffmann. Der Journalist war früher Leiter der Social-Media-Redaktion von "welt.de". Er definiert die Zielgruppe seiner App relativ eindeutig: Mediennutzer unter 25 Jahren, die mit den klassischen Nachrichtensendungen nicht viel anfangen können. Hoffmann ist der Überzeugung: "Es gibt da draußen ganz, ganz viele Leute, die wenig Berührungspunkte mit Nachrichten haben, die schalten nicht abends die 'Tagesschau' ein, die haben keine Tageszeitung abonniert, die folgen nicht mehr in Social Media großen Medienmarken. Für genau solche Leute ist diese App gemacht."

Bereits etwas älter als Resi ist die App Quartz. Sie stammt aus den USA und funktioniert ähnlich wie Resi. Zusätzlich zu der App hat Quartz auch noch eine Webseite, die bereits seit 2012 existiert. Quartz verspricht "News in a whole new way". Gemeint ist damit, dass Nachrichten interaktiv und in Dialog-Form vermittelt werden. "Conversational Journalism" nennt sich diese neue Herangehensweise an die journalistische Arbeit. Zentrales Merkmal dabei ist, dass der Nutzer in den Mittelpunkt rückt. Medienforscher wie Christoph Raetzsch von der FU Berlin hegen jedoch noch Zweifel, ob sich Conversational Journalism etablieren wird: "Für mich ist im Moment nicht erkennbar, ob daraus eine neue Form von Journalismus entsteht oder ob das letztlich nur ein neuer Vertriebsweg ist."

Eine Prognose, ob Apps wie Resi oder Quartz den Journalismus nachhaltig verändern werden, kommt aber ohnehin noch zu früh. Derzeit befindet sich der Conversational Journalism noch in der Experimentierphase. Fest steht aber schon heute: Er kann als Chance verstanden werden, bei jungen Menschen das Interesse für Nachrichten zu wecken. Die unterhaltsame Form der Nachrichtenvermittlung, wozu die Verwendung von GIFs, Emojis etc. beiträgt, und die Möglichkeit der Personalisierung des News-Streams tragen dem Zeitgeist Rechnung. Klar sein sollte aber auch: Apps wie Resi und Quartz taugen nur bedingt dazu, Hintergründe aufzuzeigen und Kontextwissen zu liefern. Ihr Potenzial liegt vor allem darin, den Einstieg in ein komplexes Thema zu erleichtern und so die Mediennutzung von Jugendlichen insgesamt zu steigern. 

Hinweis: Wer die App Resi selbst ausprobieren möchte, findet hier den Download-Link. Bisher ist Resi nur für iOS-Geräte erhältlich. Auch Quartz – lediglich in englischer Sprache verfügbar – gibt es bisher nur fürs iPhone (mit iOS 9). Wer die App testen will, kann sie hier herunterladen.


DQS bestätigt QMS-Zertifikat

01.08.2016

Nach einem ausführlichen und erfolgreichen Überwachungs-Audit bestätigt der Auditor Dr. Karsten Koitz von der DQS GmbH die Aufrechterhaltung der Zertifizierung des Deutschen Journalistenkollegs nach DIN ISO 29990:2010. Außerdem erfüllt das Journalistenkolleg weiterhin die Forderungen der Trägerzulassung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV).

Innerhalb dieses Audits wurden die Geschäftsplanung, deren Prozessorientierung und die Qualitätspolitik des Journalistenkollegs auf mehreren Ebenen begutachtet. Insgesamt verzeichnet die Journalistenschule eine sehr positive Gesamtentwicklung. „Eine ausgezeichnete Marktkenntnis, ein hoher Innovationsgrad und eine kontinuierliche Berücksichtigung der Bedürfnisse des Einzelnen münden in einer innovationsbasierten und vor allem zukunftsorientierten Marktpositionierung“, heißt es im Auditbericht. „Die zusätzliche Ausrichtung des Qualitätsmanagementsystems nach den Anforderung des EFQM Excellence Modells ermöglicht dem Journalistenkolleg auf der Grundlage klar definierter Unternehmenswerte dem Teilnehmer eine hochqualifizierte Ausbildung zu bieten, die sowohl die Anforderungen der Branche als auch seine persönlichen Anforderungen vereint“, lobte Dr. Koitz im Abschlussgespräch.

„Wir nutzen verschiedene Managementinstrumente, um uns, unsere Ausbildung und unseren Service als Journalistenschule regelmäßig von unabhängiger Seite evaluieren zu lassen“, so Nina Zickuhr, Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenkollegs. „Durch diese Begutachtungen werden uns Stärken und Potentiale unserer Schule aufgezeigt, die wir zur kontinuierlichen Weiterentwicklung nutzen – zielgerichtet und entsprechend der sich verändernden Anforderungen des journalistischen Arbeitsmarktes. Wir sind daher sehr stolz auf das so positive Gesamturteil unserer Arbeit und Qualitätspolitik.“

Näheres zur Managementnorm DIN ISO 29990:2010 finden Sie hier. Nähere Informationen zu unserer Zukunftsorientierung finden Sie außerdem hier.


Neues Nachwuchsprojekt: Redaktionsprojekt „Ein ganzes Magazin journalistisch gestalten“

27.07.2016

Einzelne journalistische Beiträge zu erarbeiten gehört zu den Basics einer Journalistenausbildung.  Das Deutsche Journalistenkolleg verknüpft daher seine fundierte Journalistenausbildung mit verschiedenen Praxisprojekten und bietet so seinen Journalistenschülern eine freiwillige Möglichkeit ihr im Lehrgang erworbenes Wissen anzuwenden und ihre  journalistischen Fertigkeiten weiter zu festigen.

Nun fördert ein weiteres Teilnehmerprojekt den Praxisaspekt der Journalistenausbildung am Deutschen Journalistenkolleg: Im gemeinsamen Redaktionsprojekt von Demeter Journal und dem Journalistenkolleg haben die Journalistenschüler die Möglichkeit weitergehende journalistische Erfahrungen zu sammeln. Die Demeter Journal-Redaktion für die Ausgabe Sommer 2017 wird aus Journalistenschüler*innen des Journalistenkollegs bestehen und ihnen als Lehrredaktion dienen. Unter der Führung der erfahrenen Chefredakteurin Renée Herrnkind planen sie in gemeinsamen Redaktionskonferenzen den Magazin-Inhalt, entscheiden mit über die Themen des Heftes und die journalistischen Formen, realisieren die Umsetzung, auch in Kooperation mit der gestaltenden Agentur, und verwalten ihr Redaktionsbudget.

„Dieses Projekt bietet einen besonderen praktischen Mehrwert für unser Lehrangebot. Durch die eigenverantwortliche Heftplanung inklusive Budgetverantwortung festigen unsere Teilnehmer nicht nur ihre journalistischen Kompetenzen, sondern erwerben zudem Know How in den wirtschaftlichen Erfordernissen einer Redaktion. Das ist besonders für diejenigen interessant, die mit dem Gedanken spielen ein eigenes Crowdfunding-Projekt ins Leben zu rufen“, freut sich Nina Zickuhr auf die spannende Zusammenarbeit mit dem Demeter Journal.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.


Beliebtes Medium: Immer mehr Menschen hören Radio

15.07.2016

Ob zum Frühstück, auf dem Weg zur Arbeit oder abends beim gemeinsamen Kochen – das Radio ist eine Konstante im Alltag. Und: Es wird als Medium immer beliebter. Das zeigen aktuelle Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma): Demnach hören 57 Millionen Personen täglich Radio. Das entspricht fast 80 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 10 Jahren.

Am 19. Juli veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, ein Zusammenschluss von rund 230 Unternehmen der Werbe- und Medienwirtschaft mit dem Ziel der Erforschung der Massenkommunikation, die Studie "ma 2016 Radio II" mit den Reichweiten von 102 Hörfunksendern und 102 Vermarktungskombinationen. Bereits vorab wurden einige zentrale Ergebnisse bekannt gegeben. Neben den bereits genannten Zahlen ist vor allem erwähnenswert, dass im Vergleich zur letzten Erhebung im Frühjahr 865.000 Hörer hinzugekommen sind. Die gestiegene Radionutzung betrifft zudem alle Altersgruppen, auch die junge Zielgruppe der 10-29 Jährigen.

Radio profitiert von Digitalisierung

Das "alte" Medium Radio erfreut sich also auch im Internetzeitalter nach wie vor großer Beliebtheit. Verantwortlich dafür sind laut dem Medienwissenschaftler Golo Föllmer vor allem drei Faktoren: die Regionalität, der Live-Charakter und die "Leanback-Mentalität" des Mediums. Letzteres Merkmal meint, dass man als User beim Radiohören auch mal passiv konsumieren kann – eine wohltuende Abwechslung zu Youtube, Facebook und anderen sozialen Medien. Das Medium Radio profitiert insgesamt von der Digitalisierung, wie der Medienwissenschaftler Wolfgang Mühl-Benninghaus in einem Interview mit dem "Handelsblatt" feststellt: "Die Bindung des Hörers an das Radio wird durch das Internet gestärkt. Beliebte Moderatoren werden auf den Seiten der Sender vorgestellt und unterschiedlichste Aktionen durchgeführt – auch im direkten Bezug zu den gehörten Sendungen."

Nachwuchsprojekt "Fachjournalist-Podcast"

Radio hat also Zukunft. Für angehende Journalisten, die sich für das Medium interessieren, bietet das Deutsche Journalistenkolleg eine hervorragende Gelegenheit: Beim "Fachjournalist-Podcast", ein gemeinsames Nachwuchsprojekt des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) und des Deutschen Journalistenkollegs, besteht die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Audiobereich zu sammeln. Unter Anleitung der erfahrenen Journalistin und Podcast-Trainerin Brigitte Hagedorn lernen Journalistenkollegschüler und junge Journalisten, wie man qualitativen Fachjournalismus hörbar macht.

Wie Sie Mitglied der Fachjournalist-Podcast-Redaktion werden können, erfahren Sie hier.


Ausschreibung für den Deutsch-tschechischen Journalistenpreis beginnt

05.07.2016

Beiträge können bis zum 31.7. eingereicht werden

 

Die Ausschreibung für den ersten Jahrgang des Deutsch-tschechischen Journalistenpreises hat begonnen. Beiträge können bis zum 31.7.2016 eingereicht werden.

Der Preis wird vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Journalistenverband und dem Tschechischen Journalistenverband ausgeschrieben.

Mit dem Preis wollen die Veranstalter Journalistinnen und Journalisten auszeichnen, die gegen den Trend der schnellen, oberflächlichen Berichterstattung gehen und so zum besseren gegenseitigen Verständnis beitragen. 

„Als wir erstmals über die Ausschreibung eines Deutsch-tschechischen Journalistenpreises nachgedacht haben, hätten wir nicht erwartet, dass dieses Vorhaben derart aktuell werden würde“, sagt Tomáš Jelínek, Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. „Die Berichterstattung in den Medien hat heute im Zuge der Migrationsdebatte maßgeblichen Einfluss auf die gegenseitige Wahrnehmung von Deutschen und Tschechen. Hier würden wir uns mehr Grautöne in der Berichterstattung wünschen.“

Zudem sollen durch den Preis Journalistinnen und Journalisten gewürdigt werden, die den vielfältigen Austausch zwischen Deutschen und Tschechen mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit tragen und auch Themen jenseits der Mainstream-Berichterstattung aufgreifen. „In den Medien wird  nach wie vor meist nur über ‚große‘ politische Themen oder über ‚bad news‘ berichtet“, so Tomáš Jelínek.

Prämiert werden jeweils ein deutschsprachiger und ein tschechischsprachiger Beitrag aus den Kategorien Text, Audio und Multimedia.  Mit dem Sonderpreis „Milena Jesenská“ werden darüber hinaus Beiträge ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise mit den Themen Zivilcourage, multikulturelle Verständigung und Toleranz beschäftigen und einen aktuellen Gegenwartsbezug haben.

Die Journalistin Milena Jesenská (1896-1944) war eine der mutigsten Vermittlerinnen zwischen Tschechen und Deutschen in ihrer Zeit. Selbst in der nationalistisch aufgeheizten Atmosphäre unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg ist sie in ihren Reportagen nicht der Versuchung unterlegen zu pauschalisieren, sondern hat stets den einzelnen Menschen in den Blick genommen.  

Der Preis ist in allen Kategorien mit jeweils 2000 Euro dotiert. Beiträge können von den Autoren selbst eingereicht werden,  aber auch von Redaktionen oder Dritten vorgeschlagen werden. 

Ihre Teilnahme an der deutsch-tschechischen Jury haben zugesagt:

Kategorie Text:
Daniel Brössler (Süddeutsche Zeitung)
Adam ?erný (Hospodá?ské noviny, Vorsitzender des Tschechischen Journalistenverbandes) 
Michael Hiller (Journalist, Geschäftsführer des DJV Sachsen)
Karel Hvíž?ala (Journalist und Autor, Tschechischer Rundfunk u.a.) 
Lída Rakušanová (Journalistin und Autorin, Deníky u.a.)

Kategorie Audio: 
Petr Brod (Journalist und Publizist) 
Libuse ?erná (Radio Bremen) 
Bogna Koreng (MDR-Studio Bautzen) 
Christoph Scheffer (Hessischer Rundfunk) 
Richard Seemann (Tschechischer Rundfunk)

Kategorie Multimedia: 
Jan Metzger (Radio Bremen) 
Bará Procházková (Online-Portal ?T24)
Frank Überall (WDR, Vorsitzender des DJV) 
Zden?k Velíšek (Tschechisches Fernsehen) 
Blanka Závitkovská (Tschechisches Fernsehen)

Die Ausschreibung sowie weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

www.deutsch-tschechischer-journalistenpreis.de


Kuratieren im Journalismus: die moderne Presseschau

16.06.2016

Kuratieren ist eines der großen Modewörter, die derzeit die Medienbranche bestimmen. Doch was versteht man eigentlich genau unter dem Begriff? Und: Was sind Best-Practice-Beispiele für journalistisches Kuratieren? Ein Überblick.

Der Begriff "Kuratieren" stammt ursprünglich aus der Welt der Kunst. Der Kurator (vom lateinischen curare = sorgen, sich kümmern) eines Museums wählt die Exponate einer Ausstellung aus und entscheidet über ihre Anordnung und Präsentation. Im Journalismus versteht man darunter kurz gefasst, Beiträge aus sozialen Medien oder klassischen Onlinemedien zu empfehlen und einzuordnen.

Wirklich neu ist diese Tätigkeit von Journalisten freilich nicht. Das Auswählen und Gewichten von Nachrichten – im Sinne der Gatekeeper-Funktion des Journalismus – war schon immer zentraler Bestandteil der redaktionellen Arbeit. Presseschauen beispielsweise waren und sind nichts anderes als eine Auswahl von relevanten Beiträgen zu einem Thema. Im Onlinezeitalter – und insbesondere durch die steigende Bedeutung der sozialen Medien – ist diese Aufgabe jedoch unweit komplexer geworden. Zwar können auch Algorithmen Links zu bestimmten Suchbegriffen liefern, die Einordnung der Inhalte bleibt jedoch der menschlichen Expertise eines Fachjournalisten vorbehalten.

Beispiele für Kuratieren im Journalismus

Die einfache Form des Kuratierens ist die Selektion und Einbettung von Social-Media-Beiträgen von (meist) prominenten Persönlichkeiten in einen journalistischen Beitrag. Auch ein "Best of Social Web", wie es beispielsweise "Spiegel Online" während der Fußball-EM in Frankreich praktiziert, sieht man bei deutschen Onlinemedien immer öfter.

Neben der gezielten Auswahl von Social-Media-Inhalten gibt es seit einiger Zeit eine zunehmende Zahl von professionellen Kuratierdiensten in Deutschland. Der älteste seiner Art ist die Kategorie "6 vor 9" des Bildblogs; hier werden werktäglich jeden Morgen sechs medienkritische Beiträge empfohlen. Seit 2015 gibt es mit Piqd und dem Schweizer Start-up Niuws zwei Angebote, die die Nutzer über ausgewählte Themengebiete wie "Osteuropa" oder "Smart Mobility" informieren. Der aus den Niederlanden stammende Onlinekiosk Blendle kuratiert ebenfalls: Für jedes Ressort gibt es dort Redakteure, die den Nutzern ausgewählte Links zu einem Thema empfehlen.

Last but not least sorgt derzeit das Springer-Start-up Upday für Schlagzeilen. Die News-App für Samsung-Smartphones, seit Ende Februar auf dem Markt, verspricht den Usern "eine individuelle und maßgeschneiderte Nachrichtenauswahl".

Noch bleibt abzuwarten, ob sich die einzelnen Kuratierdienste bei den Mediennutzern etablieren. Fest steht aber schon heute, dass sie einen interessanten Ansatz darstellen, Leser zielgerichtet und nutzerfreundlich über ihre Interessensgebiete zu informieren. In Zeiten des Medienwandels ist dies sicherlich einen Versuch wert. 

Linktipps:

Der Medienjournalist Bernd Oswald gibt im Onlinemagazin "Fachjournalist" einen detaillierten Überblick über das Kuratieren und ausgewählte Kuratierdienste.

Eine kritische Auseinandersetzung mit Kuratieren im Journalismus findet sich im Blog des Autors Wolfgang Michal.


Besprechungswettbewerb zum Journalismusthriller "Spotlight"

15.06.2016

Zum DVD-Start am 30.06.2016 veranstaltet das Deutsche Journalistenkolleg in Zusammenarbeit mit Paramount Pictures einen Besprechnungswettbewerb zum Film! 

Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie in Ihrem Mailpostfach und hier.


Auswertung unserer Online-Studie "Zukunftsfähige Journalistenausbildung"

09.06.2016

Die Digitalisierung verändert die klassischen Medien: Journalistische Beiträge finden ihre Verbreitung im Netz, vielfach geteilt durch soziale NetzwerkeCrowdfunding-Kampagnen machen Medienprodukte möglich, deren Inhalt der Rezipient gleichberechtigt mitbestimmen kann. Digitale Technologien ermöglichen einen Journalismus zum Nacherleben und scheinbaren Anfassen, neue Trends schaffen neue Berichterstattungsfelder. Unsere Branche befindet sich im Wandel und beflügelt einen Kreativitätsschub, der „über den Tellerrand hinausdenkt“ und mit Konventionen spielt. Journalismus ist immer noch, oder wie wir finden, gerade jetzt, ein Traumberuf!

Aber welche neuen Anforderungen stellt dieser digitale Wandel an die heutige Journalistenausbildung?

Um das herauszufinden haben wir eine repräsentative Online-Studie unter Medienmachern durchgeführt. An der Befragung nahmen insgesamt 232 (stellvertretende) Chefredakteure, Ausbildungsredakteure, Redakteure und freie Journalisten sowie Geschäftsführer von Medienunternehmen teil.

Zentrale Erkenntnisse dieser Befragung:

Die heutige Journalistenausbildung sollte weiterhin das grundlegende Journalistenhandwerk sowohl theoretisch als auch praktisch vermitteln und dieses mit neuen Kompetenzen in der multimedialen Berichterstattung verknüpfen. Darüber hinaus sollte sie aber verstärkt auch die persönlichen (journalistischen) Kompetenzen fördern. Es bedarf eines modernen Ausbildungskonzepts, das flexibel auf Neuerungen der Branche reagiert und dabei auf Kreativität und teilweise auf Brüche mit der Konvention setzt.

Die vollständige Auswertung finden Sie hier.


Schreibwettbewerb "Journalistische Trendthemen" – Das sind die Gewinner:

25.05.2016

Zum ersten Mal wurden die Journalistenschüler des Deutschen Journalistenkollegs dazu aufgerufen, in Beiträgen zur Zukunft des Journalismus ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Aufgabe der Jury, aus den eingereichten Beiträgen zu „Journalistischen Trendthemen“ die Besten auszuwählen, war nicht einfach.

Nun stehen die Gewinner fest:

Mit ihrem Beitrag „Digitales Storytelling: Das Maximum aus einer Geschichte herausholen – Anleitung für ein professionelles Storytelling“ belegt Melanie Quauke den ersten Platz im gleichnamigen Trendthema.

Victoriah Szirmai gewinnt mit ihrem „Plädoyer für einen langsamen Musikjournalismus“ die Veröffentlichung zum Trendthema „Langsamer Journalismus“.

Der Schreibwettbewerb fand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fachjournalisten-Verband statt. Die Gewinnerbeiträge wurden im Onlinemagazin „Fachjournalist“ veröffentlicht. Die zweit- und drittplazierten Einsendungen lesen Sie im Schüler- und Absolventen-Magazin des Journalistenkollegs „Kolleg-Blog“.

Die weitere Plazierung in der Kategorie "Digitales Storytelling":

Platz 2 (Veröffentlichung im Kolleg-Blog): Victoria Scherff und Marion Schneider "Scrollytelling – So gelingt das interaktive Geschichtenerzählen".

Platz 3 (Veröffentlichung im Kolleg-Blog): Nadja Hillgruber "Digitales Storytelling: Das Rezept und die Zutaten für gute Geschichten".

Die weitere Plazierung in der Kategorie "Langsamer Journalismus:

Platz 2 (Veröffentlichung im Kolleg-Blog): Dr. Milena Rampoldi "Langsamer Journalismus: Gramsci gegen Burda".

Platz 3 (Veröffentlichung im Kolleg-Blog): Axel Otersen "Die Frage nach dem Warum. Langsamer Journalismus - wie geht das?"

Wir gratulieren allen Gewinnern des Wettbewerbs und bedanken uns bei allen übrigen Journalistenschülern für Ihre Einsendungen!


Trend Native Advertising: Segen oder Fluch für den Journalismus?

03.05.2016

Seit gut zwei Jahren erobert eine neue Werbeform den Onlinejournalismus. Zunächst in den USA, mittlerweile auch hierzulande: Die Rede ist von "Native Advertising", Werbung verpackt in redaktionellem Gewand. Befürworter sehen darin eine zukunftsträchtige Erlösquelle für den Onlinejournalismus, Kritiker wiederum fürchten um die journalistische Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche.  

