Kurseinheit F050 Modejournalismus

Kurseinheit
 
Lernziel Die Teilnehmenden sollen das Berufsbild des Modejournalisten kennen lernen und einen Einblick in das Berichterstattungsfeld „Mode“ und seine Besonderheiten erhalten.
Studienbriefautor Dipl. Des. Ina Köhler
Belegungsempfehlung Dieser Studienbrief wird Teilnehmenden empfohlen, die interessiert sind, über Mode zu berichten.
Inhalte Gegenstand des Modejournalismus, der Modemedienmarkt, Besonderheiten des Modejournalismus, Aktuelle Situation des Modejournalismus, Präsentationsformen des Modejournalismus und seine Charakteristika, Crossmedial arbeiten im Modejournalismus
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Der Modejournalismus

Beim Modejournalismus handelt es sich um ein Special-Interest-Thema, das für gewöhnlich in der Kulturredaktion angesiedelt ist. Lifestyle und Mode sind die Themen, mit welchen sich der Modejournalismus befasst. Dieses Arbeitsfeld für Journalisten bekommt übrigens ein immer größeres Gewicht. Die Aufgabe von Modejournalisten besteht üblicherweise in der Berichterstattung in Wort und Bild, wobei der crossmedialen Berichterstattung eine immer größere Bedeutung zukommt. In den Berichten vermitteln sie Mode und deren Trends und erklären den Mediennutzern die Modebranche. Sie sitzen also etwa bei Modenschauen in den vordersten Reihen und haben durch ihre Berichterstattung einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg eines Designs oder Labels.

 

Diese Voraussetzungen müssen Modejournalisten mitbringen

Die journalistische Ausbildung allein reicht nicht aus, um erfolgreich als Modejournalist arbeiten zu können. Sie müssen neben dem journalistischen Handwerkszeug auch ein hervorragendes Gespür für Mode und aktuelle Trends mitbringen. Schließlich stellen sie für den Mediennutzer einen wichtigen Gradmesser für die aktuellen Strömungen auf dem Fashionmarkt dar. Darüber hinaus müssen sie Mode auch neutral beurteilen können.

 

Modejournalismus - ein Überblick

Die meisten Mediennutzer haben ein relativ einfaches Bild von Modejournalisten: Sie berichten von nationalen und internationalen Modenschauen, interviewen Models und Designer und präsentieren dem Mediennutzer die aktuellsten modischen Trends. Jedoch ist das Berufsbild des Modejournalisten wesentlich komplexer als es auf den ersten Blick erscheint. Denn auch Schmuck, Tätowierungen oder Körperbemalungen spielen im Modejournalismus eine wichtige Rolle. Schließlich haben diese Accessoires in der Geschichte eine wichtige Funktion, weil die Träger damit auch ihre Standeszugehörigkeit, den sozialen Rang und ihren aktuellen Status demonstrierten.

 

Welche Besonderheiten weist der Modejournalismus auf?

Die massiven Veränderungen der Medienlandschaft beeinflussen auch den Modejournalismus. Denn der publizistische Einfluss, den große Printmedien einst gehabt haben, ist längst nicht mehr gegeben. So werden Modeschauen heute nicht mehr - wie es früher der Fall war - vor einem exklusiven Besucherkreis abgehalten, sondern über das Internet weltweit präsentiert. Die Möglichkeit, eine Show live zu übertragen, wurde zunächst von Marken wie Alexander McQueen Burberry und Michael Kors genutzt, weitere Labels folgten rasch. Das bedeutet: Die neuesten Trends werden innerhalb kürzester Zeit weltweit publik gemacht, sodass die modeinteressierten Mediennutzer eigentlich keine Vermittler in Form von Modejournalisten benötigen. Auch Social-Media-Kanäle beeinflussen die Tätigkeit, weil die Labels hiermit die Möglichkeit haben, direkt mit möglichen Kunden zu kommunizieren.

Aber auch die Modebranche an sich erlebt gerade einen Umbruch. So wurden noch vor wenigen Jahrzehnten alljährlich lediglich zwei Kollektionen präsentiert. Heute werden die Kollektionen in den Geschäften hingegen monatlich oder sogar wöchentlich ausgewechselt. Weil Modefreunde im Internet außerdem rund um die Uhr bestellen können, wirkt sich das auch auf die Geschwindigkeit der Berichterstattung aus. Der Grund: Über die verschiedenen digitalen Medien wie Online-Nachrichtendienste, Newsletter, Blogs oder Online-Magazine können sich die Modefans sehr viel schneller über die aktuellen Trends informieren als es in klassischen Medien der Fall ist.

