Warum ist zusätzliches Wissen notwendig?

Für die fundierte Berichterstattung wird in der modernen Wissensgesellschaft ein solides Hintergrundwissen des Berichterstatters immer wichtiger. Das zeigt sich besonders deutlich in den klassischen Ressorts Politik und Wirtschaft. Denn zunehmend werden die Weichen nicht mehr nur auf der nationalen, sondern auf einer internationalen Ebene gestellt, die sich bis hinunter zu den Kommunen und dem Alltag der Bürger auswirken. So werden etwa zahlreiche Entscheidungen, die europaweite Auswirkungen haben, von der Europäischen Kommission getroffen und müssen anschließend nur noch in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Die internationalen Verflechtungen der Wirtschaft zeigten sich bei der jüngsten Wirtschaftskrise: Faule Immobilienkredite wurden in Finanzinstrumente gepackt und international gehandelt. Geplatzte Kredite brachten global agierende Finanzinstitute ins Wanken, wodurch plötzlich die Finanzen ganzer Staaten im Euroraum ins Wanken kamen. Die Folge: Die Europäische Zentralbank wurde zu einem historischen Zinstief genötigt, welches sich wiederum auf die Sparguthaben und Pensionspläne der europäischen Sparer auswirkten. Diese politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge so zu verstehen, um diese erklären zu können, setzt bei den zuständigen Journalisten ein erhebliches Maß an Hintergrundwissen voraus.

Selbst im vermeintlich eher beschaulichen Feuilleton hat die Internationalisierung längst Einzug gehalten. Denn internationale Ausstellungen oder Autoren, die aus anderen Kulturkreisen stammen, rücken zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit und sollte deshalb in den Medien auch entsprechend berücksichtigt werden.

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