Renommierte US-Medien wie die "New York Times" oder das "Wall Street Journal" experimentieren bereits seit Anfang 2014 mit Anzeigen, die wie redaktionelle Beiträge aussehen. Und auch in Deutschland ist "Native Advertising" angekommen: Beispiele finden sich bei den deutschen Ablegern von "Buzzfeed" und "Huffington Post", "RP Online" oder dem Jugendportal "Bento".
Aus Sicht der Werbetreibenden ist Native Advertising zweifelsohne attraktiv: Im Gegensatz zu blinkender Bannerwerbung, die durch die weite Verbreitung von Adblockern ohnehin erschwert wird, passt sich diese Werbeform unauffällig dem Erscheinungsbild des jeweiligen Onlinemediums an. Werbung wirkt so nicht mehr als Fremdkörper. Ganz neu ist dieses Phänomen freilich nicht: Von Firmen bezahlte Advertorials bzw. Verlags-Sonderveröffentlichungen kennt man aus Zeitschriften und Zeitungen.

Die Aufregung um das digitale Native Advertising liegt vor allem in der mangelhaften und uneinheitlichen Kennzeichnung der Werbeform begründet. Dabei geht aus Ziffer 7 des Pressekodex ("Trennung von Werbung und Redaktion") klar hervor: “Bezahlte Veröffentlichungen müssen so gestaltet sein, dass sie als Werbung für den Leser erkennbar sind. Die Abgrenzung vom redaktionellen Teil kann durch Kennzeichnung und/oder Gestaltung erfolgen.

In der Praxis aber sind Native Ads für den Leser oft nur schwer von redaktionellen Beiträgen zu unterscheiden. Hinzu kommt das Problem der uneinheitlichen Benennung dieser Werbeform in Deutschland: "Anzeige", "Sponsored Post" oder "Paid Post" sind aktuell die gängigsten Titel für eine Native Ad. Eine Vielfalt, die den Leser verwirren kann.  Um nicht die Reputation des jeweiligen Mediums zu gefährden und letztlich Leser zu verlieren, scheint eine eindeutige und einheitliche Kennzeichnung von Native Ads dringend geboten. Denn, wie beispielsweise der Chefredakteur von "Zeit Online", Jochen Wegner, kürzlich in einem Interview eingestand, werden auch große deutsche Onlinemedien langfristig nicht um diese Werbeform herumkommen – zu groß sind die wirtschaftlichen Anreize. Doch bereits jetzt steht fest:  Will der Journalismus nicht weiter an Glaubwürdigkeit verlieren, braucht es einen transparenten und verantwortungsvollen Umgang mit Native Advertising.

Link-Tipps:

Im "Torial-Blog" sowie im Onlinemagazin "Fachjournalist" finden sich zwei lesenswerte und aktuelle Überblicksartikel zum Thema.


Recherche-Stipendium für Journalistinnen und Journalisten

22.04.2016

Das Deutsche Institut für Menschenrechte schreibt ein Recherche-Stipendium zum Thema "Wirtschaft und Menschenrechte" für Journalistinnen und Journalisten aus.

Das Institut will mit der Vergabe des Stipendiums Journalistinnen und Journalisten anregen, das Thema „Transnationale Wirtschaftsverflechtungen und ihre Auswirkungen auf die Menschenrechte“ zu bearbeiten. Dabei steht die Verantwortung der Unternehmen für die Einhaltung der menschenrechtlichen Standards entlang der Lieferketten im Rohstoff- und Textilsektor sowie bei Agrarinvestitionen im Fokus.

Prämiert werden herausragende Recherche-Konzepte für journalistische Beiträge. In den Sparten Print, Online und Hörfunk werden vier Stipendien in Höhe von je 2.000 Euro vergeben.

Bewerben können sich Journalistinnen und Journalisten, die in Deutschland leben und arbeiten sowie in deutschsprachigen Medien publizieren.

Die Bewerbungsfrist endet am 17. Mai 2016.

Eine fünfköpfige Jury bewertet die eingereichten Recherche-Konzepte. Der Jury gehören an: Yasmin El-Sharif, Ressortleiterin Wirtschaft, SPIEGEL ONLINE; Jule Reimer, Redakteurin Wirtschaft und Gesellschaft, Deutschlandradio; Donata Riedel; Korrespondentin  Finanz- und Wirtschaftspolitik, Handelsblatt; Ulrich Schäfer, Leiter Wirtschaftsredaktion, Süddeutsche Zeitung; Dieter Schnaas, Chefreporter, WirtschaftsWoche.

Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie hier.


Nach „Extra 3“-Affäre: Was darf Satire?

06.04.2016

„Erdowie, Erdowo, Erdogan“ lautet der Titel eines knapp zweiminütigen Videos, das vergangene Woche die Medienwelt in Aufruhr versetzte. In dem Spottlied über den türkischen Präsidenten Erdogan, das erstmals in der NDR-Satiresendung „Extra 3“ vom 17. März 2016 ausgestrahlt wurde, kritisieren die Verfasser Menschrechtsverletzungen und Angriffe auf die Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei. Dies sorgte für Unmut beim türkischen Präsidenten: Der deutsche Botschafter wurde einbestellt und nach Medienberichten dazu aufgefordert, das besagte Video löschen zu lassen. Journalistenverbände wie der DFJV haben dieses Verhalten zurecht als Zensurversuch und inakzeptablen Angriff auf die Pressefreiheit gebrandmarkt.

Doch bleibt die Frage: Was darf Satire eigentlich?
Vorweg: Satire darf nicht alles, wie es oft heißt. "Wenn es um Blasphemie, wenn es um Schmähung geht oder wenn es schlicht darum geht, jemanden herabzusetzen nur um des Herabsetzens wegen, dann ist eine Grenze erreicht", meint Gisela Vetter-Liebenow, Leiterin des Deutschen Museums für Karikatur und Zeichenkunst.

Pressekodex
Für Journalisten ist ein Blick in den Pressekodex des Deutschen Presserates hilfreich: Dort finden sich Richtlinien und Handlungsempfehlungen für die redaktionelle Arbeit. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle, in denen eine satirische Darstellung vom Presserat gerügt wurde. Dies betraf beispielsweise das Papst-Cover des Satiremagazins „Titanic“ im Jahr 2012. Laut Presserat wurde hier Ziffer 9 des Pressekodex verletzt, welche den Schutz der persönlichen Ehre vorschreibt. Auch religiöse Schmähungen sind zu unterlassen, wie Ziffer 10 des Pressekodex klar zum Ausdruck bringt: „Die Presse verzichtet darauf, religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.“

Presserechtliche Aspekte
Bei der Frage, was Satire darf, sind auch presserechtliche Aspekte zu beachten. Deutsche Gerichte neigen dazu, die Pressefreiheit hochzuhalten. Folglich wird die Veröffentlichung satirischer Beiträge nur selten eingeschränkt. Dies ist meist dann der Fall, wenn Persönlichkeitsrechte der dargestellten Personen verletzt werden. So hat zum Beispiel das Bundesverfassungsgericht in den 1980er-Jahren Karikaturen über den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß verboten, die diesen als kopulierendes Schwein darstellten. Der Medienanwalt Christian Schertz merkt hierzu in einem Gastbeitrag im „Tagesspiegel“ an: „Die Satire erfährt da ihre Grenze, wenn es bei einer Äußerung oder Zeichnung vorrangig um die persönliche Diffamierung des anderen geht und nicht mehr um eine, wenn auch polemische oder überspitzte Kritik, mithin dann, wenn die Menschenwürde betroffen ist, die bekanntermaßen unantastbar ist.“

Abschließend lässt sich also festhalten: Satire darf sehr viel, aber eben nicht alles.

Hinweis: Eine ausführliche und lesenswerte Auseinandersetzung mit der Frage „Was darf Satire?“ findet sich in diesem Beitrag auf der Webseite des Satiremagazins „Extra 3“. 


Schreibwettbewerb: Journalistische Trendthemen

21.03.2016

Das Deutsche Journalistenkolleg veranstaltet erstmals einen Schreibwettbewerb unter seinen Journalistenschülern. Der Wettbewerb „Journalistische Trendthemen“ findet in Zusammenarbeit mit dem Online-Magazin Fachjournalist statt. Gesucht werden Beiträge zur Zukunft des Journalismus mit einer Länge von max. 10.000 Zeichen (inkusive Leerzeichen). Eingereicht werden können Artikel zu drei Trendthemen. Die Texte der drei Sieger werden im Fachjournalist, dem Online-Magazin des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes, gegen Honorar veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 20. April 2016

Alle weiteren Informationen finden Sie hier.


Start-up „Perspective Daily“: Konstruktiver Journalismus im Fokus

02.03.2016

12.000 Mitglieder – das ist das ambitionierte Ziel der Crowdfunding-Kampagne von „Perspective Daily“. Sollte diese Marke bis zum 28. März erreicht werden, startet alsbald „das erste konstruktive, lösungsorientierte Online-Medium in Deutschland“, so die Selbstbeschreibung. Doch was steckt hinter dem Projekt?

Perspective Daily verfolgt den Ansatz der „Constructive News“. Ein gleichnamiges Buch hat der dänische Journalist Ulrik Haagerup im vergangenen Jahr veröffentlicht. Haagerup gilt als Vorreiter des konstruktiven Journalismus. Dieser kritisiert die negative Voreingenommenheit klassischer Medien bei der Nachrichtenauswahl. Sinnbildlich dafür steht die vermeintliche journalistische Grundregel „Only bad news are good news“. Der konstruktive Journalismus lehnt dies ab und plädiert stattdessen für eine lösungsorientierte Berichterstattung, die den Menschen Hoffnung gibt und Nutzen stiftet.

Perspective Daily im Kurzportät

Das in Münster angesiedelte Start-up Perspective Daily, gegründet von den Wissenschaftlern Maren Urner, Bernhard Eickenberg und Han Langeslag, will konstruktiven Journalismus auch hierzulande salonfähig machen. Die zentralen Themen des geplanten Portals sind von übergeordneter Relevanz: Klimawandel, Migration, Zukunft von Arbeit und Bildung – um nur einige zu nennen. Die bereits feststehenden Autoren von Perspective Daily kommen überwiegend aus der Wissenschaft, unter ihnen sind aber auch renommierte Journalisten wie Ute Scheub (Gründungsmitglied der „taz“) und der langjährige „Zeit“-Redakteur Fritz Vorholz. Versprochen wird den Mitgliedern mindestens ein Beitrag pro Tag, dafür müssen sie derzeit 42 Euro im Jahr bezahlen. Jedes Mitglied soll zudem einen Einfluss auf die Auswahl der Themen haben.

Wie stehen die Erfolgsaussichten?

Das große Vorbild heißt „De Correspondent“ aus den Niederlanden. Das Onlinemagazin sammelte durch Crowdfunding 1,7 Millionen Dollar ein und hat mittlerweile über 40.000 Abonnenten. Die Crowdfunding-Kampagne von Perspective Daily lief bisher jedoch schleppend, nach Abschluss der eigentlichen Finanzierungsphase am 21. Februar dieses Jahres waren die Initiatoren noch weit von ihrem Ziel entfernt, 12.000 Unterstützer zu gewinnen. Anfang März verzeichnet Perspective Daily nun aber bereits über 8.000 Mitglieder auf seiner Webseite. Daher erscheint es durchaus möglich, das Crowdfunding zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dazu beitragen könnte nicht zuletzt die starke Medienpräsenz der vergangenen Wochen. Auch an prominenten Unterstützern des Projekts mangelt es nicht: Testimonials sind u. a. der Wissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker, die Politikerin Gesine Schwan und der Journalist Hajo Schumacher. Man darf also gespannt sein, ob dem konstruktiven Journalismus auch in Deutschland der Durchbruch gelingt.

Hinweis: Ein aktuelles Interview mit den Machern von „Perspective Daily“ findet sich beim Fachdienst Meedia


Snapchat-Journalismus: Chancen und Risiken

05.02.2016

Keine Frage: Die Entwicklung von Snapchat ist eine Erfolgsgeschichte. Der im Jahr 2011 gegründete Instant-Messaging-Dienst verzeichnet mittlerweile bereits 200 Millionen Nutzer weltweit. Insbesondere bei Teenagern und jüngeren Erwachsenen erfreut sich die App großer Beliebtheit. Wenig überraschend also, dass seit einiger Zeit auch Medien und Journalisten damit experimentieren. Doch wie gut eignet sich Snapchat tatsächlich für journalistische Zwecke?

Welche Medien Snapchat bisher nutzen
Snapchat ist vor allem in den USA sehr populär: Medien wie vox.com, CNN oder MTV produzieren inzwischen eigene Inhalte für Snapchat. Ermöglicht wurde dies durch den sogenannten Discover-Channel, den es seit Anfang 2015 gibt. Darüber können Medien redaktionelle Inhalte wie Texte oder Videos auf Snapchat verbreiten. Der Zugang zum Discover-Channel ist allerdings begrenzt, nur eine beschränkte Anzahl von Medien darf sich bisher dort präsentieren. Eine Deutschland-Edition des Discover-Channels gibt es bisher noch nicht. Dennoch sind bereits einige deutsche Redaktionen bei Snapchat vertreten – unter anderem die Jungendportale Bento und Byou. Sie setzen in ihren Snapchat-Stories vor allem auf visuelle Elemente wie „Listicles“, Bilder und Videos. Auch einige deutsche Journalisten experimentieren mit Snapchat, unter ihnen der Blogger Richard Gutjahr oder die ZDF-Redakteurin Sonja Schünemann.

Chancen von Snapchat für Medien
Wie bereits erwähnt, können Medien über Snapchat gezielt ein junges Publikum ansprechen. Ähnlich wie bei den Instant Articles auf Facebook erreicht man somit einen Personenkreis, der sich vorwiegend über die sozialen – und nicht mehr die klassischen – Medien über das Weltgeschehen informiert. Wie etwa das Beispiel CNN zeigt, eignet sich Snapchat auch dafür, ernsthafte Themen aus Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft zu vermitteln. Die Möglichkeiten der journalistischen Nutzung auf Yellow-Press-Geschichten oder Jugendthemen zu reduzieren, wäre also falsch.

Was spricht gegen eine journalistische Nutzung?

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen zu Snapchat. Der t3n.de-Reaktionsleiter Florian Blaschke beispielsweise bemängelt in einem Blogbeitrag, dass die Snapchat-Stories maximal 24 Stunden abrufbar sind. Er warnt daher vor einem „Journalismus, der sich selbst zerstört“. Zudem stellt er infrage, ob Journalisten im Snapchat-Umfeld von Stars und Sternchen richtig aufgehoben sind und sich gegenüber dieser Konkurrenz behaupten können. Allgemeinere Bedenken gegenüber der App beziehen sich auf Sicherheitslücken, die in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen sorgten.

Fazit: Gegen Experimente spricht nichts

Auch wenn die Bedenken gegenüber einer journalistischen Nutzung von Snapchat ernst zu nehmen sind, spricht gegen Experimente mit der App erstmal relativ wenig. Es wäre schwer nachvollziehbar, wenn etablierte Medien auf eine Zielgruppe von mehreren Millionen Nutzern von vornherein verzichteten. Ob sich tatsächlich eine Art Snapchat-Journalismus etablieren wird, ist wiederum eine andere – noch nicht zu beantwortende – Frage.

Tipp: Wer sich näher mit Snapchat beschäftigen möchte, sollte das kostenlose E-Book „Snap me if you can“ lesen. Darin erläutert der Journalist Philipp Steuer, wie die App funktioniert und für welche Zwecke sie sich eignet. 


Rückblick: Das waren die großen Medientrends 2015

05.01.2016

Der Jahresanfang ist bekanntlich gut dafür geeignet, um innezuhalten und auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Welche Medientrends waren 2015 zu beobachten? Und: Werden sie auch im vor uns liegenden Jahr noch relevant sein?

Fakt ist: Der Medienwandel – und damit insbesondere die Digitalisierung – schreitet weiter voran. Insgesamt vier große Entwicklungen konnten dieses Jahr in der deutschen Medienlandschaft festgestellt werden:

1. Bedeutung der sozialen Netzwerke wächst weiter
Die sozialen Netzwerke spielen für den Journalismus eine immer größere Rolle – und das in zweifacher Hinsicht. Zum einen sind sie als Verbreitungskanal für viele Medien mittlerweile unverzichtbar. Vor allem die jüngere Zielgruppe der "Digital Natives" erreicht man vorwiegend über Facebook, Instagram und Co. Dies haben fast alle großen Verlage in Deutschland erkannt: Dem Instant-Articles-Programm von Facebook haben sich bereits 27 deutschsprachige Onlineportale – darunter bekannte Namen wie "Spiegel Online" oder die "Tagesschau" – angeschlossen. Auch die 2015 zuhauf gegründeten Jugendportale wie "bento" (Spiegel Online) oder "ze.tt" setzen bei der Verbreitung ihrer Inhalte vorwiegend auf die sozialen Medien.

Zum anderen werden die sozialen Netzwerke auch für die journalistische Recherche immer wichtiger. Viele Journalisten informieren sich heutzutage zuvorderst über die sozialen Medien – wie etwa diese Umfrage zeigt. Gerade die Themenrecherche via Twitter bietet Journalisten zahlreiche Vorzüge im Vergleich zur gewöhnlichen Onlinesuche. So bietet der Kurznachrichtendienst dem Nutzer z. B. ausgefeilte Suchfunktionen an, die nützlich sind, wenn man zu einem Thema in die Tiefe recherchieren möchte.

2. Echtzeitjournalismus via Livestreaming
Vielen Journalisten haben 2015 mit Livestreaming-Apps wie Meerkat oder Periscope experimentiert. Von den etablierten Medien nutzte insbesondere "Die Welt" Periscope intensiv, um zum Beispiel über die Griechenland-Krise oder die Proteste am Rande des G-7-Gipfels in Bayern zu berichten. Was man als Journalist beim Thema Livestreaming beachten sollte, verrät der Leiter der Videoredaktion von "WeltN24", Martin Heller, in seinem Webvideoblog.

Dass mobiles Livestreaming nicht einfach so von der Bildfläche verschwindet, dafür sprechen insbesondere die einfache Handhabung der entsprechenden Apps und die verstärkte Nachfrage der Medienkonsumenten nach Bewegtbildinhalten. Darauf hat inzwischen auch Facebook reagiert und bietet seit einigen Monaten mit "Facebook Live" eine eigene Livestreaming-App an. Entsprechend fällt auch die Einschätzung des Journalisten und Medienexperten Christian Jakubetz aus: "Das Thema Livestreaming wird uns bleiben, es wird sich in nächster Zeit zu einer Selbstverständlichkeit entwickeln."

3. Multimedia-Reportagen etablieren sich
2015 war auch das Jahr der aufwendigen Storytelling-Projekte. Eine gute Übersicht zum Thema liefert die Journalistin Sonja Kaute in ihrem Blog "Stift & Blog", dort stellt sie über 60 Best-Practice Beispiele für Multimedia-Reportagen vor.

Die große Fülle an gut gemachten Webreportagen ist auch darauf zurückzuführen, dass es immer mehr Tools gibt, mit denen Journalisten solche Stücke recht einfach erstellen können. Hierzu gehören zum Beispiel die Programme Exposure, Atavist und Pageflow. Aber auch das Storytelling-Tool Linius, das der Bayerische Rundfunk Anfang des Jahres zur freien Verfügung stellte.

Klar scheint: Spätestens seit diesem Jahr ist die Multimedia-Reportage als Erzählform im Onlinejournalismus fest etabliert.

4. Mobile Mediennutzung im Mittelpunkt
Dass die mobile Mediennutzung zunimmt, zeigen verschiedene Studien. Immer mehr Nutzer informieren sich unterwegs, in erster Linie via Smartphones, über das Nachrichtengeschehen. Dies haben auch die Verlage in Deutschland registriert: Sie passen ihr Angebot an die mobile Nutzung an.

Der Axel-Springer-Verlag etwa will im kommenden Frühjahr das Projekt "Upday" starten, eine News-App speziell für Samsung-Handys, die sich stark personalisieren lässt. Dass kein geringerer als der bisherige Chefredakteur der "Welt", Jan-Eric Peters, für das Zukunftsprojekt verantwortlich zeichnet, zeigt den hohen Stellenwert, den der Verlag der Sache beimisst. Ein weiteres Beispiel für eine hochwertig entwickelte Nachrichten-App ist "BR24" vom Bayerischen Rundfunk. Auch hier kann der Nutzer die Nachrichten nach eigenen Interessen personalisieren. Die beiden Beispiele zeigen, dass es heutzutage nicht mehr genügt, mobile Versionen der eigenen Webseite anzubieten. Dementsprechend sagt Medienexperte Jakubetz: "Man muss das Smartphone im Jahr 2016 in den Mittelpunkt aller strategischen Überlegungen stellen."

Mit Blick auf 2016 kann man festhalten: Die hier aufgezeigten Entwicklungen dürften auch in diesem Jahr relevanter denn je sein.


Neues Nachwuchsprojekt: Kolleg-Blog

16.12.2015

Als weiteres Praxisprojekt führt das Deutsche Journalistenkolleg zum 16. Dezember 2015 das Schüler- und Absolventenmagazin „Kolleg-Blog“ ein. Neben dem Fachjournalist-Podcast-Projekt, das die Journalistenschule gemeinsam mit dem Deutschen Fachjournalisten-Verband (DFJV) unterstützt, bietet das schuleigene Blog für die Journalistenschüler eine weitere Möglichkeit eigene Beiträge zu veröffentlichen.

Neben ausgewählten Abschlussarbeiten der Absolventen werden dort zukünftig Beispiele von Arbeitsaufträgen aus den Praxiswerkstätten publiziert. Die Themenvielfalt wird sich inhaltlich über alle Kurseinheiten, Ressorts und Mediengattungen des Lehrangebotes des Deutschen Journalistenkollegs erstrecken. Die Crossmedia-Werkstatt bietet darüber hinaus eine Möglichkeit die Themen und Inhalte einzelner Beiträge multimedial weiterzudrehen. Auf diese Weise wird die Ausbildung des Journalistenkollegs lesbar, sichtbar und hörbar.