 

Die Situation des Modejournalismus

Wie auch der Motorjournalismus wird auch der Modejournalismus äußerst stark durch die jeweilige wirtschaftliche Situation in der Branche beeinflusst, auf diesem Feld wird im Journalismus also äußerst sensibel reagiert. Hinzu kommt, dass im Printbereich viele Berufsfelder wegbrechen, die sich jedoch nur teilweise von digitalen Medien ersetzen lassen.

Jedoch zählt die Modebranche nach wie vor zu den größten Konsumgüterbranchen in Deutschland. Wie der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie angibt, sind etwa 400.000 Menschen in rund 1.200 Unternehmen beschäftigt, die einen Jahresumsatz von circa 28 Milliarden Euro erwirtschaften. Hier sind allerdings auch technische Textilien eingerechnet, deren Anteil am Gesamtumsatz stetig wächst.

 

Gibt es Alternativen zum speziellen Studium?

Der Weg in den Modejournalismus kann alternativ auch über eine klassische journalistische Ausbildung führen. Allerdings sollten Interessenten, die in den Modejournalismus einsteigen wollen, zusätzliche Praktika oder Aushilfsjobs in der Modebranche annehmen, um sich das nötige Fachwissen anzueignen.

 

Diese Voraussetzungen müssen angehende Modejournalisten mitbringen

Interesse an Mode allein reicht nicht aus, um tatsächlich als Modejournalist Fuß fassen zu können. Vorausgesetzt werden vielmehr ausgezeichnete Kenntnisse über die Welt der Mode. Zusätzlich benötigen angehende Modejournalisten neben dem notwendigen Fachwissen und Talent Ausdauervermögen und Durchsetzungsfähigkeit. Der Grund dafür: Der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Vertriebskanälen ist wesentlich härter als es in anderen Fachbereichen der Fall ist.

 

Folgende wichtige Säulen lernen die angehenden Modejournalisten während des Studiums

Zunächst erlernen die angehenden Modejournalisten die notwendige Medien- und Journalismuskompetenz. Schließlich müssen sie in jeder Funktion, sei es als Redakteur, Reporter oder Autor, ihr Handwerk und alle journalistischen Darstellungsformen beherrschen. Natürlich sollte dieses Grundwissen auch crossmedial für die verschiedensten Medienkanäle umgesetzt werden können.

Neben dem journalistischen Fachwissen muss der Modejournalist natürlich auch ein umfangreiches sachliches Wissen über die Modebranche besitzen. Er sollte also nicht nur die diversen Fachbegriffe kennen, sondern auch die Bedeutung von Mode auf den verschiedensten Ebenen und historische Hintergründe sowie die Modetheorie.

Zu den wichtigen Aufgaben des Modejournalisten gehört es, Mode zu visualisieren. Das bedeutet: Er muss seine Geschichte auch in Bildern erzählen können, die er gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit Fotografen, Grafikern und Layoutern zusammenstellt. Mode wird also mittlerweile häufig auch in Form von digitalen Produktionen, Filmen oder Fotostrecken umgesetzt.

 

Wo können Modejournalisten arbeiten?

Erfolgreichen Absolventen stehen nach ihrer Ausbildung zahlreiche Möglichkeiten offen. Sie können entweder als reine Modejournalisten arbeiten oder eine Tätigkeit für Fernsehen und Film, in PR-Agenturen, bei Modelabels oder in Grafik-Agenturen anstreben.

Auch die selbstständige Tätigkeit mit einem eigenen Modeblog ist eine attraktive Alternative. Schließlich zählen Blogger bereits seit einigen Jahren zu den wichtigsten Gästen auf Modenschauen. Das gilt selbst für hochkarätige Veranstaltungen wie die Mailänder Modewoche, wo alljährlich über hundert Blogger zu Gast sind.

Sie werden teilweise sogar gegenüber renommierten Einkäufern und Fachmedien bevorzugt. Der Grund dafür liegt nicht nur in der großen Reichweite, die durch das Internet erzielt wird, sondern auch in den originellen Ideen, mit welchen Blogger die Mode präsentieren. Modejournalisten, die auf diese Art den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, benötigen also neben dem journalistischen Handwerkszeug und fundiertem Fachwissen auch jede Menge Phantasie und Experimentierfreude. Schließlich werden in der Netzgemeinde in erster Linie originelle Ideen geschätzt. Gelingt dieser Coup, erreichen die Blogger für sich selbst und für die jeweiligen Labels eine sehr viel größere Reichweite als es mit klassischen Medien und Fachzeitschriften der Fall ist. Denn je origineller eine Idee ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von den Seitenbesuchern weiterverbreitet wird.

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