Die Nachwuchsprojekte bieten den Journalistenschülern des Deutschen Journalistenkollegs eine Möglichkeit ihr im Lehrgang erworbenes Wissen anzuwenden, zu vertiefen und so ihre praktischen journalistischen Fertigkeiten zu festigen. Darüber hinaus haben Sie so schon während der Ausbildung Gelegenheit eigene Beiträge zu publizieren. Das Projektangebot wird stetig weiterentwickelt.


Virtual-Reality-Journalismus: mehr als nur ein Trend

11.11.2015

Für die Abonnenten der "New York Times" war am Wochenende Bastelstunde angesagt: Über eine Million treue Leser erhielten sogenannte Google Cardboards, ein vorgestanztes Stück Pappe, das richtig gefaltet und in Kombination mit einem Smartphone eine einfache, aber zweckmäßige Virtual-Reality-Brille ergibt. Mit der entsprechenden App konnten die Leser der Tageszeitung anschließend eine aufwendig produzierte Reportage über das Schicksal dreier Flüchtlingskinder aus Syrien, der Ukraine und dem Südsudan erleben.

"Erleben" ist das entscheidende Wort beim Thema "Virtual Reality", das im Journalismus zurzeit en vogue ist. Denn bei Virtual-Reality-Reportagen soll der Mediennutzer das Gefühl haben, vor Ort zu sein. Damit verliert er quasi die Rolle des passiven Zuschauers, er ist plötzlich mittendrin in der Geschichte. Die "New York Times" verspricht schon mal eine "neue Form des Storytellings".
Ist Virtual Reality also mehr als nur ein flüchtiger Journalismus-Trend?

Das Interesse daran, Virtual Reality auch für journalistische Erzählformen zu nutzen, ist in den vergangenen Monaten auf jeden Fall erkennbar gestiegen. So fand im September dieses Jahres in Berlin die erste Virtual-Reality-Konferenz für Journalismus statt. Unter dem Titel "Beyond Games" diskutierten Technikjournalisten, Filmemacher und Gamedesigner die neuesten Entwicklungen in dem Bereich. Wie der Name der Veranstaltung impliziert, ist Virtual Reality in der Computerspiele-Welt bereits angekommen – und auch für den Journalismus scheint das Potenzial groß.
Im Kontext von "Immersive Journalism" betonen Anhänger der neuen Technik vor allem die Möglichkeit, mithilfe von Virtual Reality komplexe Nachrichteninhalte erleb- und begreifbar zu machen. Wie darüber hinaus die Medienwissenschaftlerin Linda Rath-Wiggins anführt, stimuliere Virtual Reality durch das Gefühl vor Ort zu sein auch die Empathie des Zuschauers, dies könne bei ihm den Willen zu handeln auslösen. 

Bei aller Euphorie um die virtuelle Realität gibt es natürlich auch mahnende Stimmen: Neben der Gefahr, dass Informationen verzerrt und Emotionen manipuliert werden, sieht die Medienethikerin Petra Grimm das Risiko, dass Mediennutzer irgendwann nicht mehr zwischen "echter Welt" und simulierter Realität unterscheiden können. Auch wenn diese Bedenken ernst zu nehmen sind, überwiegen in der Medienbranche doch die Stimmen, die Virtual Reality als große Chance für den Journalismus betrachten. Mit dieser Form des Storytellings, so die Hoffnung, könnte es gelingen, wieder mehr – insbesondere junge – Menschen für journalistische Inhalte zu begeistern. Noch steckt Virtual Reality in den Kinderschuhen und ist nur ein journalistisches Nischenphänomen, doch angesichts der Bemühungen der "New York Times" und großer Technologiekonzerne wie Google könnten Virtual-Reality-Brillen schon bald weitere Verbreitung finden.

Tipp: Einen guten Einblick in den Virtual-Reality-Journalismus liefert diese Videoreihe des NDR-Reporters Florian Müller.


Deutsches Journalistenkolleg erhält Auszeichnung „EFQM Committed to Excellence – 2 Stars“

30.09.2015

Nach einem zweitägigen Assessment in Berlin verlieh die Inititative Ludwig-Erhard-Preis e. V. (ILEP) – der nationale Partner der European Foundation for Quality Management (EFQM) – dem Deutschen Journalistenkolleg die EFQM-Auszeichnung Committed to Excellence 2 Stars und damit direkt die zweite Anerkennungsstufe des Zertifikats.

Das EFQM Excellence-Modell ist ein international gültiges Qualitätsmanagement-Modell zur nachhaltigen und sozial verantwortlichen Unternehmensführung. Die Basis dieses Excellence-Ansatzes bilden die Europäischen Werte, die erstmals in der „European Convention of Human Rights“ (1953) und in der „European Social Charter (überarbeitet in 1996) festgehalten wurden. Im Vergleich zu den DIN EN ISO-Normen stellt der Excellence Ansatz verstärkt die Mitarbeiter- und Kundenorientierung in den Fokus der Unternehmensführung. Bei der Bewertung der Umsetzung des EFQM-Modells wird überprüft wie effizient die Organisation bei der Entwicklung und Einhaltung ihrer Strategie die Anforderungen und Erwartungen ihrer Interessensgruppen erfüllt oder sogar übertrifft.

Die beiden Assessoren der ILEP stellten in ihrem Bericht besonders positiv die von der Geschäftsführung ausformulierten Unternehmenswerte, als Grundpfeiler der unternehmenseigenen Vision und Mission heraus, welche nach Innen und nach Außen konsequent kommuniziert werden. Weiter heißt es im Gutachten: „So gelang es eine positive Unternehmenskultur mit Fokus auf die stetige Weiterentwicklung aufzubauen. Darüber hinaus schärft die Geschäftsführerin den Blick für eine hochqualitative Ausbildung für die Teilnehmer. Innerhalb der Journalistenschule findet ein reger Austausch zwischen den beteiligten Gruppen, wie Interessenten, Teilnehmern und Dozenten, mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung der Organisation statt. Die geringe Anzahl an Beschwerden und die positiven Teilnehmerrückmeldungen sind ein Indiz für einen stabilen Leistungserbringungsprozess und eine individuelle und persönliche Teilnehmerbetreuung, die mit einem hohen Qualitätsanspruch umgesetzt werden.“

Das Deutsche Journalistenkolleg installierte bereits vor Aufnahme des Lehrgangsbetriebes die internationale Bildungsnorm DIN ISO 29990:2010 um sich und ihre Lerndienstleistung regelmäßig von unabhängiger Seite evaluieren zu lassen. Diese freiwillige Verpflichtung zur externen Überwachung dient dem kontinuierlichen Aufzeigen von Stärken und Verbesserungspotentialen. „Nach dem Erhalt der Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg im letzten Jahr sind wir stolz darauf, dass wir die aufgezeigten Potentiale unserer Journalistenschule erneut zur Verbesserung nutzen konnten,“ so Nina Zickuhr, Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenkollegs.


Constructive News: Positive Nachrichten erwünscht!

29.09.2015

Fast die Hälfte der Bundesbürger findet Fernsehnachrichten zu negativ. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von "RTL Aktuell", die Mitte September veröffentlicht wurde. Demnach halten 45 Prozent der Befragten TV-Nachrichten für "zu problembeladen", 35 Prozent gaben an, die Fernsehnachrichten machten ihnen häufig Angst. Und immerhin noch 33 Prozent erklärten, von Nachrichtenkonsum regelmäßig schlechte Laune zu bekommen. Gleichzeitig äußerten die Befragten den Wunsch nach mehr positiven Meldungen: Etwa ein Drittel würde demzufolge häufiger Nachrichtensendungen verfolgen, wenn diese mehr positive Beiträge im Programm hätten. 80 Prozent wünschten sich, dass Nachrichten nicht nur Probleme schildern, sondern auch mögliche Lösungsansätze aufzeigen oder über solche berichten.

Genau hier setzt der seit einiger Zeit diskutierte Ansatz der sogenannten "Constructive News" an. Das Konzept geht auf den dänischen Journalisten Ulrik Haagerup zurück, der vor Kurzem ein gleichnamiges Buch verfasst hat. Haagerup, Chefredakteur des Dänischen Rundfunks, ist der Ansicht, dass die derzeitige Nachrichtenberichterstattung nicht der Wirklichkeit entspricht. Er kritisiert die Anhäufung von "Bad News" und plädiert stattdessen für eine konstruktive Berichterstattung, die den Menschen Hoffnung gibt oder gar Nutzen stiftet. Unvermeidlich bei diesem Konzept ist, dass der Journalist Stellung bezieht. Dies hat wiederum Kritik hervorgerufen: Denn die Maxime von Hanns Joachim Friedrichs, sich als Journalist mit keiner Sache gemein zu machen, auch nicht mit einer guten, gilt vielen nach wie vor als heilig.

Nichtsdestotrotz erfreut sich der Constructive-News-Ansatz in der deutschen Medienlandschaft zunehmender Beliebtheit. So gibt es bei der "Zeit" seit über zwei Jahren die Serie "Vorsicht, gute Nachrichten!", in der ein positiver, konstruktiver Ansatz in der Berichterstattung im Vordergrund steht. Bei der "Huffington Post" wiederum existiert eine eigene Kategorie namens "Good", die Menschen nach eigenen Angaben zu "Nachahmungs-Problemlösungen" inspirieren will. Die "taz" bringt in regelmäßigen Abständen Sonderausgaben heraus, die "Good News" präsentieren. Und "Spiegel-Online"-Chefredakteur Florian Harms hat unlängst angekündigt, dass seine Redaktion den Ansatz der "Constructive News" künftig intensiver verfolgen möchte.

Was bedeutet das nun für die Zukunft der Nachrichten? Objektive Berichterstattung wird weiterhin an erster Stelle stehen. Dennoch hat der Ansatz der "Constructive News" gute Chancen, weite Verbreitung zu finden. Entspricht er doch, wie die eingangs erwähnte Umfrage zeigt, dem Wunsch vieler Bürger nach einem positiveren und lösungsorientierten Journalismus. Und auch den Medien selbst bietet er eine Chance: Darüber nachzudenken, ob die vermeintliche journalistische Grundregel "Only bad news are good news" stets im Sinne der Medienkonsumenten ist. 


n-ost – Das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung vergibt 4 Praktikumsplätze

04.09.2015

Das „Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung", kurz n-ost, beliefert täglich Zeitungs-, Zeitschriften- und Radio-Redaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Hintergrundberichten, Analysen, Fotos und Radiobeiträgen aus, von und über Osteuropa. Das europaweit aufgestellte Korrespondentennetz von n-ost setzt sich für eine starke Auslandsberichterstattung und gegen wirtschaftliche, gesellschaftliche oder politische Einschränkungen journalistischer Arbeit ein.


Im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung (bpd) betreibt das internationale Journalisten- und Mediennetzwerk n-ost seit Mai 2008 das dreisprachige Online-Debattenportal eurotopics.net. Das Portal soll einen Beitrag zu einer europäischen Öffentlichkeit leisten und spiegelt die europäische Vielfalt der Meinungen und Stimmungen wider. 2009 war eurotopics.net in der Kategorie Information für den Grimme Online Award nominiert. N-ost unterhält in diesem Zusammenhang auch ein Korrespondentennetz in allen westeuropäischen Ländern.


Für die Berliner Geschäftsstelle sucht n-ost für das Jahr 2016 insgesamt 4 Praktikanten für die Redaktionsassistenz der ostpol-Redaktion und der euro | topics-Redaktion. Neben der Unterstützung bei der Planung und Redaktion von Artikel warten weitere spannende Aufgaben im Bereich Presseschau, Social-Media und Projektassistenz - ein Einblick in ein spanndes, journalistisch-medienpolitisches Arbeitsumfeld.


Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.


Neues Projekt "Coda": Nachhaltiger Qualitätsjournalismus im Netz

02.09.2015

Im Herbst dieses Jahres startet ein bemerkenswertes journalistisches Projekt: Die Onlineplattform Coda will über Krisen verschiedener Art – wie etwa Kriege oder Umweltkatastrophen – mindestens ein Jahr lang berichten. So soll tiefgründiger und qualitativ hochwertiger Journalismus entstehen, der sich vom schnelllebigen Nachrichtenstrom und der damit einhergehenden Boulevardisierung vieler Onlinemedien unterscheidet.


In einem Interview mit dem Debattenforum Vocer spricht die Mitgründerin von Coda, die georgische Journalistin Natalia Antelava, über die  Ziele der englischsprachigen Plattform. Sie veranschaulicht diese an einem Thema, das der Prototyp von Coda ab Herbst behandeln wird: die Probleme der LGBT-Szene (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender) in Russland. 
Normalerweise, so Antelava, berichteten die Mainstreammedien über die russische Anti-Schwulen-Propaganda anlässlich bestimmter Ereignisse wie beispielsweise der Olympischen Spiele in Sotschi. Allerdings seien die meisten Medienberichte dann "sehr Nachrichten-getrieben" und schafften es nicht, "die historischen, ökonomischen und politischen Kräfte einzufangen, die die wachsende Homophobie in Russland erklären". Und, so Antelava weiter: "Dabei werden oft auch nicht die täglichen Erlebnisse von schwulen und lesbischen Menschen betrachtet." Hier will Coda ansetzen – und zwar mit einer hintergründigen und dauerhaften Berichterstattung.


Das Beispiel Coda zeigt, dass Qualitätsjournalismus seinen Platz auch im Netz findet. Andere journalistische Projekte wie etwa das Recherchebüro Correctiv oder das Onlinemagazin Krautreporter sind ebenfalls Anzeichen dafür, dass gut recherchierte Geschichten auch online gefragt sind. Demgegenüber steht jedoch eine immer schnellere Verbreitung von Nachrichten im Internetzeitalter, und bei manchen Medien eine zunehmende Boulevardisierungstendenz in der Berichterstattung. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Facebook, Twitter und Co. versuchen zudem viele Medien über Clickbaiting, die Reichweite der eigenen Webseite zu erhöhen. Verständlich, aber mitunter auf Kosten der Seriosität, wie etwa dieser Beitrag auf dem Blog Lousy Pennies zeigt. 


Projekte wie Coda, die auf eine tiefgründige Berichterstattung jenseits des Tagesaktuellen setzen, heben sich daher wohltuend von klickgetriebenen Nachrichtenseiten ab. Und, sie zeigen vor allem eines: Qualitätsjournalismus ist auch im hektischen World Wide Web möglich.


Deutsches Journalistenkolleg erhält erneut das QMS-Zertifikat

03.08.2015

Nach einem ausführlichen und erfolgreichen System-Audit bestätigt der Auditor Dr. Karsten Koitz von der DQS GmbH die erneute Erteilung des Zertifikats für das Regelwerk DIN ISO 29990:2010. Außerdem erfüllt das Journalistenkolleg weiterhin die Forderungen der Trägerzulassung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV).

Innerhalb dieses Audits wurden die Geschäftsplanung, deren Prozessorientierung und die Qualitätspolitik des Journalistenkollegs auf mehreren Ebenen begutachtet. Insgesamt wurde das Qualitätsmanagementsystem konsequent weiterentwickelt und dabei stark nach den Bedürfnissen seiner Teilnehmer und Interessenten ausgerichtet. „Für ein kleines Unternehmen weist das Journalistenkolleg ein vorbildliches Management auf, das seine interessierten Parteien gleichwertig in den Mittelpunkt stellt“, heißt es im Auditbericht. Die Bildungsprodukte, wie die Studienbriefe und der gesamte Lehrgang, werden entsprechend der Marktanforderungen und der eigenen hohen Zielstellungen sehr gut gestaltet und umgesetzt. „Notwendige Kompetenzen und entsprechende Chancen und Möglichkeiten für die Kompetenzentwicklung werden als kontinuierliche Prozesse verstanden und gelebt. Das interne Personal (die Geschäftsführung und die Mitarbeiterin im Teilnehmerservice) ist kompetent, hochmotiviert und sehr engagiert. Positiv zu beurteilen sind auch die vertraglich gebundenen Autoren und Dozenten“, so Dr. Koitz im Abschlussgespräch.

Die DQS GmbH bescheinigt dem Deutschen Journalistenkolleg in ihrem Prüfbericht ein systematisches und authentisches Qualitätsmanagement und eine sehr hohe Qualitätslage: „Die anspruchsvollen Qualitäts- und Unternehmensziele wurden erfüllt und spiegeln sich in der Lernzielerreichung und den Erfolgsquoten wider. Die Teilnehmerzufriedenheit ist sehr hoch. Hinweise werden zugleich systematisch und unter Berücksichtigung der Teilnehmerperspektive behandelt.  Insgesamt hat das Journalistenkolleg eine sehr hohe Innovationsquote.“

„Wir sind sehr stolz auf die Erneuerung des QMS-Zertifikats und das so positive Gesamturteil unserer Arbeit“, freut sich Nina Zickuhr, Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenkollegs. „Es bestätigt unseren hohen Anspruch an unseren Service und die inhaltliche Qualität unseres Lehrgangs. Die im Audit aufgezeigten Chancen nutzen wir für die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Journalistenschule.“

Näheres zur Managementnorm DIN ISO 29990:2010 finden Sie hier.


Social Media – eine ergiebige Recherchequelle für Journalisten

29.07.2015

Viele Journalisten informieren sich heutzutage zuvorderst über die sozialen Medien. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage von Ogilvy Public Relations, bei der 115 Journalisten unter anderem nach ihrer Mediennutzung und der Meinungsmacht der verschiedenen Kanäle befragt wurden. 35 Prozent der Redakteure und Reporter gaben dabei an, dass sie bevorzugt die sozialen Medien nutzen, um das Nachrichtengeschehen zu verfolgen. An zweiter Stelle steht die Tageszeitung (33 Prozent), gefolgt von Nachrichtenagenturen (12 Prozent), TV und Radio (11 Prozent) und Blogs (5 Prozent).

Die zunehmende Beliebtheit von Social Media als Informationsquelle für Journalisten ist wenig überraschend – denn nie zuvor war es einfacher, sich auf dem Laufenden zu halten als im Zeitalter von Facebook, Twitter und Co. Gerade die Themenrecherche via Twitter bietet Journalisten zahlreiche Vorzüge im Vergleich zur gewöhnlichen Onlinesuche. Einen guten Überblick, wie der Kurznachrichtendienst für journalistische Zwecke verwendet werden kann, liefert der Beitrag "Personalisierte Nachrichtenagentur in Echtzeit: Twitter für die Recherche nutzen" des freien Medienjournalisten Bernd Oswald, der im Onlinemagazin "Fachjournalist" erschienen ist. Darin zeigt der Autor, dass Twitter für das Entdecken von News, Trends und neuen Tools besonders ergiebig sein kann. Der Grund: Twitter bietet dem Nutzer ausgefeilte Suchfunktionen an, die nützlich sind, wenn man zu einem Thema in die Tiefe recherchieren möchte. Unter https://twitter.com/search-home gibt es zwei sehr praktische Suchmöglichkeiten: die Suche mit Operatoren und die sogenannte "erweiterte Suchanfrage". Damit kann man beispielsweise systematisch nach Tweets von bestimmten Accounts suchen und diese mit themenbezogenen Hashtags verbinden. Auch bei Facebook besteht seit 2013 die Möglichkeit, mithilfe von Hashtags nach spezifischen Themen zu suchen. Schnell und gezielt – die Vorteile der journalistischen Recherche via Social Media liegen auf der Hand.

Doch Vorsicht: Die sozialen Netzwerke haben als Rechercheinstrumente auch ihre Tücken. Das Stichwort heißt "Glaubwürdigkeit". In der bereits erwähnten Studie von Ogilvy Public Relations zeigt sich, dass die Journalisten den traditionellen Medien wie Tageszeitungen, Agenturen und Magazinen am meisten vertrauen. Das hat seinen Grund: Falsche Prominenten-Accounts, gefälschte Krisenpropaganda und manipulierte Bilder machen im Netz, und insbesondere in den sozialen Medien, immer wieder die Runde. Deshalb ist die journalistische Sorgfaltspflicht bei der Recherche in den sozialen Netzwerken wichtiger denn je, um nicht auf Fälschungen hereinzufallen. Wie man Falschmeldungen im Netz enttarnt, zeigt dieser Beitrag.


Fachjournalist-Podcast-Projekt startet mit zwei neuen Beiträgen in den Sommer

09.07.2015

In „Redaktionsblogs – eine Chance für Printmedien?“ erläutert unsere Absolventin Eva-Maria Hartmann, warum Blogs so beliebt sind und wie sie eine zukunftsorientierte Option für Printmedien sein können.

In einem Flugblatt kritisierte der Verband der deutschen Filmkritik den Zustand des Kinos und vor allem der Filmkritik. Unsere Journalistenschülerin Dobrila Kontic sprach mit den Youtube-Filmkritikern Robert Hofmann und Wolfgang M. Schmitt über ihre Einschätzung zur Lage der Filmkritik und über neue Wege publikumswirksamer Portale wie Youtube und Co.: „Videoportale – ein Weg aus der Krise der Filmkritik?

Der Fachjournalist-Podcast ist ein gemeinsames Nachwuchsprojekt des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) und des Deutschen Journalistenkollegs. Als Kommunikationskanal des DFJV macht der Fachjournalist-Podcast qualitativen Fachjournalismus und praxisrelevante journalistische Themen hörbar. Die Podcast-Redaktion soll den Journalistenschülern des Journalistenkollegs als Lehrredaktion dienen und so das Lehrangebot unserer Journalistenschule um einen praktischen Mehrwert ergänzen.


"News Lab": Google präsentiert Werkzeuge für die journalistische Arbeit

26.06.2015

Der Internetkonzern Google bemüht sich verstärkt um den Journalismus: Nach der Digital News Initiative, bei der auch die deutschen Medien "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Zeit" beteiligt sind, hat das Unternehmen nun am vergangenen Montag das sogenannte "News Lab" vorgestellt. Auf der Plattform, die sich explizit an Journalisten richtet, werden verschiedene Google-Tools und deren Nutzen für die Berichterstattung  präsentiert.

Mit der neuen Initiative will Google nach eigenen Angaben die Zukunft der Medien mitgestalten und den Qualitätsjournalismus unterstützen: "Man kann sich kaum eine wichtigere Informationsquelle auf dieser Welt vorstellen als den Qualitätsjournalismus", so News-Lab-Chef Steve Grove.

Im Mittelpunkt des News Labs stehen – bekannte und weniger bekannte – Google-Tools, die für die journalistische Arbeit relevant sein können. Die Werkzeuge werden in die Bereiche "Research", "Report", "Distribute" und "Optimize" eingeteilt. Am interessantesten dürften für Journalisten hierbei die diversen Recherchetools von Google sein. So zum Beispiel die "Reverse Image Search", mit der sich ermitteln lässt, wer ein bestimmtes Bild zuerst hochgeladen hat. Wer sich für Datenjournalismus interessiert, könnte am "Public Data Explorer" Gefallen finden:  dieser bietet die Möglichkeit, Datenvisualisierungen vorzunehmen. Ein Schwerpunkt liegt auf Werkzeugen, die das Storytelling unterstützen: So wird zum Beispiel der Dienst "Google My Maps" vorgestellt, womit benutzerdefinierte Karten  erstellt werden können. Darüber hinaus werden auf der Plattform Anwendungs- und Best-Practice-Beispiele aus Redaktionen wie der "New York Times" oder der "Washington Post" vorgestellt, die verdeutlichen sollen, wie etwa "Google Trends" für die journalistische Arbeit verwendet werden kann.

Das News Lab, das als globales Projekt konzipiert ist, startet zunächst mit Teams in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Diese sollen unter anderem Redaktionen im Umgang mit den neuen Google-Tools schulen und unterstützen.  


Neuer Kompetenzbereich verstärkt das Lehrangebot des Deutschen Journalistenkollegs

11.06.2015

Zum Kursstart am 01. August 2015 führt das Deutsche Journalistenkolleg mit insgesamt zehn Kurseinheiten den neuen Kompetenzbereich „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" ein. Mit dieser Erweiterung wird die Journalistenausbildung inhaltlich dem anhaltenden Trend gerecht, dass immer mehr Journalisten neben ihrem Kerngeschäft auch PR-Mandate übernehmen. „Aus verschieden Gründen zieht es immer häufiger Journalisten auf die andere Schreibtischseite und wieder zurück, daher haben wir uns bewusst gegen die Einführung eines eigenständigen PR-Lehrgangs entschieden", so Nina Zickuhr, Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenkollegs. „Durch unsere flexible Lehrgangsgestaltung haben unsere Journalistenschüler zukünftig die Möglichkeit, neben dem journalistischen Handwerk auch die Instrumente der PR zu erlernen."

Eine umfassende Einführung in das Tätigkeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit bieten die Kurseinheiten „Grundlagen der Presse- und Medienarbeit" von Kai Oppel, „Pressemitteilungen" von Dr. Annika Schach und „Pressekonferenzen" von Martina K. Schneiders. 2004 wechselte Kai Oppel mit seinem journalistischen Know-How selbst die Schreibtischseite, um  zukünftig als Pressereferent und Pressesprecher zu arbeiten. In seinem Lehrtext macht er den Leser verständlich mit den Wirkungsweisen und den Instrumenten der PR-Arbeit bekannt. Dr. Annika Schach, Verwaltungsprofessorin für Angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover, beschreibt in sechs Schritten den Weg zu einer erfolgreichen Pressemitteilung. Dabei geht es ihr auch um eine Hinführung zu einer erfolgreichen Pressearbeit von der Themenfindung bis zur Evaluation. Die Pressekonferenz ist eines der bekanntesten und ältesten Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit und wird gerade in jüngster Zeit immer wieder infrage gestellt – zu großer Arbeits- und Zeitdruck, zu geringer Erfolg im Verhältnis zum Aufwand, etc. Martina K. Schneiders erläutert entlang der wichtigsten Argumente, warum Pressekonferenzen häufig scheitern und wie ebendiese besser vorbereitet und durchgeführt werden können, damit sie zu einem Erfolg werden und langfristig Vertrauen zwischen dem Ausrichter und Medienvertretern schafft.

Spezielleren Einblick in die zielgruppenorientierte Kommunikation bieten die Studienbriefe „Kundenzeitschriften", „Mitarbeiterzeitschriften" und „PR-Kampagnen".  Annika Schach erläutert anhand gelungener Beispiele wie man ein Kundenmagazin oder eine Mitarbeiterzeitschrift zielgruppenorientiert konzipiert, damit sie zu einem erfolgreichen Teil im Portfolio der Unternehmenskommunikation wird. Für gute und erfolgreiche PR-Konzepte gibt es, wie so oft, kein allgemeingültiges Rezept. Wie man ein Kommunikationskonzept entwickelt und dieses mit kreativem Leben füllt, erläutert Beate Hoffmann im Studienbrief „PR-Kampagnen" und zeigt, wie man seine Kreativität spielen lässt und gleichzeitig auf seine journalistischen Kompetenzen zurückgreift.

Auf die besonderen Eigenschaften des Mediums bereiten die Einheiten „Online-PR" von Werner Bogula und „Social Media Relations" von Dr. Annika Schach vor und zeigen in unterschiedlichen Beispielen, welche Vorteile „online" für die Public Relations bietet und wie man sie nutzt. Da die neuen Medien nicht nur Vorteile bieten, sondern auch erhebliche Risiken bergen, leitet die Kurseinheit „Krisenkommunikation" von Arnd Joachim Garth Sie zu Kommunikationsstrategien in Ausnahmesituationen an: Welche Formen der Krisen gibt es? Statement oder Interview – die Instrumente der öffentlichen Auseinandersetzung und weitere Modelle, die sich in Krisen bewährt haben. Zur Steuerung und Evaluation der eigenen Unternehmenskommunikation empfiehlt sich der Studienbrief „Kommunikations-Controlling". Rainer Pollmann erläutert darin, wie man Ziele für PR-Kampagnen aus der Strategie der Organisation ableitet und deren Erfolg misst und analysiert.

Außerdem neu im Lehrangebot: Die Kurseinheit „Journalistische Ethik" von Prof. Dr. Bernhard Debatin von der  E.W.Scripps School of Journalism in Athens/Ohio. Hier lernen Sie allgemeine Ethik mit der angewandten Ethik des Journalismus zu verknüpfen und zur eigenen Handlungsorientierung zu verwenden. Die neue Praxiswerkstatt „Crossmediawerkstatt" bietet Ihnen zukünftig die Möglichkeit, Ihr Wissen aus der Kurseinheit „Crossmedia" zu vertiefen und eigene crossmediale Beiträge anzufertigen.

Die neuen Kurseinheiten sind Teil der 18-monatigen, verlagsunabhängigen Journalistenausbildung des Deutschen Journalistenkollegs. Das vollständige Lehrangebot finden Sie hier.


Next Media Accelerator: gezielte Förderung von Medien-Startups

13.05.2015

Seit dieser Woche ist die Medienwelt um ein spannendes Projekt reicher: Der sogenannte „Next Media Accelerator“, der von der dpa mit Unterstützung des Hamburger Senats initiiert wurde,will künftig „die Entwicklung junger Unternehmen mit Geschäftsideen in mediennahen Feldern intensiv begleiten und fördern“. Für das sechsmonatige Programm können sich Startups aus ganz Europa ab sofort bewerben.

Der Accelerator wird zweimal im Jahr jeweils fünf Startups über sechs Monate hinweg begleiten. Die Teams erhalten eine Investition von bis zu 50 000 Euro und ziehen für das halbe Jahr in die Büros des Accelerators im Hamburger Betahaus. Der Next Media Accelerator begleitet die ausgewählten Startups mit intensiven Trainings- und Beratungsangeboten und unterstützt sie auch bei der Organisation der Folgefinanzierung. Zu den Auswahlkriterien äußerte sich Dirk Herzbach, Chief Executive Officer (CEO) des Accelerators, wie folgt: „Neben dem mediennahen Fokus der Startups sind uns die Zusammensetzung der Teams, ein skalierbares Technologiekonzept und eine große Portion Unternehmergeist wichtig“.

Zum Führungsteam des Next Media Accelerators zählen zudem der Internet-Experte Nico Lumma, Meinolf Ellers (Geschäftsführer von dpa-infocom) und Jenni Schwanenberg. Die Journalistin Schwanenberg, die für das Deutsche Journalistenkolleg als Dozentin tätig ist und den Studienbrief "Technikjournalismus" mitverfasst hat, zeichnet sich dabei als Program Manger insbesondere für die organisatorischen Abläufe innerhalb des Accelerators verantwortlich.

Für den ersten Durchgang des Programms, der am 1. August dieses Jahres beginnt, können sich Interessierte noch bis zum 15. Juli auf www.nma.vc bewerben. Dort finden sich ausführliche Informationen zu den Teilnahmebedingungen, Auswahlkriterien und Förderungsleistungen.


Medien-Analyse: Kritik an Berichterstattung über Germanwings-Absturz

15.04.2015

Auch drei Wochen nach dem Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525 in Südfrankreich sind die Trauer und das Entsetzen groß. Ob die Medien in angemessener Form über die Katastrophe berichtet haben, wird derweil kontrovers diskutiert. So gingen beim Deutschen Presserat innerhalb von acht Tagen nach dem Absturz mehr als 400 Beschwerden über die Berichterstattung zu diesem Thema ein. Das "Munich Digital Institute" hat nun eine Medien-Analyse veröffentlicht, die zeigt, dass die Berichterstattung der großen Tages- und Wochenzeitungen – zumindest im sozialen Netzwerk Facebook – auffallend negativ bewertet wird.

Um die Reaktionen in den sozialen Medien zu messen, wurden exemplarisch die Facebook-Seiten von sechs großen deutschen Medien (SZ, FAZ, Bild, Spiegel Online, ZEIT Online und Die Welt) untersucht. Dazu wurden jeweils die Top-10-Beiträge – gemessen an den „Likes" – betrachtet und die darunter fallenden Kommentare bezüglich Tonalität, Grad der Sachlichkeit und dem Inhalt kategorisiert. Dabei kam heraus: Rund die Hälfte der in der Woche vom 24.03.-31.03.2015 veröffentlichten Kommentare enthält Kritik an der Berichterstattung. Die Kommentare bezogen sich am häufigsten auf das journalistische Niveau: Sogar vermeintliche Qualitätsmedien wie die FAZ oder die ZEIT wurden in diesem Zusammenhang als sitten- und pietätlos bezeichnet.

Für die Verfasser der Studie lässt dies folgenden Schluss zu: "Die Kritikpunkte der User sind zwar je nach Medium divers, insgesamt lässt sich jedoch ein Trend ablesen, dass die Leser allgemein Zweifel an der Zuverlässigkeit der Medien, an ihrer Glaubwürdigkeit und an ihrer Qualität zum Ausdruck bringen wollten."

Alle Ergebnisse der Untersuchung sind hier nachzulesen. Darüber hinaus hat das Munich Digital Institute Journalisten nach ihrer Sicht der Dinge befragt. Stefan Plöchinger (Chefredakteur von Süddeutsche.de), Lars Wallrodt (Welt) und Markus Hesselmann (Chefredakteur von Tagesspiegel.de) äußern sich dabei zur Berichterstattung der Medien nach dem Unglück.


+++ Aus aktuellem Anlass +++

30.03.2015

Liebe Journalistenschüler, liebe Absolventen, liebe Interessenten,

in den letzten Tagen seit der Flugzeugkatastrophe hat es eine umfangreiche Berichterstattung gegeben, die zu einer kontroversen Diskussion unter Medienmachern und –nutzern geführt hat. Als Journalistenschule fühlen wir uns verpflichtet, in diesem offenen Brief an Sie dazu unsere Position darzustellen.

Auch das Deutsche Journalistenkolleg bewertet die Umstände, die zum Tod von 150 Menschen geführt haben, nach dem aktuellen Kenntnisstand als fürchterliches und grausames Verbrechen und verurteilt dieses aufs Äußerste. Wir nehmen hiermit nicht zu der Katastrophe selbst, sondern ausschließlich zur Art und Weise von Teilen der Berichterstattung Stellung.

Aus dem Selbstverständnis von Journalismus, den Informations- und Wissensfluss innerhalb einer Gesellschaft sicher zu stellen, ergibt sich die Aufgabe, der Öffentlichkeit ein Verhältnis zur und eine Erfahrung von der gesellschaftlichen Realität zu vermitteln. Gerade in einer immer schneller und komplexer werdenden Welt hilft Journalismus Orientierung zu finden. Jeder Journalist ist sich daher bewusst, dass er zur öffentlichen Meinungsbildung beiträgt. Zur Wahrung publizistischer Grundsätze und um Journalisten eine Handlungsorientierung bei auftretenden Fragestellungen zu geben, gibt es die Selbstverpflichtung der Medien auf den Pressekodex sowie individualethische Kodizes wie beispielsweise den Ehrenkodex des DFJV.

Neben der Verpflichtung zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung und der Achtung der Menschenwürde (Ziffer 1), der daraus resultierenden Sorgfaltspflicht bei der Recherche (Ziffer 2) regelt der Pressekodex unter Ziffer 8 „Schutz der Persönlichkeit“ auch den Umgang mit identifizierenden Informationen, also personenbezogenen Erkenntnissen, innerhalb der Berichterstattung. Diesen ethischen Grundsatz sehen wir in Teilen der aktuellen Berichterstattung verletzt. „Bei einer identifizierenden Berichterstattung muss das Informationsinteresse der Öffentlichkeit die schutzwürdigen Interessen von Betroffenen überwiegen; bloße Sensationsinteressen rechtfertigen keine identifizierende Berichterstattung.“ Der aktuelle Kenntnisstand der Ermittlungen rechtfertigt die Einordnung des Sachverhaltes als „eine außergewöhnlich schwere oder in ihrer Art und Dimension besondere Straftat“, so dass ein erhöhtes öffentliches Interesse überwiegt. Dennoch sollte bei jedem identifizierenden Detail einzeln abgewogen werden, ob es dem Informationsinteresse dient oder lediglich dem Sensationsinteresse zuträglich ist. Die Veröffentlichung von mehrteiligen Bildstrecken trauernder Angehöriger am Flughafen Düsseldorf, über soziale Netzwerke gestellte Interviewanfragen an Freunde und Bekannte von Betroffenen oder rein spekulative Berichte ohne nachrichtlichen Wert, eingeleitet durch suggestive Headlines, sind in jedem Fall journalistisch unethisch. Diese und ähnliche Veröffentlichungen sind mit keinerlei Informationsgewinn verbunden, sondern nähren nur Sensationslust und streuen Salz in die Wunden der Trauernden.

Ein Bewusstsein für die hohe Verantwortung journalistischer Arbeit zu vermitteln, ist unsere vorrangige Aufgabe als Journalistenschule. Gerade bei der Katastrophenberichterstattung herrscht ein unmenschlicher Zeitdruck. Oft gibt es nur wenige gesicherte Erkenntnisse und die Öffentlichkeit fordert Information, zu späterer Zeit kommt der Informationsfluss auch völlig zum Erliegen. Die Gefahr und die Verlockung dann in den Bereich der Spekulationen abzudriften, weil man doch berichten muss, sind groß. Dennoch sollten sich Journalisten - im Sinne des Qualitätsjournalismus - der ethischen Grundsätze ihres  Berufes zu jeder Zeit bewusst sein. Wir appellieren daher, stets den Informationsgehalt gegenüber dem Sensationsgehalt sorgfältig abzuwägen – auch und gerade unter Zeitdruck.

Nina Zickuhr

Leitung Deutsches Journalistenkolleg


Gemeinnützigkeit von Journalismus: Debatte neu entfacht

05.03.2015

Anhörung im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Am vergangen Donnerstag fand im Ausschuss für Kultur und Medien des nordrhein-westfälischen Landtages eineöffentliche Anhörung zum Thema "Gemeinnützigkeit von Journalismus" statt.Vorausgegangen war ein Antrag der FDP-Fraktion mit dem Titel "Beitrag zu Vielfalt und Qualität im Journalismus leisten – Gemeinnützigkeit von Journalismus anerkennen". Die Debatte um den gesellschaftlichen Status von Journalismus ist damit neu entfacht.

Bisher ist Journalismus nicht als gemeinnützig anerkannt. Dies hat zur Folge, dass Spenden nicht von der Steuer abgesetzt werden können. In der Abgabenordnung, dem zentralen deutschen Steuergesetz, ist in § 52 geregelt, was von den Finanzämtern als gemeinnützig anerkannt werden kann: die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Religion, Sport, Tierzucht und vieles mehr. Der Journalismus taucht in § 52 bisher nicht auf – das wollen einige Vertreter aus Politik und Medien nun ändern. In NRW scheint der FDP-Antrag die Unterstützung der rot-grünen Landesregierung zu erhalten, dies berichtet der "Deutschlandfunk". Der nächste Schritt wäre dann eine Bundesratsinitiative, final entscheiden über eine Änderung der Abgabenordnung müsste schließlich das Bundesfinanzministerium.

Welche Argumente sprechen für die Gemeinnützigkeit von Journalismus? Eine vielfältige und qualitativ hochwertige Medienlandschaft ist für die Information der Bürger und den gesellschaftlichen Diskurs unverzichtbar. Diese demokratiefördernde Wirkung des Journalismus wird zum Beispiel von der FDP-Fraktion in NRW angeführt. Darüber hinaus betont etwa die Initiative "nonprofit-journalismus", die von der Journalistenvereinigung "Netzwerk Recherche" getragen wird, dass gemeinnützig arbeitende Journalisten unabhängiger und damit kritischer berichten könnten, weil sie unter anderem keine Rücksicht auf Anzeigenkunden nehmen müssten. Der investigative Journalismus würde dadurch gestärkt, so die Annahme.

Vorbild sind in dieser Hinsicht die USA: Dort sind in den vergangenen Jahren einige Recherchebüros (z. B. Pro Publica und Investigative Post) gegründet worden, die an investigativen Themen arbeiten – und durch Spenden finanziert werden. Möglich ist dies, weil in den Vereinigten Staaten journalistische Recherche von den Finanzbehörden als gemeinnützig anerkannt wird. Wie die Diskussion in Nordrhein-Westfalen zeigt, scheint es nun auch hierzulande immer mehr Befürworter der Gemeinnützigkeit für Journalismus zu geben.
 


BR stellt Storytelling-Tool Linius zur freien Verfügung

02.02.2015

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat Mitte Januar das Storytelling-Tool Linius zur freien Verfügung gestellt. War es bisher BR-Journalisten vorbehalten, so kann das Storytelling-Tool ab sofort jeder kostenlos nutzen. Linius ermöglicht Usern in Kombination mit Wordpress, Multimedia-Geschichten einfach – also ohne Programmierkenntnisse – umzusetzen. Die Idee zu Linius hatte der BR-Redakteur Volker Matthies, der im Interview mit BR-Volontär Linus Lüring Näheres zur Entstehungsgeschichte verrät.

Für wen ist Linius interessant?
Für Blogger oder freie Journalisten ist das Storytelling-Tool vor allem dann interessant, wenn sie bildstarke Geschichten erzählen wollen. Denn: In jedem Modul (Artikel, Audio, Bildergalerie, Video etc.) greift Linius auf vollflächige Bilder zurück. Darüber hinaus kann man mit dem Interaktiv-Modul z. B. auch Datenvisualisierungen integrieren, das Teilen einer Story in den sozialen Netzwerken ist ebenfalls möglich. Gelungene Anwendungsbeispiele für Linius sind etwa die Produktion über das Oktoberfest-Attentat 1980 oder die Fußball-WM im vergangenen Jahr in Brasilien.

Eigenes Blog als Experimentierwiese für Storytelling-Tools
Für angehende und erfahrene Journalisten, die ein eigenes Blog betreiben, kann Linius eine lohnenswerte Alternative zu anderen Storytelling-Tools wie Storify, Pageflow oder Dipity sein. Einen guten Überblick zu verschiedenen Storytelling-Tools und ihren Vor- und Nachteilen liefert der Beitrag von Marvin Oppong auf Torial. „Fünf Tools für neue Erzählformen im Onlinejournalismus" stellt Sonja Kaute im Onlinemagazin „Fachjournalist" vor.

Festzuhalten bleibt: Junge Journalisten sollten sich in der heutigen Medienwelt auf jeden Fall frühzeitig mit den Möglichkeiten des digitalen Erzählens vertraut machen. Das eigene Blog kann hier sehr gut als Experimentierwiese für Storytelling-Tools dienen. Innovative Erzählformen schaffen dabei einen Wiedererkennungswert, welcher für die persönliche Markenbildung unerlässlich ist. 


DFJV lehnt Vorratsdatenspeicherung weiterhin ab

16.01.2015

Nach den Terroranschlägen von Paris werden die Forderungen nach einer Rückkehr zur Vorratsdatenspeicherung erneut laut. Wie zu Beginn der laufenden Legislaturperiode kritisiert der Deutsche Fachjournalisten-Verband weiterhin die flächendeckende Speicherung von Daten ohne konkreten Verdacht.

Die Erklärung des Vorstands lesen Sie hier.


Jetzt Projekt einreichen: story:first – digital storytelling lab

16.12.2014

Neue Medien, Plattformen und Endgeräte verändern unser Mediennutzungsverhalten und wir erwarten, dass wir Texte, Bilder, Videos, Games und Musik jederzeit und an jedem Ort abrufen können. Die veränderte Medienlandschaft ermöglicht ihrem Publikum sich über Inhalte auszutauschen, sich mit ihren Themen, Figuren und Geschichten interaktiv auseinanderzusetzen und mit den Machern in Kontakt zu treten. Doch wie funktioniert das crossmediale Storytelling? Welche inhaltlichen, technischen und wirtschaftlichen Anforderungen stellt das digitale Zeitalter an seine Macher? Wie funktioniert medien- und plattformübergreifendes Erzählen? Und welche Geschäftsmodelle ergeben sich daraus?

Um Filmemacher, Erzähler, Game Designer und andere Kreative bei der Konzeption von interaktiven Medienangeboten zu unterstützen, haben der Bayerische Rundfunk, das First Movie Program des Bayerischen Filmzentrums und der gemeinnützige Verein Transmedia Bayern e.V. mit Unterstützung des FilmFernsehFonds Bayern das story:first – digital storytelling lab ins Leben gerufen.

In insgesamt fünf Lab-Tagen im Januar und Februar 2015 werden sechs ausgewählte Projekte betreut. Keynotes, Fallbeispiele, Workshops und individuelle Fachbetreuung (in deutscher Sprache) wechseln sich dabei ab. Vorträge von Experten vertiefen das Angebot mit Themen wie Konzeption, Nutzerorientierung und Nutzerengagement, Interaktion und Gameifizierung, Technologie, Social Media und auch die Gestaltung von Businessmodellen. Bei der Schlusspräsentation am Transmedia Day 2015 in München stellen die Teilnehmer ihre Projekte schließlich internationalen Transmedia-Spezialisten, Vertretern der Medienbranche und potentiellen Finanzierungspartnern vor.

Das story:first – digital storytelling lab richtet sich an Autoren, Film- und Fernsehproduzenten, Regisseure, Formatentwickler, Redakteure, Journalisten, Game-Designer, Musiker, Künstler, Designer, Programmierer, IT-Spezialisten, Community Manager und Vertreter der digitalen Wirtschaft. Hierbei werden Nachwuchstalente ausdrücklich zur Teilnahme ermutigt! Die Teilnahme ist kostenlos.

Das Lab findet vom 29. – 31. Januar 2015 und am 24. und 25. Februar 2015 in München statt. Wer sich für die Teilnahme bewerben möchte, kann sein Projekt bis 31.12.2014 einreichen. Eine Bewerbung ohne Projektvorstellung ist ebenfalls möglich.

Nähere Informationen wie Auswahlkriterien und die Bewerbungsformulare finden Sie hier.


Aktuelle Studie zeigt: Jugendliche vertrauen Tageszeitungen am meisten

11.12.2014

Tageszeitungen sind für die Gruppe der Zwölf- bis 19-Jährigen das glaubwürdigste Informationsmedium. Dies ist ein zentrales Ergebnis der JIM-Studie 2014 (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, für die 1.200 Jugendliche nach ihrem Medienverhalten befragt wurden.

Demnach geben 40 Prozent der Jugendlichen an, dass sie im Falle einer widersprüchlichen Berichterstattung am ehesten der Tageszeitung Glauben schenken würden. Etwa ein Viertel entscheidet sich für das Fernsehen, Radio ist für 17 Prozent am vertrauenswürdigsten, während der Internetberichterstattung mit 14 Prozent am wenigsten Vertrauen entgegengebracht wird. Überraschend sind diese Ergebnisse vor dem Hintergrund, dass die Tageszeitung von deutlich weniger Jugendlichen regelmäßig genutzt wird als die anderen Mediengattungen: Nur 32 Prozent lesen sie regelmäßig, Radio (73 Prozent), Fernsehen (83 Prozent) und Internet (94 Prozent) sind deutlich beliebter.

Die vertrauenswürdigsten Internetseiten sind in den Augen der Jugendlichen mit jeweils 16 Prozent Spiegel Online und Google. Auf Platz zwei rangiert Wikipedia mit 15 Prozent, danach folgen Facebook sowie verschiedene E-Mail-Provider mit jeweils elf Prozent. YouTube und die Online-Angebote von Süddeutscher Zeitung, FAZ und der ZEIT kommen auf acht Prozent.

In der JIM-Studie wird seit 2005 die Frage nach der Glaubwürdigkeit verschiedener Medien gestellt. Der Zeitverlauf offenbart: Tageszeitungen, Fernsehen und Internet haben relativ konstante Werte, nur das Radio verzeichnet einen deutlichen Vertrauenszuwachs um sieben Prozentpunkte (2005: zehn Prozent). Die Onlinemedien profitieren in puncto Glaubwürdigkeit also nicht von der fortschreitenden Digitalisierung des Alltags. 


Gemeinsames Nachwuchsprojekt mit dem Deutschen Fachjournalisten-Verband (DFJV)

28.11.2014

Der Fachjournalist-Podcast soll zuküftig den Journalistenschülern des Deutschen Journalistenkollegs als Lehrredaktion dienen und so das Lehrangebot unserer Journalistenschule um einen praktischen Mehrwert ergänzen.

Das gemeinsame Nachwuchsprojekt des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV)  und des Deutschen Journalistenkollegs macht qualitativen Fachjournalismus und praxisrelevante journalistische Themen hörbar. Die Podcast-Redaktion besteht aus Stammmitgliedern und Gastautoren. Zusammen erarbeiten sie Ideen und Themen für Podcast-Episoden, festigen ihr erworbenes journalistisches Handwerkszeug und sammeln wichtige Erfahrungen im Redaktionsalltag. 

Der Fachjournalist-Podcast gibt Journalistenschülern so die Möglichkeit, sich ihrem Interessensschwerpunkt entsprechend einem fachjournalistischen Thema intensiver zu widmen oder spezifische Fragestellungen und interessante Aspekte der Thematik aus den Beiträgen des Online-Magazins Fachjournalist zu vertiefen. Dies kann in Form von Interviews, Berichten, Kritiken o. ä. erfolgen. Einzige Voraussetzung für die Beiträge ist der fachjournalistische Bezug, der den DFJV-Mitgliedern und den Abonnenten des Podcasts hilfreiche Praxistipps liefert. 

Als Teilnehmer des Deutschen Journalistenkollegs haben Sie noch bis 15.12.2014 die Möglichkeit sich als Mitglied der Stammredaktion zu bewerben! Darüber hinaus können Sie auch als Gastautor Themenvorschläge machen oder einen Ihrer Beiträge aus den Praxiswerkstätten als Podcast-Episode aufbereiten. 


#JMT14 – Das Deutsche Journalistenkolleg ist Unterstützer der Jugendmedientage 2014

06.11.2014

„Eine Metropole, vier Tage, 500 junge Medienmacher“ – so lässt sich Deutschlands größter Kongress für Nachwuchsjournalisten zusammenfassen. Die Jugendmedientage bieten vom 06. – 09. November  jungen Medienmachern einen Ort zum Austausch mit langjährigen Journalisten, der kritischen Reflexion über Medien, der Information zur Ausbildung und der Vernetzung. Das Deutsche Journalistenkolleg ist 2014 Unterstützer des jährlich stattfindenden Nachwuchskongresses.

Dieses Jahr findet die Veranstaltung der Jugendpresse Deutschland unter dem Titel „ZwischenWelten“ in Frankfurt am Main statt. Lokaljournalismus berichtet über die Ereignisse vor der Haustür, über das Leben in Städten, Vierteln und auf der Straße. Doch unsere unmittelbare Nähe wird auch von fernen Faktoren beeinflusst und globale Ereignisse wirken sich auf unsere Nachbarschaft aus. Heute leben wir interkulturell, der Bürger ist heute auch ein Weltbürger und Veränderungen in der Welt verändern auch unser Leben vor Ort. Die Jugendmedientage 2014 werfen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Medienbranche und fokussieren dabei auch Phänomene jenseits der Ländergrenzen: „Hyperlokalität trifft auf globales Denken“.

Wie funktioniert crossmediales Storytelling? Wie gelingt mir die perfekte Überschrift? Oder bietet mir mein Blog einen idealen Einstieg in den Journalismus? In verschiedenen Workshops erhalten die Teilnehmer kompakte Einblicke in die Medienwelt oder finden professionelle Unterstützung bei der Gestaltung ihres eigenen Medienprodukts.

Bei den Medientouren öffnen namhafte Redaktionen, Agenturen und Studios ihre Türen für den journalistischen Nachwuchs. Bei einem Besuch der Frankfurter Neuen Presse können Teilnehmer den Machern der größten Frankfurter Regionalzeitung über die Schulter sehen und mit Chefredakteur Rainer M. Gefeller die Frage diskutieren, wie der Lokaljournalismus im medialen Wandel seinem Leser wieder näher kommen kann. Einen Einblick in die tägliche Arbeit des regionalen Fernsehens und Radios bieten der Hessische Rundfunk und YOU FM. Bei der dpa erleben die Nachjournalisten die blitzschnelle Arbeit einer Nachrichtenagentur live.

Die Erzählcafés und Podiumsdiskussionen verbinden Nachwuchs und Profis über einen regen Austausch und die Leidenschaft fürs Medienmachen. Gelegenheit zum Netzwerken, Austauschen und Kennenlernen bieten eine Mediennacht und die große JMT-Party.

Veranstalter ist die Jugendpresse Deutschland, die als Bundesverband die landesweiten Jugendpresse-Verbände zusammenschließt. Die Jugendpresse bildet für mehr als 15.000 junge Medieninteressierte eine Plattform für selbstbestimmtes Engagement und unterstützt sie durch Seminare, Workshops und Events auf dem Weg zum Traumberuf „Journalist/in“.  


Nachwuchsjournalisten treffen Zeitzeugen – Internationale Begegnung 2015 in Auschwitz und Dachau

31.10.2014

Am 27. Januar 2015 jähren sich die Befreiung des KZ Auschwitz und die anderer Konzentrationslager zum 70. Mal und damit auch der 70. Jahrestag des Kriegsendes.  Um die Erinnerung an die Verbrechen des NS-Regimes wachzuhalten und daraus für die Zukunft zu lernen, sind die Berichte von Zeitzeugen von unschätzbarem Wert. Doch in naher Zukunft werden solche Begegnungen mit den Überlebenden des Zweiten Weltkrieges nicht mehr möglich sein. Umso wichtiger ist es heute, diese Zeugnisse vor dem Vergessen zu bewahren, damit nachfolgende Generationen aus dem Wissen um unsere Geschichte lernen können.

Aus diesem Anlass veranstaltet das Maximilian-Kolbe-Werk die Internationale Begegnung "70 Jahre nach Auschwitz" mit Zeitzeugen des nationalsozialistischen Regimes.  Nachwuchsjournalisten treffen sich in den KZ-Gedenkstätten Auschwitz und Dachau mit Überlebenden, führen intensive Gespräche und besuchen gemeinsam die authentischen Orte nationalsozialistischer Verbrechen. Das zweiteilige Projekt wird vom 22. bis 28. Januar 2015 in O?wi?cim/Auschwitz und vom 30. April bis 3. Mai 2015 in Dachau stattfinden.

Die Teilnehmer zeichnen unter Einsatz verschiedener Medientechniken und Web-2.0-Anwendungen die Lebenserinnerungen der ehemaligen Häftlinge und deren besonderes Vermächtnis auf. Sie erarbeiten mit Hilfe konventioneller und Neuer Medien Audio-, Video- und Textbeiträge und gehen der Frage nach, welche Formen des zeitgemäßen Erinnerns und Gedenkens möglich sind und wie eine mediale Vermittlung von Geschichte aussehen kann.

Das Maximilian-Kolbe-Werk lädt junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die bereits als Journalistinnen und Journalisten arbeiten oder sich dafür im Studium bzw. in der Ausbildung befinden, aus Deutschland, Polen und anderen Ländern Mittelosteuropas ein, sich um einen Platz zu bewerben. Bewerbungsschluss ist der 30. November 2014.

Weitere Informationen zum Projekt und das Bewerbungsformular finden Sie hier.


n-ost – Das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung vergibt 2 Praktikumsplätze

15.10.2014

Der Berliner Verein „Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung", kurz n-ost, beliefert täglich Zeitungs-, Zeitschriften- und Radio-Redaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Hintergrundberichten, Analysen, Fotos und Radiobeiträgen aus, von und über Osteuropa. Das europaweit aufgestellte Korrespondentennetz von n-ost setzt sich für eine starke Auslandsberichterstattung und gegen wirtschaftliche, gesellschaftliche oder politische Einschränkungen journalistischer Arbeit ein.

Im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung (bpd) betreibt das internationale Journalisten- und Mediennetzwerk n-ost seit Mai 2008 das dreisprachige Online-Debattenportal eurotopics.net. Das Portal soll einen Beitrag zu einer europäischen Öffentlichkeit leisten und spiegelt die europäische Vielfalt der Meinungen und Stimmungen wider. 2009 war eurotopics.net in der Kategorie Information für den Grimme Online Award nominiert. N-ost unterhält in diesem Zusammenhang auch ein Korrespondentennetz in allen westeuropäischen Ländern.

Für Berlin-Kreuzberg sucht n-ost für das Jahr 2015 zwei Praktikanten im redaktionellen Bereich. Neben der Unterstützung bei der Planung und Redaktion von Artikel warten weitere spannende Aufgaben im Bereich Presseschau, Social-Media und Projektassistenz.

Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.


Deutsches Journalistenkolleg mit der Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg ausgezeichnet

01.10.2014

Das Deutsche Journalistenkolleg wurde gestern in Frankfurt/Oder als eines von drei Unternehmen mit der Qualitätsauszeichnung „Qualität und guter Service aus der Hauptstadtregion“  ausgezeichnet. Die Verleihung der Urkunde fand in der IHK Ostbrandenburg statt.

Mit der Bewerbung um die Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg stellte sich das Deutsche Journalistenkolleg einer zusätzlichen Begutachtung durch die Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg (QI-BB). Innerhalb dieses auf dem EFQM-Modell basierenden Verfahrens erhielt die Journalistenschule wertvolles Feedback zu ihren Stärken und Potentialen in der Unternehmenssteuerung.

Das Deutsche Journalistenkolleg erhielt nach erfolgreicher Beurteilung die Auszeichnung mit dem höchsten Prädikat „Exzellentes Unternehmen“. Besonders gewürdigt werden die Qualitätsmerkmale der individuellen Teilnehmerorientierung durch eine bedarfsgerechte Zusammenstellung der Lerninhalte und eine flexible Kursgestaltung. Die Journalistenausbildung des Journalistenkollegs gewährleistet ein qualitativ hochwertiges und innovatives Lehrangebot, dessen Wahlmöglichkeiten wesentlich differenzierter sind als in vergleichbaren Einrichtungen, wie es in der Laudatio hieß. „Das hohen Niveau der Lehrmaterialien und fachlichen Betreuung wird durch eine gezielte Auswahl praxiserfahrener Spezialisten gesichert. Die Dozenten sind erfolgreiche Praktiker aus Rundfunk-, Print- und Onlinemedien sowie anerkannte Wissenschaftler aus den Bereichen Journalistik, Publizistik, Medien- und Kommunikationswissenschaften. Das Deutsche Journalistenkolleg ist ein exzellentes Unternehmen, das besonders durch das hohe Engagement seiner beiden Mitarbeiterinnen Qualität lebt.“ so Dr. Thomas Rau, Geschäftsführer des RKW Berlin.

Die Einführung von Qualitätsmanagementsystemen zur Sicherung und kontinuierlichen Verbesserung der Qualitätsfähigkeit findet immer breitere Anwendung im Mittelstand. Das Deutsche Journalistenkolleg installierte bereits vor Beginn des Lehrgangsbetriebes die internationale Bildungsnorm DIN ISO 29990:2010 um sich und seine Lerndienstleistung regelmäßig von unabhängiger Seite evaluieren zu lassen. Diese kontinuierliche Überwachung analysiert und bewertet die Lehrgangsdurchführung sowie die Betreuung der Lernenden. Hierbei werden stetig Verbesserungspotentiale aufgezeigt, um so den größtmöglichen Nutzen und Lernerfolg für die Teilnehmer der Journalistenschule zu gewährleisten.

„Wir sind sehr stolz auf diese Qualitätsauszeichnung, da sie unseren Qualitätsanspruch bestätigt und ein wichtiges Instrument zur Sicherung des Vertrauens unserer Journalistenschüler in unsere Ausbildung darstellt,“ so Nina Zickuhr, Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenkollegs. „Die aufgezeigten Stärken unserer Fernschule nutzen wir als Motivation noch besser zu werden.“

Die vollständige Laudatio finden Sie hier.


Politikjournalismus: Darauf kommt es an

02.09.2014

Am 14. September schaut die Bundesrepublik gebannt nach Brandenburg und Thüringen: Dort stimmen die Bürgerinnen und Bürger über einen neuen Landtag ab. Mit den Urnengängen in den beiden ostdeutschen Bundesländern endet auch das „Superwahljahr 2014“.Insgesamt 15 Wahltermine standen hierzulande in diesem Kalenderjahr auf der Agenda: Nach der Europawahl und zahlreichen Kommunalwahlen, die Ende Mai stattfanden, wurde zuletzt in Sachsen eine neues Parlament gewählt. Wahlen gehören zur Grundlage der demokratischen Ordnung in Deutschland – umso wichtiger ist daher eine seriöse Berichterstattung seitens der Medien. Doch was kennzeichnet den Politikjournalismus? Und was unterscheidet ihn von anderen Fachbereichen?

Antworten auf diese Fragen bekommen die Schüler des Deutschen Journalistenkollegs in der Kurseinheit „F080 Politikjournalismus“. Studienbriefautor Mike Kortsch zeigt dabei, dass es die primäre Aufgabe von Politikjournalisten ist, dem Publikum die Themen und Entscheidungen der Politik zu vermitteln. Angesichts sinkender Wahlbeteiligung – wie am Sonntag in Sachsen – und rückläufiger Parteienmitgliedschaften ist dies ohne Frage eine große Herausforderung für Politikredakteure. Darüber hinaus erfahren die Teilnehmer im Studienbrief alles Wissenswerte über das Selbstverständnis von Politikjournalisten, wie eine Nachricht im Politikjournalismus entsteht, und welche Themen bei der Berichterstattung dominieren. Dabei geht der Autor auch auf die unterschiedlichen Darstellungsformen von Politikjournalismus in den jeweiligen Mediengattungen (Print, Radio, Fernsehen und Online) ein. Eine wichtige Erkenntnis: Politikjournalismus muss – wie andere Bereiche auch – zunehmend crossmedial gedacht werden.

Ein Blick auf den Wahlkalender 2015 verrät: Im nächsten Jahr stehen nur zwei Bürgerschaftswahlen (Hamburg und Bremen) an – von „Superwahljahr“ kann also keine Rede sein. Damit können Politikjournalisten wieder mehr Zeit darauf verwenden, den Lesern politische Entscheidungen zu erläutern – und so hoffentlich das Interesse an Politik insgesamt wieder steigern.   


QMS-Zertifizierung des Deutschen Journalistenkollegs erneut bestätigt

04.08.2014

Auch in diesem Jahr stellte sich das Deutsche Journalistenkolleg wieder einer ausführlichen Systembegutachtung durch die DQS GmbH. Der Auditor lobte die hohe Qualitätslage des Managementsystems sowie den hohen Innovationsgrad des inhaltlichen Angebotes. Durch die Integration der Social-Media-Aktivitäten, die kontinuierliche Prozessoptimierung der Praxiswerkstätten und die Ergänzungen im Beschwerdemanagement besitzt die Journalistenschule ein sehr wirksames Monitoringsystem für das Lernverhalten und die Ergebnisse des Lerntransfers.

„Die systematische Evaluation unserer Teilnehmerrückmeldungen und die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern und unseren Dozenten hilft uns dabei, unser Lehrangebot praxisnah an den Bedürfnissen der Journalistenschüler und den Anforderungen des journalistischen Arbeitsmarktes kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ so Nina Zickuhr, Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenkollegs. Die sehr sorgfältige Unterstützung der Schüler hob auch der Auditor als das Grundanliegen der Journalistenschule hervor, das konsequent und praxisbezogen umgesetzt wird. Mit der Rezertifizierung bestätigt die DQS GmbH dem Deutschen Journalistenkolleg ein authentisches und gelebtes Qualitätsmanagementsystem mit einem hohen Servicegedanken.

Die freiwillige Zertifizierung nach DIN ISO 29990:2010 ergänzt die staatliche Zulassung des journalistischen Fernstudiums und sichert so langfristig die Qualität der Ausbildung. Mit der Einführung des Qualitätsmanagements verpflichtet sich das Deutsche Journalistenkolleg zu einer regelmäßigen Überprüfung seiner Lerndienstleistung und deren Ergebnisse von unabhängiger Seite.


Journalismus 2014: Kreative Ideen gefragt

17.07.2014

Sie sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden: Journalistische Projekte, die man bisher so nicht kannte. Ob Crowdfunding à la „Krautreporter" oder „Crowdspondent" oder das globale Recherchenetzwerk „Hostwriter" – all diese Projekte zeichnen sich vor allem durch Kreativität aus. Sie zeigen: In der Umbruchphase, in der sich der Journalismus gerade befindet, braucht es Mut zu neuem Denken. Gerade für Nachwuchsjournalisten ist es aufgrund der Arbeitsmarktsituation im Journalismus unerlässlich, schon früh durch originelle Ideen zu punkten, um sich so von Mitbewerbern zu unterscheiden. Im Folgenden sollen zwei interessante Projekte von jungen Journalisten vorgestellt werden, die bisher noch nicht so stark im Fokus der Öffentlichkeit standen.

„Wortwalz": Gesellenwanderung durch den Lokaljournalismus

Der Name, den die junge Journalistin Jessica Schober ihrem Projekt verliehen hat, ist kein Zufall: Mit dem Begriff der Walz (Wanderjahre), den man sonst aus Handwerksberufen kennt, will sie zeigen, dass Journalismus ein Handwerk ist. Schober, die vor Kurzem ihre journalistische Ausbildung beendet hat, möchte diesen Sommer auf die „Wortwalz" gehen. Ihr Plan sieht vor, dass sie in einem Bannkreis von 50 Kilometern um München verschiedenste Lokalredaktionen besucht, um so einen Einblick in die Arbeit von Lokaljournalisten zu erhalten. Wie Maurer- oder Dachdeckergesellen will auch sie neue Arbeitspraktiken kennenlernen und Erlerntes auf seine Anwendbarkeit testen. Zweifelsfrei ein originelles Projekt, das hier unterstützt werden kann.

Videospiele: Gaming-Blogs als journalistische Nische

Ein ganz anderes Beispiel für ein kreatives, journalistisches Projekt ist der Gaming-Blog „Hilde Van Gaal's gaming-welt" des jungen Journalisten und Bloggers Kevin Hildebrand. Der Schüler des Deutschen Journalistenkollegs bewertet auf seinem Blog regelmäßig neue Konsolen-Spiele und macht so – im Zusammenspiel mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder Youtube – auf sich aufmerksam. Mit der Spezialisierung auf den Videospielbereich folgt Kevin Hildebrand einem Trend, der mittlerweile zum Massenhype geworden ist: Die sogenannte „Let's-Play-Szene" zieht auf Youtube Hunderttausende Zocker an, dementsprechend attraktiv ist der Bereich auch für die Spielindustrie.

Für Nachwuchsjournalisten lassen sich aus diesen beiden Beispielen zwei Lehren ziehen:

  1. Junge Journalisten brauchen Mut zur Kreativität. Wer sich frühzeitig auf einen bestimmten Themenbereich spezialisiert und mit innovativen Ideen auffällt, dem wird es später leichter fallen, sich als journalistische Marke zu etablieren. Wer zweifelt, ob er kreativ genug ist, dem sei gesagt: Kreativität lässt sich fördern, z.B. durch spezielle Seminare oder Kurse wie sie das Deutsche Journalistenkolleg im Angebot hat.
  2. Journalismus muss in der Tat als Handwerk verstanden werden. Eine fundierte journalistische Ausbildung ist unabdingbar, um später mit eigenen Projekten durchstarten zu können. Die Ausbildung am Deutschen Journalistenkolleg bietet im Vergleich zu anderen Journalistenschulen zahlreiche Vorteile: Die Praxisorientierung steht dabei an erster Stelle. Da Journalismus ein Handwerk ist, verlangt es viel Übung. Daher heißt es beim Deutschen Journalistenkolleg: nur so viel Theorie wie nötig, so viel journalistische Praxis wie möglich. Wer sich als angehender Journalist – sinnvollerweise – auf einen bestimmten Fachbereich konzentrieren möchte, der ist beim Deutschen Journalistenkolleg genau richtig. Dafür sorgt ein vielfältiges Angebot an Kurseinheiten, die eine Spezialisierung gemäß den persönlichen Schwerpunkten fördert. Weitere Vorteile des Lehrgangs am Deutschen Journalistenkolleg können Sie hier erfahren.

Für den Leser schreiben: SEO-Tipps für Redakteure

14.07.2014

Nicht besonders beliebt, aber dennoch unverzichtbar: Suchmaschinenoptimiertes Schreiben ist für viele Online-Redakteure nach wie vor ein lästiges Übel. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass Textoptimierung lange mit der übermäßigen Verwendung bestimmter Keywords gleichgesetzt wurde. Doch mittlerweile gehen die Suchmaschinen, allen voran Google, gezielt gegen minderwertigen Content vor. Das Ziel ist klar: Qualitativ schlechte Webseiten sollen herabgestuft und in den Suchmaschinenergebnissen nach hinten geschoben werden, qualitativer Inhalt rückt so nach vorne. Davon profitieren nicht nur die Leser, sondern auch Fachjournalisten – zu diesem Urteil gelangt Nicole Bonholt, Schülerin des Deutschen Journalistenkollegs, in einem aktuellen Beitrag für das Onlinemagazin „Fachjournalist“.

Die Autorin Nicole Bonholt arbeitet als Senior SEO Manager für das redaktionelle Medizin-Portal www.netdoktor.de, das zu Holtzbrinck Digital gehört. Zuvor war sie bereits als SEO Manager im Verlagsbereich bei Hubert Burda Media tätig. In ihrer Freizeit bloggt sie unter http://revvet.de über Haustierthemen und nimmt seit Dezember 2013 am Fernstudium Journalismus des Deutschen Journalistenkollegs teil.

Der Fachjournalist ist das Onlinemagazin des Deutschen Fachjournalistenverbandes. Der DFJV publiziert dort regelmäßig zu den Themenbereichen Fachjournalismus, Fach-PR und Fachmedien.

Den aktuellen Beitrag von Frau Bonholt finden Sie hier.


Fußball-WM in Brasilien: Mehr als Müller und Co.

18.06.2014

Das Fußballfieber greift gerade wieder um sich. Spätestens nach dem 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal ist für die meisten hierzulande klar: Deutschland wird Weltmeister. Zu der Euphoriewelle tragen maßgeblich die Medien bei: Fast kein Tag vergeht, an dem nicht Müller und Co. die Titelseiten der Tageszeitungen zieren. Hinzu kommen zahlreiche Sonderseiten – Print wie Online. Und im Radio und TV heißt es sowieso: König Fußball regiert.  

Doch ein solches Großereignis wie die Fußball-WM ist mehr als nur klassischer Sportjournalismus. Gerade im Netz finden sich interessante Projekte, die zeigen, dass die Berichterstattung über sportliche Großereignisse zahlreiche Anknüpfungspunkte bietet. Ein spannender Blog zur WM ist beispielsweise „Brafus2014". Im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen die beiden Fragen: Was macht die WM mit Brasilien? Und was Brasilien mit der WM? Hinter dem Blog stehen der Journalist Kai Schächtele, der Fotograf Christian Frey und die Brasilien-Expertin Birte Fuchs. Das Trio will auch die Schattenseiten dieser WM – etwa den Einfluss auf die Umwelt und  die Zwangsumsiedelungen – beleuchten und Betroffene zur Wort kommen lassen. Auch wenn der Sport nicht im Mittelpunkt steht, ist die Fußballbegeisterung bei den Initiatoren groß, wie Kai Schächtele in einem Interview mit „torial" verrät. Das Beispiel „Brafus" zeigt auf jeden Fall, dass sich das Genre Sportjournalismus weit denken lässt. Bereits vor vier Jahren berichteten die Brafus-Initiatoren über die WM in Südafrika, damals wagte auch das Charity-Projekt „Soccer for Life" mit Multimediareportagen einen anderen Blick auf das Großevent.

Auch in den regionalen und überregionalen Medien gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass Sportjournalismus mehr ist als nur der klassische Spielbericht. Sportpolitik, der Einfluss des Sports auf die Gesellschaft und das leidige Thema Doping sind beispielsweise wichtige Facetten, die zu diesem Ressort gehören. Das Deutsche Journalistenkolleg bietet im Kompetenzbereich „Fachjournalismus" eine eigene Kurseinheit „Sportjournalismus" an. Von den Studienbriefautoren Prof. Dr. Thomas Schierl und Dr. Christoph Bertling erfahren die Teilnehmer alles Wissenswerte zum Berufsfeld Sportjournalismus. Dabei gehen die Verfasser unter anderem auf die verschiedenen Aufbereitungsmuster der Sportberichterstattung ein.


Die Marke „Journalist/in"

04.06.2014

Die fortschreitende Digitalisierung fordert neue Modelle der Finanzierung und Gestaltung von Medien und stellt gleichzeitig neue Anforderungen an Journalisten. Die Diskussion, ob Journalisten sich als individuelle Marke präsentieren sollten, ebbt nicht ab. Ein zentrales Ergebnis der Studie Medienmacher 2014 war, dass jeder zweite befragte Journalist dieser These zustimmt.

Svenja Hofert, Autorin des Studienbriefes Marketing für freie Journalisten, sagt: „Aus meiner Sicht gibt es kein besseres Marketinginstrument als das Internet.“ Über Social-Media-Portale können die eigenen journalistischen Inhalte in kurzer Zeit mit einer großen Reichweite verbreitet werden. Die dabei am häufigsten genutzten Internetdienste sind Facebook und Twitter.

Auf Facebook lassen sich, mit einem schlüssigen Konzept, interessante Inhalte kommunizieren und somit „Fans“ sammeln, die wiederum die Inhalte liken und weiterverbreiten. Dies gelingt am schnellsten, wenn man mit seinen Neuigkeiten ein Nischenthema besetzt. Über Twitter, als Kurznachrichtendienst, lässt sich alles Neue auf dem eigenen Fachgebiet in 140 Zeichen streuen. „Wer regelmäßig twittert, erhält schnell eine Stammleserschaft und wird bei guten Beiträgen weiterempfohlen.“, so Svenja Hofert im Studienbrief.

Der Vorteil der „Markenkommunikation“ über die sozialen Netzwerke ist, dass sich neben den Inhalten als Arbeitsproben auch der eigene Name im Internet verbreitet. Twitterer sind sogar suchmaschinenrelevant. Profile lassen sich mit Kollegen vernetzen und als Follower anderer Nutzer entgehen einem keine Neuigkeiten aus dem eigenen Arbeitsgebiet. Wer seine Profile regelmäßig pflegt und Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert, wird gesehen. Svenja Hofert erklärt im Lehrtext: „Dadurch sind Sie im Blickfeld und bekommen Aufträge. Es entsteht das Gefühl ‚den kenne ich‘, ‚die ist vertraut‘.“ Sie empfiehlt seinen Schwerpunkt auf eines der angebotenen Netzwerke zu legen und in den übrigen nur sporadisch aktiv zu sein. Die heutige Vernetzung der Portale untereinander macht ein gleichzeitiges Spiegeln der Inhalte aber auch auf allen Kanälen möglich.

Gerade für Journalistenschüler, und damit Berufsanfänger, ist es wichtig früh mit dem Aufbau der eigenen Marke zu beginnen. Der eigene Blog bietet Raum sein journalistisches Können vor dem ersten Arbeitsauftrag unter Beweis zu stellen. Wer seinen Blog über die verknüpften Social-Media-Kanäle bewirbt, empfiehlt sich letztendlich potentiellen Auftraggebern und macht sich früh einen Namen. Das Deutsche Journalistenkolleg nutzt seine eigene Präsenz im sozialen Netz gerne um die Blogs seiner Journalistenschüler zu präsentieren.

Macht uns auf Eure Blogs und Profile aufmerksam, damit wir Euch bei Eurer Markenkommunikation beispielsweise über Facebook unterstützen können.


Studie „Medienmacher 2014": Journalisten beklagen mangelnde Recherchezeit

28.05.2014

Journalisten wünschen sich mehr Zeit für die Recherche – dies zeigt die gestern veröffentlichte Studie „Medienmacher 2014 – Recherche, Qualitätsanspruch und Finanzierung im digitalen Alltag". Bei der von Bitkom Research im Auftrag des Recherchedienstes Response Source durchgeführten Untersuchung gaben 61 % der befragten Journalisten an, dass sie häufig zu wenig Zeit für weitergehende Recherchen hätten.

Ungenutzte Potenziale bei Online-Recherche

Darüber hinaus ergibt sich aus der Studie, für die im Frühjahr dieses Jahres über 1300 hauptberufliche Journalisten aller Mediengattungen in Deutschland befragt wurden, dass Journalisten täglich im Schnitt 163 Minuten recherchieren, dies entspricht in etwa einem Drittel eines achtstündigen Arbeitstages. Bei ihren Internetrecherchen nutzen Journalisten in Deutschland überwiegend Suchmaschinen und E-Mail-Programme; Blogs, Foren, Business-Netzwerke und Recherchedienste dagegen eher nachrangig. „Der deutliche Fokus auf Suchmaschinen und E-Mail zeigt, dass das Internet zwar nicht aus dem Redaktionsalltag wegzudenken ist, die ganze Bandbreite der Online-Recherche allerdings bisher nicht voll ausgenutzt wird", so die Einschätzung von Maria Irchenhauser, bei Response Source verantwortlich für den deutschsprachigen Raum.

Selbstvermarktung wird immer wichtiger

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie: Fast jeder zweite befrage Journalist ist sich bewusst, dass durch die Digitalisierung die Erwartung an Journalisten wächst, sich als individuelle Marke zu präsentieren. 79 % der befragten Journalisten verbreiten demnach ihre eigenen journalistischen Inhalte über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Google+ sowie Blogs und Foren. Bei der Frage nach der Finanzierung von Online-Journalismus halten viele Journalisten Crowdfunding für überlegenswert, nur 6 % haben jedoch schon einmal ein journalistisches Projekt über eine Crowdfunding-Plattform mitfinanziert.

Das Deutsche Journalistenkolleg bietet zu beiden Schwerpunktthemen – Recherche und Selbstvermarktung – eigene Kurseinheiten an. Sie stellen unverzichtbare Eckpfeiler für die Ausbildung von Journalisten dar. In der Pflichteinheit Journalistisches Recherchieren erfahren die Teilnehmer von Studienbriefautor Ele Schöfthaler die Grundregeln und Pflichten bei der Recherche. Svenja Hofert, M.A., erläutert den Journalistenschülern in der Kurseinheit Marketing für freie Journalisten, wie man sich mit einer Geschäftsidee im Journalismus bestmöglich positioniert, und was es bei der Marketingkommunikation insbesondere über Social-Media-Plattformen zu beachten gilt.
 


Was Fachjournalisten aus dem ADAC-Skandal lernen können

13.05.2014

Anfang des Jahres brachte ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung" den größten Automobilclub Deutschlands, den ADAC, in die Negativschlagzeilen. Im Sinne einer größeren Markenvielfalt bei der Wahl des „Gelben Engels" wurde bei den Teilnehmerzahlen und der Rangfolge der Siegerautos getrickst. Nicht die Mehrzahl der Leserstimmen macht das Produkt eines Fahrzeugherstellers zum „Lieblingsauto der Deutschen", sondern der Wunsch, dass jeder Anbieter einmal als Sieger dieser Wahl hervorgehen sollte – die Glaubwürdigkeit ist dahin und die Zahl der jährlich verliehenen Awards groß. Nun stehen die bisherige Wahlverfahren auf dem Prüfstand. Doch wie unterscheidet man zwischen seriösen und unseriösen Auszeichnungen?

Gerd Zimmermann, u.a. Dozent und Studienbriefautor des Deutschen Journalistenkollegs, beleuchtet das Award-Geschäft in seinem aktuellen Beitrag im Onlinemagazin Fachjournalist. Worauf sollten Fachjournalisten bei ihrer Berichterstattung achten und wie können sie mögliche Manipulationen erkennen? Die zentrale Frage dabei: Wer profitiert eigentlich von der Wahl?

Der Fachjournalist ist das Onlinemagazin des Deutschen Fachjournalistenverbandes. Der DFJV publiziert dort regelmäßig zu den Themenbereichen Fachjournalismus, Fach-PR und Fachmedien.

Den aktuellen Beitrag von Herrn Zimmermann finden Sie hier.


Anja-Niedringhaus-Preis für Mut im Fotojournalismus

17.04.2014

Als die bekannte Fotografin Anja Niedringhaus Anfang April in Afghanistan getötet wurde, löste dies weltweit Bestürzung aus. Die Internationale Stiftung für Frauen in den Medien (IWMF) will das Gedenken an die ehemalige Reporterin der US-Nachrichtenagentur AP aufrechterhalten, und führt deshalb den „Anja-Niedringhaus-Preis für Mut im Foto-Journalismus" ein.

Laut IWMF soll der Preis, ermöglicht durch eine Spende der Howard G. Buffet Foundation in Höhe von einer Million US-Dollar, jährlich an eine Foto-Journalistin verliehen werden, „die mit ihrer Arbeit in die Fußstapfen von Anja Niedringhaus getreten ist". Kriterien für die Preisvergabe seien außergewöhnliche Tapferkeit sowie der Mut von Foto-Journalistinnen, sich Gefahren zu stellen und ihr Leben zu riskieren, um die Wahrheit aufzudecken. Anja Niedringhaus, die 2005 den IWMF-Preis für „Mut im Journalismus" erhielt, hatte es zu ihrem Lebenswerk gemacht, Krieg und seine Auswirkungen auf Menschen in Konfliktregionen zu dokumentieren.

Das Deutschen Journalistenkolleg bietet seit Kurzem eine eigene Kurseinheit zum Thema „Fotojournalismus" an. Dozent Julian J. Rossig, erfahrener Fotojournalist und Gründungsmitglied der Fotoagentur knowledge incorporated, erläutert den Teilnehmern die Besonderheiten des Mediums „Foto" und informiert über die wichtigsten Kameraeinstellungen sowie die richtige Bildkomposition.  Darüber hinaus erfahren die Journalistenschüler des Fernstudiums auch, warum ein Fotojournalist eben doch überwiegend ein Journalist ist und kein Fotograf.


Acht neue Studienbriefe im Kursangebot des Deutschen Journalistenkollegs

04.04.2014

Das Deutsche Journalistenkolleg erweitert das aktuelle Lehrgangsangebot um acht weitere Kurseinheiten.

Im Kompetenzbereich „Arbeitstechniken" unterstützen zukünftig zwei neue Studienbriefe den kreativen Arbeitsprozess. Der Lehrtext „Kreativitätstechniken" von Dr. Matthias Nöllke vermittelt, wie Kreativität und Routine zusammenhängen und die eigene Kreativität für die journalistische Arbeit besser genutzt werden kann. Barbara Hallmann erklärt in „Themenfindung", wie man mit der täglichen Herausforderung der Themensuche umgeht.

Die Kurseinheiten „Umweltjournalismus" und „Lokaljournalismus" bieten den Teilnehmern eine noch größere Auswahl, sich in einem oder mehreren Fachressorts zu spezialisieren. Christian Schwägerl schreibt, wie man in Zeiten ökologischer Umbrüche Umweltthemen mit der nötigen Fachkenntnis und trotzdem interessant für seine Leser aufbereitet. Gabi Pfeiffer beweist, dass Lokaljournalismus weitaus mehr ist als langatmige Sitzungen über Bebauungspläne oder der klischeegetreue Artikel über den Kaninchenzüchterverein. Arbeit im Lokalen findet das Besondere im Alltäglichen, lautet ihre These.

Im Bereich der Mediengattungen erweitern gleich drei neue Lehrtexte das Programm. Karsten Frerichs bündelt seine langjährige Berufserfahrung im Studienbrief „Agenturjournalismus" und wirft gemeinsam mit den Teilnehmern einen Blick auf die Arbeit von Nachrichtenagenturen. Neben den wichtigsten Kameraeinstellungen und der richtigen Bildkomposition erläutert Julian J. Rossig im Lehrtext „Fotojournalismus", dass ein Fotojournalist eben doch überwiegend ein Journalist ist und kein Fotograf. Die neuen Denk- und Arbeitsweisen des crossmedialen Journalistenalltags erläutert Timo Stoppacher im Studienbrief „Crossmedia" und beweist darin, dass auch ein Lehrtext crossmedial gestaltet sein kann. Das hier vermittelte Wissen der Kurseinheit können die Teilnehmer zukünftig im Praxiswebinar unter Beweis stellen.

Denjenigen Teilnehmern, die sich eingehender mit den Rahmenbedingungen des Berufsbildes „Journalist" auseinandersetzen möchten, bietet die Kurseinheit „Das deutsche Mediensystem" von Prof. Dr. Peter Hoeres einen historisch fundierten Überblick der Dynamik und Vielfalt der deutschen Medienlandschaft.

Die neuen Studienbriefe sind Teil der 18-monatigen, verlagsunabhängigen Journalistenausbildung des Deutschen Journalistenkollegs.


Investigativer Journalismus boomt

21.03.2014
Wer in den vergangenen Monaten die Mediennachrichten aufmerksam verfolgt hat, der weiß: Investigativer Journalismus ist derzeit in aller Munde. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind sicherlich der neugegründete Rechercheverbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR, der vom ehemaligen Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo geleitet wird, sowie das neue Investigativ-Ressort von Zeit Online, das erste dieser Art eines deutschen Internet-Mediums. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt außerdem das investigativjournalistische Online-Projekt „The Intercept", das dank der großzügigen finanziellen Unterstützung von Ebay-Gründer Pierre Omidyar recht ambitioniert daherkommt. 
 
Angesichts der verstärkten Investitionen in investigativen Journalismus verwundert es auch nicht, dass in jüngster Vergangenheit einige brisante Enthüllungen ans Licht der Öffentlichkeit kamen. Insbesondere die Aufdeckung des ADAC-Skandals und der Offshore-Leaks waren journalistische Scoops. Das Beispiel Offshore-Leaks zeigt, was investigativer Journalismus heute vor allem auch ist: Datenjournalismus. Riesige Datenmengen – mehr als zwei Millionen E-Mails und zehntausende Namen – wurden ausgewertet für die Recherchen über versteckte Gelder in Steueroasen. Eine wichtige Rolle spielte bei den Offshore-Leaks das „International Consortium of investigative Journalists", ein globales Netzwerk von Journalisten, mit dem Ziel, Kriminalität und Korruption aufzudecken. 
 
Das Deutsche Journalistenkolleg bietet allen angehenden Journalisten und Journalistinnen die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema investigativer Journalismus auseinanderzusetzen. In der Kurseinheit „A020 Investigativer Journalismus" erfahren die Teilnehmer von Prof. Dr. Johannes Ludwig, Initiator des „DokZentrums Couragierte Recherchen und Reportagen", was es mit dem Begriff „investigativer Journalismus" auf sich hat und wie er sich in andere Arten journalistischer Berichterstattung einbettet. Darüber hinaus erhalten die Journalistenschüler des Fernstudiums unter anderem Antworten auf die Fragen: Was sind typische Quellen im investigativen Journalismus? Worin können Barrieren für investigatives Recherchieren bestehen?

Ranking der Pressefreiheit

12.02.2014

Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlichte die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern erschwert. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Entwicklung sogar traditionelle Demokratien erfasst hat.

„Selbst Staaten wie die USA und Großbritannien rücken investigative Journalisten und ihre Hinweisgeber mittlerweile in die Nähe des Terrorismus", kritisierte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske in Berlin. „Dass Länder mit einer langen Tradition freier Medien in ähnliche Sicherheitsreflexe verfallen wie Diktaturen, ist unerträglich. Das macht nicht zuletzt all jenen kritischen Journalisten das Leben schwer, die in autoritären Staaten ihre Freiheit und Gesundheit aufs Spiel setzen."

Die ROG-Rangliste der Pressefreiheit vergleicht die Situation der Medien in 180 Staaten und Regionen für den Zeitraum von Dezember 2012 bis Mitte Oktober 2013. An der Spitze der Rangliste stehen west- und nordeuropäische Länder, Schlusslichter sind wie seit Jahren Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan.

Eine detaillierte Darstellung der Lage der Pressefreiheit in Deutschland, Überblicksdarstellungen zur Entwicklung in den verschiedenen Weltregionen sowie weitere Informationen zur Rangliste der Pressefreiheit finden Sie hier.


Einschränkungen im Zeichen der Nationalen Sicherheit

In den USA (Platz 46, 13 Plätze niedriger als im Vorjahr) hat die staatliche Verfolgung von investigativen Journalisten und ihren Hinweisgebern aus den Sicherheitsbehörden ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Die 35-jährige Haftstrafe für Bradley/Chelsea Manning und die Jagd auf den NSA-Whistleblower Edward Snowden sollen Nachahmer offenkundig davon abschrecken, Journalisten brisante Informationen über Fehlverhalten von Regierung und Behörden zuzuspielen. Die Ausforschung von Telefonanschlüssen der Nachrichtenagentur Associated Press passt in dieses Muster, ebenso die Entscheidung eines Gerichts, dem New-York-Times-Reporter James Risen das Recht auf Aussageverweigerung im Prozess gegen einen mutmaßlichen Informanten abzusprechen. Dem freien Journalisten Barrett Brown droht eine Haftstrafe von bis zu 105 Jahren, weil er im Zuge einer Recherche einen Link zu gehackten E-Mails einer Sicherheitsfirma in einem Chatforum veröffentlichte.

GROSSBRITANNIEN (Platz 33, -3 Plätze) setzte die Zeitung The Guardian wegen ihrer Veröffentlichungen zu den Recherchen Snowdens unter massiven Druck und zwang die Redaktion, Festplatten mit Informationen des Whistleblowers zu zerstören. Um sich vor gerichtlichen Schritten der Regierung gegen weitere Enthüllungen zu schützen, schloss das Blatt eigens eine Kooperation mit der New York Times. Unter Berufung auf ein Anti-Terror-Gesetz verhörten Ermittler an einem Londoner Flughafen mehrere Stunden den Lebenspartner des Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald. Dabei beschlagnahmten sie Datenträger mit verschlüsselten Informationen einer Recherchepartnerin Greenwalds.  

JAPAN (Platz 59, -5) verabschiedete mit Verweis auf den Schutz der nationalen Sicherheit ein Gesetz gegen den Verrat von „Staatsgeheimnissen", das die Höchststrafe für Whistleblower von einem Jahr auf zehn Jahre Haft heraufsetzt. Vor allem freie Journalisten, die über die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima berichteten, sahen sich weiter Behinderungen ihrer Arbeit und juristischen Schikanen ausgesetzt.

Pressefreiheit in Europa

Innerhalb Europas nimmt DEUTSCHLAND (Platz 14, +3) weiterhin eine Position im oberen Mittelfeld ein. Auch hierzulande wurde 2013 verstärkt sichtbar, wie sehr Journalisten im Visier in- und ausländischer Sicherheitsbehörden stehen. In einem Fall versuchte die CIA, Informationen über einen deutschen Reporter beim Bundesverfassungsschutz abzufragen; ein anderes Beispiel war die jahrelange Überwachung mehrerer Journalisten durch den niedersächsischen Verfassungsschutz. Wiederholt beschlagnahmten Ermittler Recherchematerial oder forschten gezielt nach Medienkontakten. Bedenklich ist die Neuregelung der Bestandsdatenauskunft.  Auch gelangt die Presse oft nur schwer an Behördenauskünfte. Mehrfach erhielten Journalisten Drohungen von Neonazis, Salafisten oder aus dem Umfeld von Kriminellen. Durch Schließungen, Übernahmen und Zusammenlegungen von Redaktionen sinkt die Vielfalt der Presse weiter.  

Massiv verschlechtert hat sich die Situation der Medien in GRIECHENLAND (Platz 99, -14), das binnen fünf Jahren um 50 Plätze in der Rangliste abgerutscht ist. Im Zeichen der Sparpolitik schloss Ministerpräsident Antonis Samaras im Juni in einer  einsamen Entscheidung die staatliche Rundfunkanstalt ERT mit ihren vier Fernseh- und fünf Radiosendern. Die angekündigte Nachfolgeanstalt soll nur mit einer Minimalbesetzung an Personal ausgestattet werden. Mitglieder und Anhänger der rechtsextremen Partei „Goldene Morgenröte" bedrohen und verprügeln regelmäßig Journalisten, Morddrohungen werden immer häufiger.

Auch in UNGARN (Platz 64, -7) verschlechterte sich die Lage weiter. Um kritische Behördenanfragen nicht zuletzt investigativer Journalisten zu verhindern, wurde dort das Recht auf Informationsfreiheit beschnitten. Im November erhöhte das Parlament die Strafe für Herstellung und Verbreitung mutmaßlich verleumderischer Ton- und Bildaufnahmen auf bis zu drei Jahre Haft. Nach zweieinhalbjährigem Kampf gegen Behördenwillkür erhielt das unabhängige Budapester Klubradio im März 2013 endlich eine mehrjährige Lizenz.

Am schlechtesten innerhalb der EU schneidet BULGARIEN (Platz 100, -12) ab, wo bei regierungskritischen Demonstrationen regelmäßig Journalisten Ziel von Polizeigewalt waren und unabhängige Journalisten mit Schikanen rechnen müssen.

In der TÜRKEI (Platz 154, +1) wurden bei den regierungskritischen Gezi-Protesten von Mai bis September 153 Journalisten verletzt und 39 vorübergehend festgenommen. Zugleich offenbarten die Proteste ein Klima der Selbstzensur, das durch wirtschaftliche und politische Interessen wichtiger Medieneigentümer begünstigt wird. Mindestens 14 Journalisten wurden infolge der Proteste entlassen, 22 gingen von sich aus. Zehntausende Internetseiten sind gesperrt; nach den Protesten kündigte die Regierung Erdogan weitere Einschränkungen an. Ende des Jahres saßen rund
60 Journalisten in türkischen Gefängnissen, die meisten wegen ihrer Arbeit für pro-kurdische Medien oder wegen angeblicher Verbindungen zu Geheimorganisationen. In unterschiedlichen Prozessen wurden mehrere zu langjähriger Haft verurteilt.

In RUSSLAND (Platz 148, +1) haben mehrere repressive Gesetze die Medienfreiheit weiter eingeschränkt. Seit 2013 ist es verboten, in den Medien Schimpfwörter zu benutzen, religiöse Werte zu beleidigen oder für „nichttraditionelle sexuelle Beziehungen" zu werben. Immer wieder werden Journalisten unter dubiosen Vorwürfen strafverfolgt. Das Fernsehen ist fast flächendeckend staatlich kontrolliert, und rechtzeitig vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi verlor die unabhängige Nachrichtenagentur Rosbalt ihre Lizenz. Vor allem im Nordkaukasus werden immer wieder Journalisten ermordet; die Täter bleiben generell unbestraft.

In der UKRAINE (Platz 127, unverändert) führten Eigentümerwechsel bei wichtigen Fernsehsendern zu abrupten Änderungen der redaktionellen Linie. Die einflussreichsten Medien des Landes gehören Politikern oder Geschäftsleuten und berichten kaum ausgewogen. Bei den im Dezember begonnenen Massenprotesten wurden allein bis Jahresende Dutzende Journalisten angegriffen. Diese Zahlen sind nicht mehr in die aktuelle Rangliste eingegangen, dürften aber die Platzierung der Ukraine im kommenden Jahr verschlechtern. In BELARUS (Platz 157, +1) verlor einer der führenden unabhängigen Verlage seine Lizenz. In GEORGIEN (Platz 84, +17) war die Präsidentenwahl im Oktober 2013 von weniger Gewalt als die Parlamentswahl im Vorjahr begleitet. Nach dem Regierungswechsel sank der politische Einfluss auf wichtige Medien.

In MONTENEGRO (Platz 114, unverändert) sind Anschläge auf unabhängige Journalisten häufig. Die Regierung ist für Hass- und Verleumdungskampagnen gegen sie verantwortlich. In MAZEDONIEN (PLATZ 123, -6) wurde die viereinhalbjährige Haftstrafe für einen Journalisten wegen der vermeintlichen Aufdeckung eines geschützten Zeugen erst auf internationalen Druck in Hausarrest umgewandelt.

Naher Osten und Nordafrika

Drei Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings sind in ÄGYPTEN (Platz 159, unverändert) keinerlei Fortschritte für die Pressefreiheit  erkennbar. Unter dem bis zur Jahresmitte amtierenden Präsidenten Mohammed Mursi versuchte die Muslimbruderschaft, die staatlichen Medien unter ihre Kontrolle zu bringen. Zugleich häuften sich Klagen und Prozesse gegen Journalisten. Seit Mursis Sturz durch das Militär betreibt die Regierung eine systematische Hexenjagd gegen Muslimbrüder und deren angebliche Sympathisanten in den Medien. Allein in der zweiten Jahreshälfte wurden fünf Journalisten getötet und rund 80 willkürlich festgenommen, darunter einige von Demonstranten. Willkürliche Verhaftungen und Folter von Berichterstattern sind an der Tagesordnung.

In SYRIEN (Platz 177, unverändert) verschlechterte sich die Sicherheitslage für Journalisten weiter. Neben die Sicherheitskräfte des Assad-Regimes traten als zusätzliche Bedrohung dschihadistische Gruppen wie die Al-Nusra-Front und der Islamische Staat im Irak und der Levante (ISIS). Sie verübten zahlreiche Anschläge auf Redaktionen und verbreiteten mit Entführungen ein Klima der Angst unter Journalisten.

TUNESIEN (Platz 133, +6) hat zwar Fortschritte bei der Schaffung guter Rahmenbedingungen für unabhängige Medien gemacht, doch in der Praxis nimmt auch die aktuelle Regierung massiven Einfluss auf Personalentscheidungen im Staatsrundfunk. In LIBYEN (Platz 137, -5) schaffen Festnahmen, Einschüchterung und Folter diverser Milizen von Neuem ein Klima der Selbstzensur. Im IRAK (Platz 153, -2) sind in den letzten drei Monaten des Jahres zehn Journalisten ermordet worden; die Behörden unternehmen kaum etwas zum Schutz bedrohter Medienschaffender oder zur Aufklärung der Taten.  KUWAIT (Platz 91, -13) machte mit Haftstrafen für Majestätsbeleidigung von sich reden – und mit einem Gesetz, das die Strafen für solche Delikte drastisch erhöht hätte.

Im IRAN (Platz 173, +2) lässt die versprochene Öffnung unter dem neuen Präsidenten Hassan Rohani auf sich warten. Zum Jahresende waren 50 Journalisten und Blogger in Haft. Die unverminderte Zensur zielt besonders auf Themen wie  das Atomprogramm und Irans Unterstützung für die Regierung  Syriens. ISRAEL (Platz 96, +17) hat seine Platzierung in der Rangliste normalisiert, nachdem es im Vorjahr wegen gezielter Angriffe auf Medien im Gaza-Krieg von November 2012 merklich abgerutscht war.

Asien

In CHINA (Platz 175, -1) werden auch unter dem neuen Staats- und Parteichef Xi Jinping besonders Blogger und Internet-Aktivisten verfolgt. Mindestens 70 von ihnen sitzen im Gefängnis, ebenso 30 Journalisten. Jegliche politische Berichterstattung wird streng kontrolliert, besonders heikle Themen wie Enthüllungen über die Reichtümer der politischen Elite werden komplett unterdrückt. Neue Gesetze schränken die zuvor überraschend freie Kommunikation bei den Weibo-Mikroblogs massiv ein. Die Visavergabe für ausländische Journalisten wurde benutzt, um internationale Medien wie die New York Times und Bloomberg für kritische Artikel zu „bestrafen".

Auch in VIETNAM (Platz 174, -1) sitzen mehr als 30 Blogger im Gefängnis. Ein neues Gesetz verbietet die Verbreitung von Nachrichten auf Blogs und in sozialen Netzwerken. INDIEN (Platz 140, +1) wurde im vergangenen Jahr zum gefährlichsten Land in Asien für Medienschaffende; acht Journalisten und ein Zeitungsangestellter wurden dort wegen ihrer Arbeit getötet. In PAKISTAN (Platz 158, +2) starben sieben Journalisten; neben Taliban und anderen bewaffneten Gruppen bedeuten dort auch die übermächtigen Geheimdienste eine akute Gefahr.

Lateinamerika

In PARAGUAY (Platz 105, -13) steigt nach dem Putsch von 2012 weiter der Druck zur Selbstzensur. Verbrecherbanden und ihr Einfluss auf den Staatsapparat erschweren die Arbeit von Journalisten auch in BRASILIEN (Platz 111, -2). Dort kommt das verbreitete Phänomen mächtiger Regionalpolitiker hinzu, die zugleich wichtige Geschäfte und Medien kontrollieren. Ein Jahr vor der Fußball-WM wurden bei den Protesten im Sommer 2013 rund 100 Journalisten Opfer von Gewalt; zwei Drittel der Vorfälle werden der Polizei zugeschrieben.

Auch in vielen anderen Ländern des Kontinents ist die Medienkonzentration als Relikt der Zeit der Militärdiktaturen hoch und bleibt ein politisch umstrittenes Thema. 2013 folgte ECUADOR (Platz 95, +25) – wie zuvor schon BOLIVIEN (Platz 94, +16) – dem Vorbild ARGENTINIENS (Platz 55, unverändert) und verabschiedete ein Gesetz, das über eine faire Neuverteilung der Radiofrequenzen zwischen öffentlichen, kommerziellen und nichtkommerziellen Sendern mehr Pluralismus sicherstellen soll. Dies birgt jedoch auch die Gefahr einer politisch einseitigen Frequenzvergabe. Zudem definiert das neue ecuadorianische Gesetz ein Recht auf „verifizierte, ausgewogene, präzise und kontextualisierte"  Information über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse und droht damit, sich als Einfallstor für Zensur zu erweisen.

Afrika

In KENIA (Platz 90, -18) beschloss das Parlament ein Gesetz, das die Schaffung eines von der Regierung eingesetzten Mediengerichts mit weitreichenden Sanktionsbefugnissen vorsah.  Auch BURUNDI (Platz 142, -9) gab sich ein äußerst repressives Mediengesetz, das Haftstrafen für eine große Zahl vage definierter Vergehen vorsieht.  

In MALI (Platz 122, -22) hinderten während der französischen Militärintervention heimische wie auch französische Soldaten Reporter daran, aus den Kampfgebieten zu berichten. Im Herbst warf der Mord an zwei französischen Journalisten ein Schlaglicht auf die nach wie vor äußerst gefährliche Situation in Teilen des Nordens. In SOMALIA (Platz 176, unverändert) starben vergangenes Jahr sieben Journalisten wegen ihrer Arbeit. Vermutlich wurden alle von der islamistischen Schabab-Miliz ermordet. In der Hauptstadt Mogadischu ist die Lage so gefährlich, dass manche Journalisten in ihren Redaktionsräumen wohnen, um unnötige Wege zu vermeiden. Die Behörden drangsalieren dort unabhängige Medien wie den Sender Radio Shabelle.

Wichtige auf- und Absteiger

Kein anderes Land hat seine Platzierung so stark verschlechtert wie die ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK (Platz 109, -43). Dort werden Drohungen und Angriffe gegen Journalisten und Medien seit dem Putsch im März 2013 immer häufiger; viele Zeitungen haben sich ihrerseits in eines der politischen Lager geschlagen. In GUATEMALA (125, -29) verdoppelte sich die Zahl der Angriffe auf Journalisten; vier Berichterstatter wurden ermordet.

Größter Aufsteiger der diesjährigen Rangliste ist – zusammen mit ECUADOR – PANAMA (Platz 87, +25), wo Gewalt gegen Journalisten, direkte Zensur und willfährige Justiz rückläufig sind. Das erstmals in die Liste aufgenommene mittelamerikanische BELIZE ist mit Rang 29 eines der bestplatzierten Länder der Region: Seine Medienlandschaft ist lebendig, wenngleich es Probleme wie gelegentliche hohe Schadensersatzklagen gibt.

Spitzenreiter und Schlusslichter

FINNLAND, die NIEDERLANDE und NORWEGEN haben sich als weltweitend führend beim Schutz der Pressefreiheit behauptet. Dazu tragen liberale Regelungen über den Zugang zu Behördeninformationen sowie der Schutz journalistischer Quellen bei. In Finnland haben die Bürger seit 2010 sogar ein einklagbares Recht auf eine bezahlbare Breitbandverbindung. Am Ende der Rangliste halten sich unverändert ERITREA, NORDKOREA und TURKMENISTAN – Diktaturen, die die Medien vollständig kontrollieren.


Neues Portal für Umweltjournalisten

22.01.2014

Umweltthemen werden wichtiger und wichtiger. Nicht nur wegen ihrer Komplexität stellen sie hohe Anforderungen an Journalisten. Die Tatsache, dass der Begriff "Nachhaltigkeit" zudem überstrapaziert verwendet wird, erschwert die Debatte zusätzlich.

Das neue Portal Gruener-Journalismus.de will Journalisten bei der Durchdringung solch relevanter Themen unterstützen und zu dessen Anlaufstelle werden.

In Einzeldossiers widmet sich das Portal den Themen Energie, Mobilität und Fischerei. Weitere Dossiers zu Feldern wie Klimawandel, Ernährung, Biodiversität, nachhaltige Wirtschaft oder Zeit sind im Aufbau.

Vor allem wünscht sich das Projektteam eines: den intensiven Austausch mit Fachjournalistinnen und Fachjournalisten. Deshalb sind Sie herzlich zum Mitdiskutieren einladen.


Jobs bei den Fachmedien

15.01.2014

Die Chancen für Journalisten, bei B2B-Verlagen Fuß zu fassen, haben sich verbessert. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage bei Verlagshäusern, deren Ergebnisse jetzt im Fachjournalist veröffentlicht wurden.

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Journalistische Kompetenz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Fachexpertise ist zwar weiterhin gefragt, doch die Anforderungsprofile von Fachmedien haben sich gewandelt.

Da sich auch Fachmedien einem steigenden Fachkräftemangel gegenübergestellt sehen, steigen die Chancen für Journalisten, die über breite journalistische Kompetenzen, aber noch nicht über ein ausgeprägtes Fachwissen verfügen.  

Lutz Frühbrodt, einer der durchführenden Professoren der Umfrage, erklärt, wie und weshalb sich die Zugangsvoraussetzungen für Fachredakteure verändert haben.

Sein Plädoyer: Auch klassische Allround- und Ressortjournalisten sollten ihren Fokus erweitern und Fachmedien als eine Option für die berufliche Zukunft mitdenken.

Zum Fachjournalist-Beitrag geht es hier.


„Verboten gut informiert" – Gerd Zimmermann auf dem Medienkongress der „UnAufgefordert"

06.12.2013
Auch in diesem Jahr veranstaltet die Studierendenzeitung „UnAufgefordert“ der Humboldt-Universität zu Berlin vom 6. bis 8. Dezember 2013 gemeinsam mit dem „Freundeskreis der UnAufgefordert e.V.“ einen Medienkongress. 
 
Unser Dozent und Autor des Studienbriefes „Motorjournalismus“ Gerd Zimmermann wird im Rahmen dieser Projekttage an der Podiumsdiskussion teilnehmen. Das diesjährige Titelthema lautet „Verboten gut informiert“ Informationsfreiheit und ihre Grenzen – Was darf Journalismus? Unter anderem diskutieren Stefan Münker (Medienwissenschaften HU), Roman Portack (Referent Deutscher Presserat) und Nick Reimer (Chefredakteur klimaretter.info) die Fragestellung, welche Informationen Journalisten zu veröffentlichen verpflichtet sind und welche Details sie im Sinne der öffentlichen Sicherheit verschweigen sollten. Durch die Veranstaltung im Auditorium des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums, Geschwister-Scholl-Str. 1/3 leitet Wolf-Christian Ulrich (ZDFinfo). Die Journalistenschüler des Deutschen Journalistenkollegs, die Herrn Zimmermann einmal persönlich kennenlernen möchten, sind herzlich eingeladen die Podiumsdiskussion zu besuchen. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Vertiefend zu den Erkenntnissen der Podiumsdiskussion finden am 7. Und 8. Dezember Workshops unter Anleitung erfahrener Praktiker wie Sören Kittel (WELT-Gruppe) u. a. zu verschiedenen journalistischen Schwerpunkten statt.
 
Eine Teilnahme an den Praxisseminaren ist für Interessenten nach vorheriger Anmeldung unter chefred@unauf.de möglich. Nähere Informationen zum Medienkongress  der „UnAufgefordert“ finden Sie hier.

Workshops: Fakten, Strategien und Recherchetipps rund um die EU

30.10.2013

In den kommenden Wochen veranstaltet die aktion europa, Kooperationspartner des DFJV,  in drei verschiedenen deutschen Städten kostenlose EU-Journalistenworkshops.

Unter dem Titel „Europa im Lokalteil – Workshop für Lokaljournalisten" beschäftigen sich die Teilnehmer mit der Frage, wie Lokaljournalisten das Thema Europa recherchieren und entsprechend für die Lokalpresse aufbereiten können.

Im Mittelpunkt des Workshops am 11.11.2013 in Hannover steht das Thema Verbraucherschutz, welches durch viele Beispiele aus der europäischen Praxis bereichert wird.

Über die EU-Regionalpolitik wird am Beispiel des Bundeslandes Thüringen am 29.11.2013 in Erfurt informiert und diskutiert.

In Leipzig ist am 06.12.2013 die europäische Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik Gegenstand des Interesses.

Die Teilnehmerzahl der Workshops ist begrenzt, daher wird eine rasche Anmeldung empfohlen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Workshops erhalten Sie hier.


Spezialisierung in der Nische: Wie man als Journalist im Netz Geld verdienen kann

10.10.2013

Erst seit Anfang des Jahres online, hat sich das Medienblog Lousypennies.de bereits zu einem der erfolgreichsten Webangebote entwickelt, wenn es um die Frage geht: Wie können Journalisten heute im Internet Geld verdienen?

Exklusiv für den Fachjournalist fasst Karsten Lohmeyer, Gründer der Plattform, seine bisherigen Erkenntnisse aus zahlreichen Interviews, Praxisbeiträgen und Umfragen zusammen.

Seine Antwort auf die Frage, ob man als Journalist mit einem eigenen Angebot im Netz Geld verdienen kann:

"Ja, es geht. Aber einfach ist es nicht. Vor allem aber habe ich eines gelernt: Das Internet fördert Spezialisten. Fast alle Journalisten, die im Internet erfolgreich sind, haben sich auf ein bestimmtes Fach- und Themengebiet spezialisiert."

Zum Beitrag geht es hier.


Markenbildung für Journalisten

02.10.2013

Sollten sich Journalisten als Marke verstehen? Für den Fachjournalist-Podcast sprach Beate Schulz hierzu mit der freien Journalistin Carolin Neumann und dem Kommunikations- und Markenexperten Prof. Dr. Dieter Georg Herbst.

Zur aktuellen Episode des Fachjournalist-Podcast geht es hier.


Reporter ohne Grenzen analysiert Medienpolitik vor der Bundestagswahl

04.09.2013

Die politischen Parteien in Deutschland positionieren sich in Fragen der Presse- und Informationsfreiheit äußerst unterschiedlich. Das hat eine Umfrage der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) ergeben. Vor der Bundestagswahl am 22. September hat ROG den Parteien erstmals Wahlprüfsteine vorgelegt und sie damit gebeten, ihre Haltung zu Themen wie Informantenschutz, Vorratsdatenspeicherung, dem Einsatz für verfolgte Journalisten aus dem Ausland sowie dem Export von Überwachungstechnologie direkt vergleichbar zu machen.

„Den Parteien sollten die Pressefreiheit im eigenen Land und der Einsatz für verfolgte Journalisten in aller Welt ein ernsthaftes Anliegen sein", sagte ROG-Vorstandssprecherin Astrid Frohloff. „Die Wahlprüfsteine von Reporter ohne Grenzen bieten eine Orientierungshilfe für alle, denen diese Themen am Herzen liegen. An diesen Positionen werden wir die Parteien in den kommenden vier Jahren messen."

Zu insgesamt sechs Themen hat ROG die Stellungnahmen der im Bundestag vertretenen Parteien sowie der Piratenpartei und der Alternative für Deutschland erfragt:
 

  • Unterstützen die Parteien die Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland?
  • Setzten sie sich dafür ein, den Informantenschutz in Deutschland zu stärken?
  • Sollte Zensur- und Überwachungstechnologie in Exportkontrollen auf nationaler, EU- und internationaler Ebene einbezogen werden? Wie sollte eine solche Regelung aussehen?
  • Wie beurteilen die Parteien den Anspruch von Journalisten auf Behördenauskünfte nach dem Informationsfreiheitsgesetz? Wie stehen sie zu Forderungen, die Ablehnungsgründe abzuschaffen, Auskunftsfristen zu verkürzen und Gebühren für die Auskünfte abzuschaffen?
  • Sollten die Botschaften „sicherer" Länder für verfolgte Journalisten auf der Flucht offen sein? Sollte Deutschland in solchen Fällen unbürokratisch Nothilfe-Visa erteilen?
  • Was tun die Parteien konkret für die Pressefreiheit in Ländern, in denen Journalisten und Medien unter Druck stehen?

 

Bei der Vorratsdatenspeicherung halten die Unionsparteien Mindestspeicherfristen für notwendig zur Strafverfolgung und Gefahrenabwehr; die entsprechende EU-Richtlinie wollen sie umsetzen. Die SPD will die Verwendung der Daten einschränken und strikten rechtsstaatlichen Kontrollen unterwerfen. Die EU-Richtlinie will die Partei grundlegend überarbeiten – ebenso wie die FDP, die nur bei konkreten Verdachtsmomenten und mit Richterbeschluss die Nutzung vorhandener Daten erlauben will. Die übrigen Parteien lehnen die Vorratsdatenspeicherung ab, Grüne und Piraten wollen darüber hinaus das Post- und Fernmeldegeheimnis zu einem umfassenden Telekommunikationsgeheimnis ausbauen. 

Beim Informantenschutz verweisen CDU/CSU und FDP auf das 2012 verabschiedete Gesetz zur Stärkung der Pressefreiheit, das den Schutz bei der Veröffentlichung vertraulichen Materials sowie vor Beschlagnahmen verbessert habe. Die SPD fordert eine Stärkung des Zeugnisverweigerungsrechts, Linke und Piraten wollen einen gesetzlichen Whistleblower-Schutz einführen und die Grünen den Geheimnisverrat straffrei stellen.

Sehr unterschiedlich bewerten die Parteien auch die Notwendigkeit, Exporte von Überwachungstechnologie in Staaten mit Menschenrechtsverletzungen zu kontrollieren. Die Regierungsparteien betrachten die vorhandenen Regelungen als ausreichend und schon ihre derzeitige Handhabung als restriktiv. Die meisten der anderen Parteien fordern weitergehende Beschränkungen auf deutscher, EU- und internationaler Ebene.

Was eventuelle Reformen am Informationsfreiheitsgesetz betrifft, wollen CDU und CSU vor allem den Schutz persönlicher Daten gewährleistet sehen. SPD, Grüne und Piraten sprechen sich für eine Fortschreibung zum Transparenzgesetz ein, das Behörden zur aktiven Veröffentlichung von Daten verpflichten solle. Linke und AfD kritisieren vor allem die zahlreichen Ablehnungsgründe, lange Auskunftsfristen und Gebühren; letztere dürfen auch aus Sicht der FDP kein wesentliches Hindernis für Auskunftsanträge darstellen. 

Bei der Frage nach offenen Botschaften und Nothilfe-Visa für verfolgte Journalisten verweisen CDU/CSU und FDP darauf, dass politisches Asyl nur vor Ort im Zielland beantragt werden könne. Die übrigen Parteien zeigen sich offen für das Anliegen; Linkspartei und Grüne nennen eine Aufnahme aus dringenden humanitären Gründen als rechtliche Möglichkeit zur Hilfe auch ohne Asylstatus.

Die vollständigen Wahlprüfsteine mit den Antworten der Parteien finden Sie hier, eine Kurzfassung der Antworten hier.


DQS bestätigt Zertifizierung des Deutschen Journalistenkollegs

27.08.2013
Nach einer ausführlichen Systembegutachtung bescheinigt die DQS GmbH dem Management des Deutschen Journalistenkollegs einen hohen Qualitätsmaßstab. Der Auditor verlängerte die Zertifizierung nach DIN ISO 29990:2010 und lobte die sehr gute unternehmerische Entwicklung der Journalistenschule sowie das hohe Qualitätsbewusstsein und die sehr ausgeprägte Teilnehmerorientierung der internen und externen Akteure. 
 
Die inhaltliche und konzeptionelle Entwicklung des Fernlehrgangs „Journalist/in" orientiert sich im hohen Maße am Lernbedarf seiner Teilnehmer und des journalistischen Arbeitsmarktes.  Dies bestätigt auch die positive Teilnehmerresonanz.
 
„Diese erfolgreiche Rezertifizierung bestätigt unsere Entscheidung, die internationale Bildungsnorm bereits zu Beginn des ersten Lehrgangs einzuführen." sagt Nina Zickuhr, Geschäftsführung des Deutschen Journalistenkollegs. Die freiwillige Zertifizierung nach DIN ISO 29990:2010 ergänzt die staatliche Zulassung des journalistischen Fernstudiums und sichert so langfristig die Qualität der Ausbildung. Mit der Einführung des Qualitätsmanagements verpflichtet sich das Deutsche Journalistenkolleg zu einer regelmäßigen Überprüfung seiner Lerndienstleistung und deren Ergebnisse von unabhängiger Seite.
 
Die DIN ISO 29990:2010 stellt bildungsspezifische Anforderungen an die Kernprozesse des Lerndienstleiters und ist der erste international gültige Standard für die Aus- und Weiterbildungsbranche. Hauptaugenmerk liegt auf der Ermittlung des Lernbedarfs von Interessenten, der Festlegung der Ziele und des Umfangs des Bildungsangebotes sowie der Überwachung des Lerntransfers. 

FTJ Executive Talk: „Wie sicher sind die Clouds der Zukunft?"

19.08.2013

Cloud Computing boomt – immer mehr Firmen und Privatpersonen erhoffen sich durch die „IT-Wolke" höhere Effizienz, Mobilität und Kostenersparnis. Doch wie sicher sind Clouds? Sind Anwender wirklich geschützt vor Hackerangriffen und Datenklau in Zeiten von Prism & Co.? Welchen Weg nehmen unsere Daten eigentlich? Und: Welche wirtschaftlichen Potenziale besitzen die Clouds der Zukunft?

Über diese und weitere aktuelle Fragen möchte das Forum Technikjournalismus (FTJ), Kooperationspartner des DFJV, bei seinem nächsten „Executive Talk" mit Ihnen diskutieren.

Was: „Über den Wolken… – wie sicher sind die Clouds der Zukunft?"

Wann: Donnerstag, 5. September, von 10:30 Uhr bis 13:00 Uhr

Wo: F.A.Z.-Redaktionsgebäude, Mittelstr. 2-4, 10117 Berlin

 

Zu Gast auf dem Podium sind:


Dr. Ferri Abolhassan, Geschäftsführer T-Systems, Deutsche Telekom AG

Michael Herfert, Abteilungsleiter Cloud, Identity and Privacy, Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie

Dr. Günther Welsch, Fachbereichsleiter, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Daniel Domscheit-Berg, Netzaktivist

 

Den detaillierten Ablauf der Diskussion entnehmen Sie bitte der Programmübersicht.

Die Teilnahme ist für Journalisten kostenlos.

Bitte melden Sie sich bis zum 22. August 2013 per E-Mail (info@forum-technikjournalismus.de) an.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


Verwertungsgesellschaft Wort zieht Ausschüttung vor

12.08.2013

Der Vorstand der VG Wort hat am 09. August 2013 in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, die Tantieme für 2012 gemäß dem geltenden Verteilungsplan unverzüglich an Autoren und Verlage auszuschütten. Als ausschlaggebend für diese Entscheidung führt die VG Wort „insbesondere die wirtschaftlichen Härten" an, „die für viele Berechtigte der VG Wort durch eine weitere Verschiebung der Hauptausschüttung um mindestens weitere zwei Monate entstehen würden." Der Verwaltungsrat der VG Wort hat dem Vorstandsbeschluss zugestimmt.

Zum Hintergrund: Im Mai dieses Jahres hatte die VG Wort entschieden, vor einer ursprünglich für Juli dieses Jahres geplanten Hauptausschüttung eine Entscheidung des Oberlandesgerichts München über die Klage eines Autors gegen den Verteilungsplan der VG Wort abzuwarten. Das Landgericht München hatte in erster Instanz entschieden, dass die pauschale Ausschüttung „jeweils zu gleichen Teilen" an Autoren und Verlage rechtswidrig ist und damit gegen die VG Wort entschieden. Im Juni 2012 hat die VG Wort dieses Urteil angefochten. In zweiter Instanz wollen die Richter des Oberlandesgerichts München ihre ursprünglich für den 25. Juli 2013 angekündigte Entscheidung nun am 26. September 2013 bekanntgeben.

Die Ausschüttung erfolgt daher unter Hinweis auf die mögliche Geltendmachung von Rückforderungsansprüchen, falls die Entscheidung des Landgerichts München I vom 24. Mai 2012 (7 O 28640/11) letztinstanzlich bestätigt werden sollte.

Zur Pressemitteilung der VG Wort geht es hier.


Fachjournalist-Podcast in neuer Optik

07.08.2013

Das Blog des Fachjournalist-Podcast zeigt sich seit dem 01. August 2013 in neuer Optik – visuell angelehnt an den Fachjournalist, das Onlinemagazin des DFJV. Außerdem wurden Menüführung und Inhalte auf www.fachjournalist-podcast.de teilweise überarbeitet, die Kategorien dem Onlinemagazin Fachjournalist angepasst.

Zentrales Element im neuen Erscheinungsbild ist die illustrative Gestaltung des Headers der Internetseite. Bereits beim Fachjournalist bilden die stilistisch einheitlich gestalteten Illustrationen ein markantes Charakteristikum.  

Der Fachjournalist-Podcast ist ein Nachwuchsprojekt des DFJV. Seit dem 01. April 2008 machen Journalistenschüler und junge Journalisten hier (fach-)journalistische Inhalte und Beiträge des Onlinemagazins Fachjournalist oder eigens recherchierte (fach-)journalistische Themen regelmäßig hörbar.

Sie möchten mehr über das Projekt und die Fachjournalist-Podcast-Redaktion erfahren? Oder sind daran interessiert, an dem Projekt mitzuwirken? Dann schauen Sie gerne vorbei: www.fachjournalist-podcast.de

Übrigens: Alle Episoden des Fachjournalist-Podcast werden auch auf www.fachjournalist.de veröffentlicht.


Podcast: Zitate, Abmahnung und Schadensersatz

07.08.2013

Gerade für freie Journalisten stellt die Gefahr rechtlicher Auseinandersetzungen aufgrund ihrer Berichterstattung ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Dabei kann dieses bereits durch die Beachtung einiger wichtiger Grundsätze deutlich reduziert werden.

Im Gespräch mit Martin Lehmann-Waldau erläutert Rechtsanwalt Prof. Dr. Gero Himmelsbach, Experte für Medien- und Wettbewerbsrecht, wie man korrekt zitiert und wie man sich bei Abmahnungen sowie im Fall von Schadensersatzansprüchen verhalten sollte.

Zur aktuellen Podcast-Episode gelangen Sie hier.


Nutzwertjournalismus: Rat geben? Aber richtig!

01.08.2013

Viele Journalisten arbeiten qua ihrer fachlichen Expertise für Special-Interest-Medien. Diese Medien wollen und müssen vor allem mit Praxistipps, Ratgeberstrecken und Verbraucherinfos überzeugen. Im Fachjournalist erläutert Sebastian Bröder, weshalb Redaktionen ihr Know-how allerdings oft noch nicht optimal aufbereiten. Er nennt Fallstricke, gibt praktische Lösungsvorschläge für Fachjournalisten und zeigt konkrete Beispiele. Zum Beitrag geht es hier.


Buchrezensionen über Nutzwertjournalismus

11.07.2013

In jüngerer Vergangenheit sind zwei Bücher erschienen, die sich mit dem Thema Nutzwertjournalismus beschäftigen:

Von Jutta Gröschl stammt das "Praxishandbuch Ratgeber-/Nutzwertjournalismus. So kommen Ihre Texte an". Eine theoretische Abhandlung schrieb Andreas Eickelkamp: "Der Nutzwertjournalismus. Herkunft, Funktionalität und Praxis eines Journalismustyps".

Manfred Weise stellt beide Bücher vor und erläutert, für wen sich welches Buch eignen kann und ob die Publikationen die bestehende Lücke bei der Bearbeitung von Ratgeber- und Servicethemen in der journalistischen Ausbildung schließen können.

Zur Doppelrezension im Onlinemagazin Fachjournalist, der Publikation des DFJV, gelangen Sie hier.


Kein Bundespresseauskunftsgesetz

01.07.2013

Der Bundestag hat eine Gesetzesinitiative für ein Bundespresseauskunftsgesetz abgelehnt. Die Initiative resultierte aus einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) vom 20.02.2013 (6 A 2/12), wonach ein Auskunftsanspruch von Journalisten gegenüber Bundesbehörden zwar grundsätzlich bejaht wurde und direkt aus dem Grundgesetz abzuleiten sei, ein Anspruch auf Auskunft gegenüber Bundesbehörden nach den Landespressegesetzen aber nicht bestehe. Das Gericht entschied damit entgegen der bisherigen Auffassung in Praxis und Rechtswissenschaft.

Durch die Ablehnung des Gesetzentwurfs fehlt damit weiterhin eine klare gesetzliche Grundlage für Presseanfragen an Bundesbehörden. Journalisten sind bei Auskunftsersuchen an Bundesbehörden damit auf den verfassungsrechtlich garantierten Minimalstandard und inhaltlich unbestimmten Auskunftsanspruch unmittelbar aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG angewiesen.

Das Bundesinnenministerium erklärte zwar, die Bundesregierung werde an der bisher bestehenden pressefreundlichen Auskunftspraxis der Bundesbehörden festhalten, im Klartext heißt dies aber, die Bundesregierung antwortet auf Pressenachfragen nur nach Ermessen und nicht auf Basis einer gesetzlichen Verpflichtung.


Informationsrechte von Journalisten gestärkt

11.06.2013
Für die Berichterstattung zu „brisanten" Themen ist eine besonders gründliche Recherche geboten. Informationsrechte wie z.B. Rechte auf Einsicht in staatlich geführte Register sind dabei oft von zentraler Bedeutung.
 
Doch wie weit gehen diese Rechte? Darüber gibt es immer wieder Streit.
 
Neben dem allgemeinen presserechtlichen Auskunftsanspruch gibt es eine Reihe von weiteren Informationsansprüchen, z.B. auf Einsicht in Register wie das Handelsregister oder das Grundbuch. 
 
Im Falle Christian Wulff billigte der BGH recherchierenden Journalisten Einblick in das Grundbuch zu, in einem jüngst bekannt gewordenen Fall, über den das OLG Hamm (Beschluss vom 20.06.2012 – Az. 27 W 41/12) zu entscheiden hatte, ging es um einen erweiterten Einblick in das Handelsregister. 
 
Anders als beim Grundbuch ist zwar das Handelsregister auch ohne besondere Anforderungen einsehbar, das gilt aber nicht für alle Teile. Gerade diejenigen Bereiche, die nicht allgemein einsehbar sind, können jedoch von besonderem journalistischem Interesse sein.
 
Der betreffende Journalist im entschiedenen Fall wollte im Rahmen einer verdeckten Ermittlung Einblick in die nicht-öffentlichen Teile des Handelsregisters erhalten, weil er erwartete, Informationen darüber zu finden, dass öffentliche Fördergelder für das Weltkulturerbeprojekt missbräuchlich verwendet würden. Deswegen wollte er auch, dass die betroffenen Unternehmen von seinen Recherchen nicht informiert würden. Das zunächst zuständige Amtsgericht wies dieses Ansinnen zurück, dem Journalisten sei keine so weite Einsicht zu gewähren, schon gar nicht ohne vorherige Anhörung der betroffenen Unternehmen.
 
Das Oberlandesgericht korrigierte diese Entscheidung in zu begrüßender Weise: 
Die Pressefreiheit sei verfassungsrechtlich geschützt, also auch die Recherche, die Pressefreiheit könne es gebieten, einem Journalisten umfassenden Einblick auch in die nicht-öffentlichen Teile zu gewähren. Zwar müsse der Journalist darlegen, dass seine Anfrage tatsächlich dem öffentlichen Interesse diene, daran dürften aber keine überzogenen Anforderungen gestellt werden. Nicht der Staat dürfe das Informationsanliegen bewerten und die konkrete Nützlichkeit der Recherche überprüfen, es sei Aufgabe der Presse zu prüfen, was des öffentlichen Interesses wert sei. Wenn die angestrebte Einsicht generell zum Zweck geeignet sei, dürfe von staatlicher Seite keine weitere Prüfung oder Einschränkung stattfinden.
Zwar seien auch die betroffenen Unternehmen schutzbedürftig und finde zu ihren Gunsten bei der Entscheidung darüber, ob dem Journalisten Information zu gewähren sei, eine Abwägung statt, dabei dürften die Unternehmen aber nicht angehört werden. Sie wären sonst zwangsläufig gewarnt, damit könnte die Erfüllung der öffentlichen Aufgabe der Presse gefährdet werden.
 
Die Entscheidung des OLG Hamm, die mit höchstrichterlicher Rechtsprechung in Übereinstimmung steht, ist zu begrüßen. Sie stellt klar, dass pressemäßige Recherche einen besonderen Stellenwert und Schutz genießt und von öffentlicher Bedeutung ist. Nur so kann die Presse ihrer „Wächterfunktion" gerecht werden. Der Staat darf dabei insbesondere nicht „nützliche" und „nicht nützliche" Recherchen unterscheiden, muss zugleich aber Missbrauch zu Lasten anderer ausschließen können. Dient eine Recherche offenkundig missbräuchlichen Zwecken (z.B. geschäftlichen oder privaten), kann die Einsicht abgelehnt werden, ist sie nur „missliebig" (z.B. weil sie sich gegen eine staatliche Institution richtet), ist das (natürlich) kein ausreichender Grund.
 
Manche öffentlichen Stellen tun sich schwer, die Rechte der Presse richtig einzuschätzen, auch in Zukunft wird es immer wieder einmal notwendig werden, die Rechte auch gerichtlich durchzusetzen. Mit dieser Entscheidung – und den weiteren bereits ergangenen pressefreundlichen – im Rücken wird es für Journalisten leichter.

Podcast: Auslandsberichterstattung

10.06.2013

In der aktuellen Fachjournalist-Podcast-Episode spricht Peter Schulz mit ausländischen, in Deutschland lebenden Journalisten, die für Medien in ihrer Heimat bzw. in Deutschland lebende Ausländer berichten.

Zum Beitrag gelangen Sie hier.


Pressearbeit im Sport

06.06.2013
Der Sport gewinnt weiterhin an medialer Aufmerksamkeit; Pressesprecher von Vereinen und Verbänden stehen vor neuen kommunikativen Herausforderungen. 
 
Prof. Dr. Michael Schaffrath stellt im aktuellen Fachjournalist-Beitrag die Kernergebnisse  einer Studie vor, welche die Bedingungen und den Professionalisierungsgrad von Sport-PR in Deutschland untersucht hat. Befragt wurden 221 Sport-Pressesprecher, unter anderem dazu, welche Aufgabenbereiche die Sport-PR umfasst, welche Fähigkeiten erforderlich sind, welche Wege in diesen Bereich führen bzw. bislang geführt haben und wie es um die Verdienstmöglichkeiten bestellt ist. Fazit: Professionelle Sport-PR ist noch längst nicht überall Realität.
 
Zum aktuellen Fachjournalist-Beitrag gelangen Sie hier.

Leistungsschutzrecht tritt am 01.08.2013 in Kraft

15.05.2013
Das umstrittene Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird am 01. August 2013 in Kraft treten. Das Achte Gesetz zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes wurde gestern im Bundesgesetzblatt verkündet
 
Es ist zu erwarten, dass die nun verkündete Regelung und deren Auslegung ein enormes Potenzial für Rechtsstreitigkeiten bietet (mehr dazu hier).
 
In welcher Form Verlage versuchen werden, dieses Recht durchzusetzen, bleibt abzuwarten. Diverse Medien haben sich bereits zu ihrem Umgang mit dem Gesetz geäußert, eine Übersicht findet sich bspw. bei lousypennies.de.

Neue Anschrift

08.04.2013

Das Deutsche Journalistenkolleg ist umgezogen. Sie finden uns künftig im Karmeliterweg 84, 13465 Berlin. Unsere übrigen Kommunikationsdaten bleiben unverändert.